Mehr als Karton: Verpackungen kennt jeder, die Leute dahinter fast keiner KARRIERE & CAMPUS | 06.05.2018 | Julia Ruhnau (tmn) | 471 mal gelesen

Jeder hat täglich mit Verpackungen zu tun, aber nur wenige wissen, wo sie herkommen. Packmitteltechnologen haben einen Beruf, den kaum einer kennt: Dabei begleitet deren Arbeit uns täglich.
Handyverpackungen, Getränkekartons, Medikamentenschachteln. Das sind nur drei der vielen Produkte von Packmitteltechnologen. Patrick ­Heilig stellt Verpackungen für den Geldversand und Geldtransport her. „Das ist erst mal ein normaler Maschinenführerjob, nur dass es hier halt darum geht, Beutel zu produzieren“, beschreibt er seine Arbeit.

Heilig macht die Ausbildung in Bruchsal. „Ein Packmitteltechnologe stellt Verpackungen her, richtet Maschinen ein und überwacht den ganzen Produktionsprozess“, umreißt Carsten Berg von der Industrie- und Handelskammer Köln das Tätigkeitsfeld. Hinzu kommt die Qualitätskon-trolle, erklärt Heilig: „Wir prüfen dann zum Beispiel, ob das Produkt den geforderten Eigenschaften entspricht, also zum Beispiel Druck aushält, oder ob der Barcode in Ordnung ist.“

Die Arbeit beginnt mit dem Auftrag eines Kunden, der für sein Produkt eine Hülle für Transport, Verkauf oder Aufbewahrung braucht. Teilweise machen die Auftraggeber konkrete Vorgaben, teilweise liegt die Ausführung komplett in den Händen des Packmitteltechnologen.

Dazu muss dieser nicht nur das richtige Material wählen und die passenden Maße berechnen. Auch die Optik muss stimmen.

„Es ist ein sehr spezialisierter Ausbildungsberuf“, sagt Berg. Stellen gibt es entweder in der papier- oder der kunststoffverarbeitenden Industrie. Dazu gehören in der Packmittelindustrie Kartonagenhersteller, Briefumschläge- und Etikettenhersteller.

Das Portfolio der Unternehmen hat sich durch die Digitalisierung verlagert: Briefumschläge werden weniger produziert als früher, Pappkartons häufiger. „Gerade im Wellpappenbereich ist das Aufkommen sehr hoch“, beobachtet Winfried Batzke, Geschäftsführer beim Deutschen Verpackungsinstitut.

Möglichkeiten zur Ausbildung gibt es zwar nicht überall, trotzdem mangelt es nicht an Stellen. „Im gesamten Verpackungsbereich ist der Bedarf riesig“, sagt Batzke.

Foto: © dpa/Uta Rademacher