„Freiburg Stimmt Ein“ bietet 100 Bands, 17 Plätze und eine Überraschung STADTGEPLAUDER | 17.05.2018 | Till Neumann | 416 mal gelesen

Die Stadt wird zur Riesenbühne: Beim Mitmachfestival „Freiburg Stimmt Ein“ (FSE) werden am 10. Juni rund 100 Acts auf 17 Plätzen auftreten. Die größte Bühne steht auf dem Platz der Alten Synagoge. Dort wartet auch eine Überraschung, versprechen die Veranstalter.

200 Bands haben sich für das 8. FSE beworben, berichtet Organisator Stefan Sinn bei der Pressekonferenz am heutigen Donnerstag. Rund 100 Acts hat er mit Freiburgs Popbeauftragtem Tilo Buchholz und weiteren Kennern ausgewählt. Sie werden am Sonntag, 10. Juni, von 14 bis 22 Uhr in Freiburg zu hören und sehen sein. Die 17 Standorte sind über das Stadtgebiet verteilt, der größte von ihnen ist der Platz der Alten Synagoge. Nicht mehr dabei sind Colombi Park, Stühlinger Kirchplatz und Seepark, berichtet Sinn.

Der Festival-Macher plant dieses Jahr etwas kleiner, da das Budget knapp ist und Sponsoren abgesprungen sind. Zudem ist Matthias Gänswein nicht mehr Teil des Orgateams. „Wir müssen massiv sparen“, betont Sinn. Vergangenes Jahr habe man ordentlich draufgezahlt. Auch weil stärker als sonst auf Gastronomie gesetzt wurde. Davon möchte er dieses Jahr wegkommen. „Weniger Konsum, mehr mitmachen“, fasst der FSE-Chef zusammen.

Neben Musikern können sich auch soziokulturelle Initiativen präsentieren. Rund ums Thema Nachhaltigkeit, Gemeinwohl und Umwelt werden im „Transformation Camp“ 30 bis 40 davon im Eschholzpark zu sehen sein. So sollen Kräfte gebündelt und mehr Sichtbarkeit geschaffen werden. Zudem ist geplant, am Abend des 9. Juni im Rahmen der Nachhaltigkeitstage den Film „Tomorrow“ zu zeigen. Wahrscheinlich im Cinemaxx, teilt Sinn mit.

„Das Festival hätte mehr verdient“

Das Gesamtbudget des Festivals schätzt Sinn auf etwa 10.000 Euro. Dazu steuert das Rathaus einen Zuschuss von etwa 4.000 Euro bei, berichtet Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Zudem gebe es „ein paar Hundert Euro“ aus dem Topf der Nachhaltigkeitstage. „Die Förderung ist unzureichend, das Festival hätte mehr verdient“, betont von Kirchbach. Er findet FSE „eine ganz tolle Sache, ein Festival für die ganze Stadt“.

Mit der Detailplanung wie dem Künstler-Lineup ist Sinn etwas in Verzug. Anders als bei den Pressekonferenzen der Vorjahre ist da noch nicht alles unter Dach und Fach. Der Stilmix und die Qualität sollen jedenfalls hoch sein, versichert er. Es habe Anfragen aus Nah und Fern gegeben – auch aus Berlin, Frankfurt oder Leipzig, obwohl Künstler beim FSE ohne Gage spielen. Der Schwerpunkt liege dennoch auf regionalen Bands, versichert Sinn. Und gesteht ein: „Die Auswahl ist manchmal schmerzhaft.“

Die Bühne auf dem Platz der Alteny Synagoge wird vom Uniradio „Uni FM“ betreut. Deren Leiterin Ragna Plaehn verspricht eine „Überraschung“. Was genau, will sie aber noch nicht verraten. Nur so viel: Es hat mit Musik zu tun und es sei ein Weile unklar gewesen, ob es funktioniere. Weitere Bühnen werden unter anderem von der Freiburger Blues Association, dem Roma-Büro, dem SWR-Jugendsender DasDing und der Jazz und Rock Schule betrieben. „Das ist auch für uns die Gelegenheit, zu zeigen, was hier musikalisch alles geht“, sagt deren Leiter Christian Pertschy. Er unterstützt das Festival von Anfang an und schätzt die Auftrittsmöglichkeiten für junge Musiker.

Foto: © Nils Boeddingmeier
Motiv: Die Band „Fatcat“ im Jahr 2016 bei Freiburg Stimmt Ein im Eschholzpark