Buch-Tipp: Vom Versuch, eine Brezel gerade zu biegen – Persönliche Zeitgeschichte 4Literatur & Kolumnen | 21.11.2025 | Erika Weisser

Buchcover

Sie ist 1930 geboren – und 2025 frisch verliebt: Die „sehr rege“, in einer Freiburger Seniorenresidenz lebende Mutter des Autors hat bei der täglichen Schachpartie mehr als nur die Spielkunst ihres neuen Nachbarn ins Herz geschlossen. Jedenfalls lächelt sie vielsagend, als der 73-jährige Sohn nach ihren Erfolgen beim einstigen Lieblingsspiel fragt.

Auf Fragen nach anderen Ereignissen aus ihrem langen Leben erhält er offenere Antworten: Bereitwillig trägt sie viel Neues zu dem bei, was er schon weiß. So entsteht das authentische Porträt einer „eigensinnigen und herzensguten“ Frau, die als Tochter des Hausacher Dorfbecks im Kinzigtal aufwuchs und sich, wie die Brezeln in Vaters Bäckerei, nie geradebiegen ließ: Als einziges Mädchen besuchte sie die Realschule in der Nachbarstadt, allein zog sie nach Freiburg und absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester, für immer distanzierte sie sich, als sie von den Verbrechen der Nazis erfuhr, von deren Ideologie.

Ein bemerkenswertes Porträt und ein Stück Zeitgeschichte der REGIO.

Buchcover
Vom Versuch, eine Brezel gerade zu biegen

von Klaus Ruch
Verlag:
Gmeiner, 2025
284 Seiten, Paperback
Preis: 20 Euro