Das „bierernste“ chilli-Horoskop: Die Schlaf-Edition von Hobby-Astronaut Philip Thomas 4Literatur & Kolumnen | 29.10.2023 | Philip Thomas
Morgens bin ich immer müde…Vor lauter Erschöpfung sieht chilli-Orakel Philip Thomas schon Sterne. Nach mehr oder weniger fokussiertem Studium der Himmelskörper verrät er, wie es um unsere Zukunft so steht.

Der Sommer ist vorbei. Die Tage werden kürzer, die Schatten länger und die Augenringe tiefer. Dein Körper schüttet mehr „Schlafhormon“ Melatonin aus. Das große Gähnen beginnt – und das ist wirklich ansteckend. Dabei reichen dir eigentlich vier Stunden Schlaf pro Tag. Nachts brauchst du halt das Dreifache.

Die Frage deines neuen Stechers, was so deine Vorlieben im Bett sind, hast du salopp mit „Ausschlafen“ beantwortet. Er hat daraufhin geprahlt, er schlafe wie ein Baby. Jetzt bist du dir unsicher, ob du ihn wirklich bei dir übernachten lässt: Er wacht also alle zwei Stunden auf und heult?

Du wirst oft mit einem Faultier verglichen. Dabei schlafen diese Tiere in freier Wildbahn bloß etwa zehn Stunden täglich. Angemessen wäre eine Parallele zu einem Koala. Um ihre Nahrung zu verdauen, pennen die Beutelsäuger nämlich schon mal bis zu 20 Stunden am Tag. Den Rest verbringen sie mit der Suche nach Sexualpartnern.

Du kannst mal wieder nicht einschlafen. Typisch. Dabei klappt‘s tagsüber im Büro doch ganz wunderbar? Schäfchen zählen soll helfen, hast du gehört. Die Methode funktioniert bei dir aber eher schlecht als recht: Du zählst sogar bis drei. Manchmal musst du aber auch bis halb vier zählen.

Einschlafen ist bei dir jedes Mal ein Kampf. Dabei wollen vier Stimmen in deinem Kopf eigentlich in Ruhe nächtigen. Die fünfte fragt sich bloß: Haben Zebras eigentlich schwarze oder weiße Streifen? Warum gewinnen Hellseher nie im Lotto? Haben Pinguine eigentlich Knie? Wieso enthält Eigelb mehr Eiweiß als das Eiweiß? …

„Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume.“ Von derlei Weisheiten auf Kalenderspruch- und Wandtattoo-Niveau hast du ja noch nie besonders viel gehalten. Du behauptest: „Träume soll man nicht aufgeben.“ In diesem Sinne: Noch mal umdrehen und nur noch fünf Minuten.

Lederjacke, Sonnenbrille, Zigarette hinterm Ohr. In hippen Bar konntest du die coole Fassade noch aufrechterhalten. Nun ist dein abgeschleppter One-Night-Stand trotzdem irgendwie entsetzt: Du schläfst noch mit einem Teddybären im Bett?! Wo bitte soll McSchnuffels denn sonst nächtigen? Etwa auf dem Sofa?

Und schon wieder kannst du nicht schlafen. Warme Milch, Spaziergang, Baldrian. Wirklich alles hast du schon probiert. Dabei ist die Lösung so einfach: Stelle dir einfach vor, der Wecker würde in fünf Minuten klingeln. Zu keinem Zeitpunkt … ist dein Bett weicher und … wärmer und …. Zzzz.

Betten sind regelrechte Zeitmaschinen. Das einzige Problem: Richtig funktionieren die Kojen in der Regel nur nachts. Legst du dich tagsüber auch nur kurz in die Falle, machst du fünf Stunden später völlig verballert die Augen wieder auf und fragst dich, wo oben und unten ist und welches Jahr wir haben.

Früh ins Bett gehen ist was für Langweiler, Spießer und alte Leute. Echte Kerle und Mädels hauen sich um 21 Uhr aufs Sofa, dämmern dann drei, vier Stunden vor sich hin, ehe sie völlig zerknautscht die viel zu laute Glotze ausschalten, den letzten Schluck warm gewordene Cola trinken und gerädert in die Kiste fallen.

Selbst zur Ruhe zu kommen und abends einzuschlafen ist manchmal nicht ganz einfach. Kinder ins Bett zu schicken ist noch mal eine ganz andere Herausforderung. Die neueste Regel in deinem Haushalt lautet daher: Wer angeblich nicht müde ist, kann auch sein Zimmer aufräumen.

Du hoffst, das Zeitliche eines Tages im Schlaf segnen zu können. Also genau wie dein Opa – der hat einfach die Augen geschlossen, ist friedlich eingeschlafen und dann nie wieder aufgewacht. Und nicht so wie seine vier völlig hysterischen Mitfahrer damals.
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