Die Intersolar wird smarter: Neue Dachmarke soll Zukunft sichern Politik & Wirtschaft | 05.06.2018 | Lars Bargmann | 7 mal gelesen

Aus der Weltleitmesse Intersolar Europe wird in diesem Jahr The smarter E Europe. Die neue Dachmarke vereint Intersolar, die Speichermesse ees sowie die neuen Fachmessen Power2Drive Europe und EM-Power. Diese machen weltweit achtstellige Euro-Umsätze.

„Wir schwächen damit keineswegs die Intersolar, sondern erweitern sie zur Plattform für die Kernthemen der Energiewelt von morgen“, sagt Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, die die smarte E Europe gemeinsam mit der Solar Promotion GmbH aus Pforzheim ausrichtet. Die Premiere wird das neue Energie-Quartett vom 20. bis 22. Juni feiern, wenn die Messe in München ihre Pforten öffnet. Strowitzki rechnet mit 50.000 Besuchern (Vorjahr: 39.000) und 1200 Ausstellern (1100). Die EM Power Europe zeigt etwa Produkte und Dienstleistungen aus der dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung, System- und Anlagentechnik, Energieverbrauchsoptimierung, Software für Energiemanagement-Systeme sowie Netzinfrastruktur und Lösungen für die Integration Erneuerbarer Energien. Die Power2Drive kümmert sich um Antriebsbatterien, Ladeinfrastruktur und Elektro-Fahrzeuge. Unter einem Dach gibt es diese Messen zunächst nur in Europa.

Auch an den anderen Spielorten der Intersolar aber rechnet der Freiburger Messechef mit Wachstum. In Nordamerika (10. bis 12. Juli) sind 16.000 Besucher angepeilt (Vorjahr: 15.000), in Mumbai (11. bis 13. Dezember) waren es im vergangenen Jahr knapp 13.000. Doch der Drehort in Indien wechselt jetzt ins industrieller geprägte Bangalore, wo – eine Flugstunde von Mumbai entfernt – 17.000 Gäste erwartet werden. Am neuen Standort wird es zudem einen Qualitätssprung geben: „Das ist kein Vergleich, das Messegelände dort wurde von deutschen Firmen gebaut und finanziert.“ In Mumbai waren es – positiv ausgedrückt – Leichtbauhallen. Bei der Intersolar in São Paulo (Brasilien, 28. bis 30. August) wächst die Zahl der Aussteller um gut zehn Prozent auf 240. Vor fünf Jahren waren es gerade einmal 63. Dort gibt es auch eine ees-Sonderschau.

Zudem steht in Teheran der Solarkongress auf der Agenda. „Dort würden wir gerne auch mal eine erste Messe machen, aber das ist politisch nicht trivial“, berichtet Strowitzki im Gespräch mit dem business im Breisgau.

Vor der Publikumspremiere der The smarter E Europe gibt es in München noch eine Konferenz, in der Experten auf die beherrschenden Themen Digitalisierung, Blockchain, Dezentralisierung und Sektorkopplung eingehen. Zum ersten Mal werden zudem innovative Geschäftsmodelle und zukunftsweisende Lösungen im Bereich Sektorkopplung mit dem The-smarter-E-AWARD ausgezeichnet.

Es geht darum, wie die Kernthemen der einzelnen Messen weiter zusammenwachsen können. Wie kann Netzstabilität durch Vernetzung und Digitalisierung geschaffen werden? Wie können Stromproduktion, Speicher und Verbraucher auf der Straße oder in vier Wänden so zusammenarbeiten, dass Einspeise- und Verbrauchsspitzen minimiert werden können?

Das Management von Transportengpässen im deutschen Stromnetz hat im vergangenen Jahr allein die Tennet TSO GmbH mehr als eine Milliarde Euro gekostet. Der zentrale Hebel ist, Energieangebot und Nachfrage intelligent auszutarieren, es geht um virtuelle Kraftwerke, um ein ‚Internet of Energy‘, das Millionen dezentraler Anlagen verknüpft und sowohl Strom als auch Speicherressourcen effizient vorhält.

Es ist durchaus erstaunlich, was aus der ersten Intersolar im Jahr 1991 geworden ist. Damals gab es in Pforzheim fünf Aussteller und 300 Besucher. Im 2018er Jahrgang werden 95.000 erwartet.

Visualisierung: © Solar Promotion GmbH