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CHILLI MEDIENCHECK |
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Limits of Control
Universum Film |
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Sehr geheimnisvoll |
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Ein geheimnisvoller, schweigsamer Fremder erhält an einem Flughafen einen Auftrag von recht dubiosen Gestalten. Er reist nach Spanien, wo er den Auftrag ausführen soll, trifft dort auf ebenfalls sehr seltsame Gestalten, die ihn per Streichholzschachteln mit Botschaften versorgen, fährt nach jeder Begegnung in eine andere Stadt und kommt aber irgendwie doch nicht so recht vom Fleck, denn je mehr Menschen er im Zusammenhang mit seinem Auftrag trifft, desto mysteriöser wird die Geschichte. Jim Jarmusch hat seinen Erzählstil, seine Art, Begegnungen von Menschen in seinen Filmen zu inszenieren, hier noch einmal perfektioniert. Eigentlich gibt es keinen richtigen Plot in diesem mystisch-meditativen Roadmovie, aber dafür wird viel geschwiegen, vieles bleibt so undurchschaubar, wie es von Anfang an angelegt ist. Die Gastauftritte der prominenten Schauspielerriege – unter anderem mit Bill Murray und Tilda Swinton – sind so kurz gehalten, dass von einer Figurenentwicklung nie die Rede sein kann, auch die Hauptperson, den schweigenden Reisenden, lernen wir nicht wirklich kennen. Er meditiert, trinkt überall, wo er jemanden trifft, zwei Espressi, verschluckt die Zettelchen, die ihm zugesteckt werden und spricht keine fünf Sätze auf seiner Reise. Jim Jarmusch fordert den Zuschauer von „Limits of Control“ heraus, ihn bei der nicht einfachen Reise an die „Grenzen der Kontrolle“ nicht nur passiv zu begleiten, sondern sich selbst über die eigenen Grenzen Gedanken zu machen, sich an die Fragen nach der Identität als eine ständig zu überschreitende Grenze heranzutasten: In welchem der im Film oft variierten Spiegelungen kann ich mich wahrnehmen? Wo finden in meinem Leben unhinterfragte Wiederholungen statt? Was lässt sich aus dem mysteriösen Alltag einer schweigsamen Leinwandfigur auf mich übertragen? Man kann diesen Film auch ohne psychoanalytische Selbstfindungsmotivation anschauen, aber ein Fan von Jim Jarmusch sollte man schon sein, damit sich die spröde Magie des Filmes auch entfalten kann.
Georg Giesebrecht |
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B-Girl – Tanz um dein Leben
Universum Film |
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Coole Tänzer, heißer Sound |
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Angel ist drauf und dran, in ihrer schwarzen Macho-Umgebung in Brooklyn als weiße Breakdancerin so richtig durchzustarten, da dreht ihr Ex-Lover durch, ersticht Angels Freundin und verletzt sie selbst schwer. Angels Mutter flieht mit ihrer Tochter aus New York zur Oma nach Los Angeles. Dort erholt sich Angel von dem Überfall, setzt aber alles daran, so schnell wie möglich wieder an die Ostküste zurückzugehen. Doch als sie die „Flavor Kings“ kennen lernt, eine Tanz-Crew von fünf Jungs, die dringend noch Verstärkung für den nächsten großen Battle brauchen, da vergisst Angel zum ersten Mal New York und bewirbt sich eindrucksvoll an ihrem neuen Dancefloor. Sie bekommt die Chance, es allen in L.A. zu beweisen, dass sie zur Elite der B-Boys und B-Girls gehört. Soweit die ohne großen Pathos erzählte Geschichte von Angel, deren nicht gerade intaktes Familienleben – alleinerziehende, trinkende Mutter – zwar etwas arg zusammengestrickt wirkt, aber eh nur den nötigen Rahmen abgibt für das eigentliche Geschehen in diesem Film: die tollen Tanzszenen mit unglaublichen Choreographien und einem starken Soundtrack! Hauptdarstellerin Julie ‚Jules’ Ulrich tourt seit Jahren quer durch die Staaten und hat sich in unzähligen Battles zu einem wahren B-Girl hochgetanzt. Aber dieses Filmdebüt zeigt: Sie besitzt auch schauspielerische Qualitäten, die sie wohl zukünftig noch abseits des Dancefloors unter Beweis stellen kann. Eine gute Dreiviertelstunde Bonusmaterial liefert noch viele weitere geile Tanzeinlagen.
Georg Giesebrecht |
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Holocaust
Die Geschichte der
Familie Weiss
Polyband |
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Zeitlos wichtig, zeitlos sehenswert |
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Vor genau 30 Jahren lief im deutschen Fernsehen eine US-Fernsehserie, die seinerzeit bereits im Vorfeld der Ausstrahlung für ein immenses Aufsehen und kontroverse Diskussionen sorgte und die auch heute noch als eines der wichtigsten Kapitel der TV-Geschichte gilt: der Vierteiler "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss". Keine Sendung hatte bis dahin die deutsche Bevölkerung in diesem Ausmaß aufgerüttelt und emotional bewegt, da nie zuvor anschaulicher dargestellt wurde, was Rassenfanatismus, Gleichgültigkeit und Herzlosigkeit Menschen antun können. Der persönliche Leidensweg einer Familie kann eine wesentlich tiefere Erschütterung hervorrufen als eine anonyme, nicht fassbare Zahl von 6 Millionen Opfern. Nicht allein deshalb war die Serie so bedeutend; erstmalig wurde in der Nachkriegszeit derartig in den Medien und in der Öffentlichkeit über den Genozid an den europäischen Juden ernsthaft diskutiert, und sogar an Schulen wurde der Film vorgeführt und diskutiert. Der Film erzählt die Geschichte der Judenverfolgung und -vernichtung unter den Nationalsozialisten am Beispiel zweier (fiktiver) Familien, der "arischen" Familie Dorf sowie der jüdischen Arztfamilie Weiss, deren Schicksale auf tragische Weise miteinander verbunden wurden. Der Jurist Erik Dorf wird unter dem Einfluss seiner ehrgeizigen Frau zum persönlichen Schergen des SS-Chefs Heydrich, steigt später zum Sturmbannführer auf und entwickelt sich während seiner Nazikarriere zu einem "ausgebildeten" Massenmörder. Währenddessen erfährt die Familie Weiss die zunehmende Bedrohung seitens der Nationalsozialisten, weigert sich jedoch, ihr Heimatland zu verlassen. 1938 werden sie Opfer erster brutaler Übergriffe, mit katastrophalen Folgen für einige Familienmitglieder. So werden das Ehepaar Weiss und ihr Sohn Karl, verheiratet mit der "Arierin" Inga Helms, nach Erlass der Nürnberger Gesetze und der sog. Reichskristallnacht in das Konzentrationslager Buchenwald und nach Polen deportiert. Ausgezeichnet wurde "Holocaust" unter anderem mit 8 Emmy Awards (dem TV-Oscar) sowie 2 Golden Globes, und der Erfolg ebnete den Weg für die eindrucksvolle Karriere der späteren Oscar-Gewinnerin Meryl Streep, die ja am 22.06.2009 ihren 60. Geburtstag feierte. Darüber hinaus beeindruckten hochkarätige Schauspieler wie James Woods, Rosemary Harris, Ian Holm, Fritz Weaver, David Warner, Nigel Hawthorne, Joseph Bottoms oder Käte Jaenicke durch ihre intensiven Darstellungen. polyband Medien veröffentlichte nun in einer aufwändigen 4-DVD-Box "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss" (Gesamtlaufzeit: 415 Minuten) inclusive englischer Sprachfassung und deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte.
Inhalt:
DVD 1: „Die Hereinbrechende Dunkelheit“ (1935 - 1940) DVD 2: „Die Straße Nach Babi Yar“ (1941 - 1942)
DVD 3: „Die Endlösung“ (1942 - 1944)
DVD 4: „Die Überlebenden“ (1944 - 1945) |
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Nordwand
Bergsteigerdrama
Majestic |
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Starkes Spiel mit kleinen Schwächen |
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Die Geschichte spielt zwei Jahre vor der tatsächlichen Erstbesteigung der Eiger Nordwand, kurz vor den Olympischen Spielen in Berlin. Die Nazis wollen arische Helden sehen, Bergsteiger sind dafür prädestiniert, Heldengeschichten zu liefern – vorausgesetzt sie schaffen es als Erste die berühmt-berüchtigte Wand zu besteigen. Toni Kurz (Benno Fürmann) und sein Freund Andi Hinterstoisser (Florian Lukas) sind aber in diesem Sommer nicht die einzigen Bergsteiger, die sich an der „Mordwand“ versuchen. Neben den beiden Kletter-Assen aus Berchtersgarden nimmt zeitgleich eine österreichische Seilschaft mit Willy Angerer (Simon Schwarz) und Edi Rainer (Georg Friedrich) den Kampf gegen den Berg auf. Unter den Zuschauern des Spektakels befindet sich auch der nazitreue Berliner Journalist Arau (Ulrich Tukur) und die Volontärin Luise (Johanna Wokalek), Tonis Jugendliebe. Anfangs scheint alles gut zu laufen für die beiden Seilschaften, aber dann schlägt das Wetter um, ein Steinschlag trifft Willy am Kopf, Rückzug ist angesagt. Ein dramatischer Kampf ums Überleben beginnt, und Luise hält es nicht mehr an ihrem Fernrohr am Grand Hotel. Sie will den Mann, den sie immer noch liebt, retten.
Kein Happy End, keine strahlenden Helden und keine glücklichen Liebenden in diesem packenden, gut gefilmten Drama, das weniger in der bergsteigerischen als in der zeitgeschichtlichen Darstellung ein paar Schwächen aufweist. Denn unsere Helden in spe werden mal kurz im Vorbeigehen zu Rebellen gegen das Regime stilisiert, indem sie die „Heil Hitler!“-Grüße der Kameraden mit „Servus!“ beantwortet haben wollen. Die ganze Last des Nazi-Hintergrunds trägt der schmierig-schleimige Journalist Arau, diese Rolle füllt Ulrich Tukur aber ganz grandios aus, man möchte ihn stellvertretend für die arme Luise und einige der von ihm belästigten Gäste des Grand Hotels ohrfeigen für seine Unverschämtheiten. Übertroffen wird er von dem intensiven Spiel der Theaterfrau Johanna Wokalek, die hoffentlich noch öfter auf der Leinwand und damit auch vom Heimkinosessel aus zu sehen sein wird.
Das etwa einstündige Bonusmaterial zu dem knapp zweistündigen Hauptfilm kann sich sehen lassen. Neben dem Making Of und einer Auswahl an rausgeschnittenen Szenen gibt es einen kurzen Film über das Filmteam, das den Eiger erklimmt. Im Audiokommentar hören wir Benno Fürmann und Regisseur Philipp Stölzl.
Georg Giesebrecht |
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Jacques Cousteau Edition 
Seine großen Kinofilme
& die Geheimnisse des
Meeres, Teil 1 & 2
Pierrot le Fou Filmvertrieb |
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Der Pionier |
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Für heutige Fernsehzuschauer und Kinogänger sind spektakuläre Naturfilme oft gar nichts Besonderes mehr. Aufwendige Produktionen, die tolle Bilder aus den entlegensten Winkeln der Erde zeigen, finden aber trotz der Konkurrenz aus Internet, Computerspiel und Actionfilm noch immer viele Freunde, wie zuletzt die Geschichten um Pinguine, Eisbären oder ?Unsere Erde" bewiesen haben. Was aber im heutigen High-Tech-Zeitalter als selbstverständlich hingenommen wird, hat seine technischen Ursprünge in der grauen Vorzeit, als es noch keine Computer gab und Fernsehen noch ein Luxusvergnügen für die reichen Nachbarn war. Der wohl wichtigste Pionier auf dem Gebiet des Unterwasserfilms hieß Jacques-Yves Cousteau, ihm widmet der Münchner Filmvertrieb Pierrot le Fou eine eigene Edition, bestehend aus drei DVD-Boxen, die Anfang September auf den Markt gekommen ist.
Jacques Cousteau hat von Mitte der 60er Jahre an 13 Jahre lang ein millionenfaches Publikum mit seiner Fernsehserie ?Geheimnisse des Meeres" regelmäßig an den Bildschirm gefesselt. Der ehemalige Korvettenkapitän hat schon in den 30er Jahren mit selbst entwickelten Kameras und Gerätschaften erste Unterwasserfilme gedreht und Tauchroboter sowie Forschungs-U-Boote entwickelt. Mit einem umgebauten Minensuchboot zog er 1951 von der südfranzösischen Mittelmeerküste los, um die Weltmeere zu erforschen. Bei den Expeditionen der ?Calypso" entstand nicht nur das Material für die TV-Serie ?Geheimnisse des Meeres", Cousteau und sein Team drehten auch Spielfilme, von denen drei auf einer der Boxen zu finden sind: Die Schweigende Welt (1956) war der erste Dokumentarfilm der in Cannes die Goldene Palme und im Jahr darauf sogar noch den Oscar gewinnen konnte; einen zweiten Oscar gab es für ?Welt ohne Sonne" (1964), den zweiten Film der Kino-Edition. Die dritte Produktion ?Reise ans Ende der Welt" (1976) führte Cousteau und seinen Sohn als erstes Forscherteam in die Unterwasserwelt der Antarktis, er ist bisher nicht in Deutschland veröffentlicht worden. Neben diesem erstmals hierzulande zugänglichen Spielfilm findet sich auf der Cousteau-Edition auch weiteres bisher unveröffentlichtes Bildmaterial.
Mit den zeitlos schönen und auch nach heutigen Maßstäben immer noch spektakulären Bildern von den jahrelangen Expeditionen des Meeresforschers weckt diese Edition das ökologische Bewusstsein beim Zuschauer für das verletzliche Ökosystem Meer, denn das ist nicht nur nach Tankerunglücken gefährdet. Der Mann mit der roten Mütze war nicht nur ein Pionier auf dem Gebiet der Tiefseeforschung, er gehörte auch zu den ersten Menschen, die sich für ökologische Belange einsetzten; lange bevor es Umweltverbände gab, machte Cousteau mit der Kamera in der Hand Lobbyarbeit für bedrohte Tierarten in den Meeren dieser Welt.
Georg Giesebrecht |
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Control
Filmbiographie über
Ian Curtis
Capelight Pictures |
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Intensives Spiel, starkes Debüt |
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Anton Corbijn war bis vor kurzem hauptsächlich als Musikfotograf und -videoproduzent von Bands wie U2, R.E.M. oder den Stones bekannt. Im Januar 2008 lief sein erster Spielfilm erfolgreich in den deutschen Kinos. „Control“ ist eine eindrucksvolle filmische Annäherung an Ian Curtis, den legendären Sänger von „Joy Division“, der sich einen Tag vor der geplanten ersten US-Tour der Band 23-jährig erhängte.
Regisseur Corbijn kannte Ian Curtis persönlich, eines seiner ersten Foto-Shootings in England hatte der Holländer mit der Band an einer U-Bahn-Haltestelle. Er erinnert sich daran, dass sein Englisch damals noch so schlecht war, dass er auch gar nicht wusste, wovon Ian in seinen Liedern sang. Aber ihm war klar, dass es um schwerwiegende Dinge ging, einfach wegen der Art, in der sie gesungen wurden. Die Nähe zur Musik von Joy Division spiegelt sich auch in Corbijns Film wider: In düsterem Schwarz-Weiss fängt er Bilder einer unfreundlichen Umgebung ein, in der Ian Curtis aufgewachsen ist, in der er früh seine Debbie geheiratet und eine Tochter mit ihr bekommen hat. Dass der Mann nicht glücklich war, das bringt Sam Riley als Ian Curtis unglaublich echt auf die Leinwand. Man muss sich mal die alten Videos der Band anschauen, da gibt es beeindruckende Ähnlichkeiten, ohne dass Riley’s Spiel wie eine aufgesetzte Kopie des echten Curtis wirkt. Es sind vielmehr auch die vielen Zwischentöne, die die Ausweglosigkeit dieses genialen, depressiven, an Epilepsie erkrankten jungen Musikers zeigen, sein hilfloses Schweigen im Angesicht seiner verzweifelten Frau, und auf der anderen Seite die wenigen Momente, in denen er ganz er selbst sein kann, nämlich auf der Bühne mit seiner Band, in seiner Musik…
Nicht nur das intensive Spiel von Sam Riley und Samantha Morton (als seine Frau Debbie) machen dieses starke Regiedebüt so sehenswert, es sind auch die ruhigen Bildfolgen, die gänzlich unspektakuläre Darstellung der Lebensumstände Ende der 70er in und um Manchester, die uns Ian Curtis, diese so gar nicht heldenhafte, wichtige Stimme des Post-Punk noch einmal ganz nahe bringen. Ende Mai hat Capelight Pictures den Film auf DVD herausgebracht, es gibt sie als Single-Edition mit einem Audiokommentar des Regisseurs und als Special-2-DVD-Edition mit Making-Of, Konzertszenen und Interviews. |
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Gespräche mit Gott
nach dem Bestseller von Neale Donald Walsch
TAO Cinemathek |
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Innerhalb kürzester Zeit verliert der erfolgreiche Geschäftsmann Neale Walsch (beeindruckend dargestellt von Henry Czerny, der übrigens den Doktor Briggs in "Der Exorzismus von Emily Rose" spielte) seine Frau, seinen Job, seine Wohnung und seine Gesundheit. Bald findet er sich dort wieder, wo er sich selbst nie vermutet hätte, als Obdachloser auf einem Campingplatz an einem See in Oregon. Er lernt, sich mit dem Sammeln von Pfanddosen über Wasser zu halten und als es dann durch ein Jobangebot als Radio-DJ wieder aufwärts zu gehen scheint, bekommt er den endgültigen Dämpfer, als der Sender pleite geht und er vor verschlossenen Studiotüren steht. Am Boden zerstört schreibt er wütende Briefe an Gott und bekommt eines Tages durch eine innere Stimme tatsächlich auch Antwort. Damit beginnt die Wende in seinem Leben.
Obwohl der Film sich erst einmal wie ein Werbeclip für eine christliche Vereinigung anfühlt und man sich in die sehr mainstreamig erzählte Geschichte zunächst schwer einlassen kann, entwickelt sich nicht zuletzt durch die gute schauspielerische Leistung von Henry Czerny eine sehenswerte Umsetzung des millionenfach verkauften gleichnamigen Buches von Neale Donald Walsch. Neben der einfachen Version kommt am 13. Juni auch eine Premium DVD-Edition auf den Markt mit fast vier Stunden Bonusmaterial, zu dem auch ein längeres Interview mit dem Autor über seine Lebensphilosophie gehört. Dass der Film sich über ein halbes Jahr in den deutschen Kinocharts erfolgreich behaupten konnte, liegt sicher nicht nur an der Empfänglichkeit vieler Menschen für die Thematik, die Walsch anspricht, da hat auch die solide Arbeit des Oscar-prämierten (?Hinter dem Horizont") Regisseurs und Produzenten Stephen Simon ihren Teil dazu beigetragen.
gegi |
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A Scanner Darkly
Animations Drogen-Drama
Warner Brothers |
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Paranoider Comic (S)Trip |
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Der 1982 verstorbene Autor Philip K. Dick ist bei Science-Fiction-Fans
kein Unbekannter. Viele seiner Werke wie Blade Runner, Total Recall
oder Minority Report fanden bereits erfolgreich den Weg auf die Leinwand.
Deutsche Kinofans mussten auf die Verfilmung seines autobiographisch
veranlagten Werkes „A Scanner Darkly“ lange warten, doch
vor wenigen Wochen erschien es endlich auf DVD.
Das Amerika der Zukunft ist den Drogen verfallen, genauer gesagt einer
Droge, Substance D. Dieses Zeug, was Heroin aussehen lässt wie
Kopfschmerztabletten, überflutet das Land und macht hochgradig
abhängig. Um es mit den Worten eines Junkies zu sagen, entweder
man ist drauf oder man hat es nie probiert.
Im Mittelpunkt steht der Drogenfahnder mit dem Decknamen Fred (Keanu
Reeves), dessen wahre Identität mittels eines so genannten Jedermanns-Anzug
(im englischen Scrambler Suit) verborgen bleibt. Dies ist auch besser
so, denn im wahren Leben heißt Fred Bob Actor und ist selbst
Substance D verfallen. Er lebt mit zwei nicht minder abhängigen
Freunden und seiner Freundin Donna (Winona Ryder) in einem heruntergekommenen
Haus.
Die Probleme nehmen ihren Lauf, als Bob Actor verdächtigt wird,
der Kopf eines Drogen-Rings zu sein und schon wird Fred auf sich selbst
angesetzt …
A Scanner Darkly ist ein unglaublich vielschichtiger Film, Fans von
Popcorn- und Mainstream Kino werden an diesem Werk keine Freude haben.
Wer sich nicht voll und ganz auf die Dialoge (davon gibt es wirklich
sehr viele) und die Handlung einlässt, verliert schnell den roten
Faden in diesem sehr beklemmenden und optisch imposanten Film, der
seine volle Wirkung erst nach zweimaligem Anschauen entfalten kann.
Die Optik spielt in diesem Film eine sehr große Rolle: Zuerst
wurde der Streifen mit realen Schauspielern abgedreht, dann wurde
das so genannte Rotoscoping Verfahren eingesetzt, sprich die Illustratoren
haben 18 Monate lang Bild für Bild nachcoloriert; das Ergebnis
ist ein unglaublich cooler Comic-Look, ohne den viele Ideen, insbesondere
der Jedermanns-Anzug, nicht umzusetzen wären.
Wer vor einer komplexen Story nicht zurückschreckt und kein Action-Feuerwerk
erwartet, kann hier bedingungslos zugreifen und bekommt einen sehr
gesellschaftskritischen Film. Bitterer Beigeschmack beim Abspann,
denn da flimmern die Widmungen über den Bildschirm: An Freunde
des Autors, die den Drogentod starben oder ihr Leben mit schweren
Psychosen in Anstalten fristen.
Andreas Aschenbrenner |
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DVD-Tipp des Monats:
Flutsch und Weg
Animationskomödie
Paramount/DreamWork Animation
VÖ: 24.Mai |
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| Charme, Witz & Liebe zum
Detail |
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Das müssen spaßige
Vögel sein, die Leute von DreamWorks, die schon „Shrek“
und „Wallace und Gromit“ zum animierten Leben erweckten.
Diesen Verdacht legt zumindest das neueste Kunststück aus ihrem
Haus nahe. „Flutsch und Weg“ erzählt die Geschichte
des verwöhnten, aber einsamen Mäuserichs Roddy, der im
Londoner Luxusviertel Kensington residiert. Das angenehme Leben
ändert sich schlagartig, als er während eines Kurzurlaubs
seiner Menschen unerwarteten Besuch vom prolligen Sid bekommt, einem
unangenehmen Artgenossen. Der übernimmt gleich das Kommando
in der Wohnung und spült Roddy sogar die Toilette runter in
die Unterwelt des Abwassersystems. Dort lernt der unfreiwillig Gestrandete
die toughe Rita kennen, eine charmante Schnodderschnauze und unternehmungslustige
Piratin. Was die beiden da unten im Kampf gegen durchgeknallte Ninja-Frösche
an mäusehaarsträubenden Abenteuern erleben, das ist eine
rasant erzählte, mit unglaublich vielen Details und Anspielungen
gespickte Actionkomödie. Darüber hinaus mutiert der gute
Roddy vom hilflosen Snob zum alltagstauglichen Helden und eine charmant
integrierte Liebesgeschichte darf auch nicht fehlen.
Die heimlichen Helden in „Flutsch und Weg“ sind jedoch
die singenden Nacktschnecken mit ihren fulminanten Kurzauftritten.
Ihnen räumt der umfangreiche Bonusteil mehr Platz ein als der
Hauptfilm; es gibt Musikvideos mit den tierischen Sangeskünstlern,
lustige Spiele und außerdem Interviews mit den Schauspielern,
die den Trickfiguren ihre Stimmen liehen. Im Original sind das Stars
wie Hugh Jackman und Kate Winslet, in der deutschen Version sind
Ralf Bauer als Roddy und Jessica Schwarz als Rita zu hören.
Prädikat: Tolle Unterhaltung
für Animationsfreunde jeden Alters.
gegi |
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