Kino-Tipp: Father Mother Sister Brother – Unsichtbare Bande 4Film | 24.02.2026 | Erika Weisser
In seinem neuen, bei der Biennale di Venezia 2025 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Film zerlegt Jim Jarmusch den Begriff – und das Wesen – der Familie in schmerzhafteste Einzelteile. Dazu komponiert er drei Geschichten, die um oft distanzierte Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren Eltern kreisen.
Jede Geschichte fokussiert jeweils eine Beziehung – zum Vater, zur Mutter, zu Geschwistern – und zeigt Menschen an den Wendepunkten ihrer Leben, an denen Nähe genauso schmerzt wie Distanz. Bei den gnadenlos präzisen Beschreibungen der von großartigen Schauspielern bestens in Szene gesetzten Begegnungen werden verpasste Chancen ebenso sichtbar wie Dinge, die nie ausgesprochen wurden und dennoch alles bestimmen. Oft über Generationen hinweg.
Ein leiser, zugleich trocken humorvoller und latent melancholischer Film über die Unmöglichkeit, Familie ganz zu verstehen. Und über die Notwendigkeit, es dennoch immer wieder zu versuchen.
Father Mother Sister Brother
USA, Irland, Frankreich 2025
Regie: Jim Jarmusch
Mit: Tom Waits, Charlotte Rampling u.a.
Verleih: Weltkino
Laufzeit: 110 Minuten
Start: 26. Februar 2026
Foto: © Weltkino









