Berühmter Doppelgänger: das ist Freiburgs Terence Hill 4Literatur & Kolumnen | 20.11.2025 | Till Neumann
Hat den gleichen Namen: Der Freiburger Terence Hill heißt wie der berühmte Schauspieler-Kollege von Bud Spencer
Die Filmhelden Bud Spencer und Terence Hill sind weltberühmt. Der Freiburger Lehrer und Kulturveranstalter Terence Hill (34) wurde nach dem charmanten Sprücheklopfer des Duos benannt. Sein Name sorgt regelmäßig für Verwirrung. Er bringt aber auch so manch überraschenden Vorteil mit sich.
„Fand ich super cool“
„Mein Vater meinte: Wenn man Hill heißt und einen Sohn erwartet, gibt es nur eine Option. Bud Spencer und Terence Hill waren damals ja total Kult. Mein Vater hat das gerne geschaut. Auch ich habe als Kind mit meiner großen Schwester die Filme geschaut. Terence Hill fand ich super cool. Einfach weil er so ein kleiner Chaot war. Ich wollte so sein wie er, hatte aber gar nicht gecheckt, dass er heißt wie ich.
Erst mit 10 oder 11 Jahren habe ich realisiert, dass ich nach ihm benannt bin. In der 8. oder 9. Klasse meinten Lehrerinnen häufiger: Ah, du heißt wie der berühmte Schauspieler. Die wilden Geschichten kamen aber erst mit dem Berufsleben.
„Hey, mich gibt’s“
Bei meiner jetzigen Schule habe ich mich zweimal per Mail beworben. Ich habe auch angerufen, bin persönlich hin, um zu sagen: Hey, das bin ich, mich gibt’s. Aber ich bin nur bis ins Sekretariat vorgedrungen. Der Schulleiter dachte, die Bewerbung sei Spam und hat sie zweimal gelöscht. Erst als ein Arbeitskollege ihm sagte „Hey, den gibt es wirklich“ hat es geklappt.
Ich versuche mich bei Bewerbungen immer persönlich zu zeigen, damit sie merken: Das ist nicht irgendein digitales Scherzdokument, da steht wirklich ein Mensch vor uns. Bei meinem vorherigen Arbeitgeber hatte die Bewerbung zwar geklappt, aber an meinem ersten Arbeitstag war keiner vorbereitet. Im Dienstplan stand: Terence Hill kommt. Alle dachten, das sei ein Scherz.
Kontrolleur ist gnädig
Auch am Telefon war es schwierig: Ich habe es öfters, dass ich den vollen Namen sage und sie aggressiv oder amüsiert reagieren und einfach auflegen. Sie sagen: Sorry, ich habe Besseres zu tun, als mich verarschen zu lassen. Also stelle ich mich erst mal nur mit Hill vor.
Ich habe mal kurz drüber nachgedacht, meinen Namen zu ändern. Er bringt Hürden mit sich, aber ich finde ihn cool und lebe gut damit. Einmal hatte ich beim Bahnfahren mein Semesterticket vergessen. Der Schaffner wollte meinen Ausweis sehen und meinte: Wer Terence Hill heißt, dem kann man keine Strafe geben. Bei anderen kriege ich was kostenlos oder so.
Zu Tränen gerührt
Eine der wildesten Geschichten habe ich als Moderator erlebt. Als ich in Corona-Zeiten eine Slam-Veranstaltung übernommen habe, die nicht gut lief, dachte ich: Ich muss alle Register ziehen. Aufs Plakat habe ich daher geschrieben: moderiert von Terence Hill. Irgendwann hat mich jemand angesprochen, dass er mehrmals da war, um Terence Hill zu sehen. Der sei nie aufgetaucht. Er war zu Tränen gerührt, als er realisiert hat, dass ich Terence Hill bin.
Direkten Kontakt mit dem Schauspieler hatte ich nie. Als Schüler habe ich ihm mal eine Mail geschickt. Die blieb unbeantwortet. Und als er mal in Worms war, um einen Film zu zeigen, stand ich in Armweite neben ihm. Eine Freundin hatte das organisiert.
„Sie haben den Job“
Seine Filme kenne ich nicht auswendig. Aber bei fast jedem Bewerbungsgespräch muss ich fast nur über Bud Spencer und Terence Hill reden. Also gehe ich vorher auf Wikipedia, um mich vorzubereiten. Eine Personalchefin hat mal gesagt: ‚Sie heißen Terence Hill, wir können ja gar nicht anders als sie einzustellen. Sie haben den Job.‘ Das ist amüsant, aber auch ein bisschen unfairer Wettbewerb für die anderen.“








