Zusammen bleiben – Die Menschenmischerin 4Literatur & Kolumnen | 06.05.2024 | Erika Weisser

Buchcover: Zusammen bleiben

Immer, wenn Claudia ihre geliebte Großmutter Mari besucht, rennt sie in deren geöffnete Arme „wie ein Pfennig in einen Magneten“. Sie fühlt sich glücklich und aufgehoben bei dieser Frau, die wie keine andere „die Kunst der Worte“ beherrscht. Und die Kunst, unterschiedlichste Menschen an einen Tisch zu bringen.

Dabei überzeugt Mari nicht nur mit wunderbaren selbst gebackenen Kuchen und unter mitreißendem Gelächter vielsprachig erzählten Geschichten ihrer ungarischen Familie, mit der sie bis 1939 in Bratislava lebte. Sie verbreitet auch eine derart ansteckende Liebe, dass selbst verfeindete Familienmitglieder wie ihr mit der Nachkriegsordnung hadernder deutscher Ehemann Ludwig und ihr stets rebellischer Bruder Péter einander aushalten.

Als Kind spürt Claudia nur eine Missstimmung zwischen den beiden, schnappt ab und zu gehässige Worte auf, die sie nicht versteht. Später findet sie heraus, dass Ludwig überzeugter Nazi und Péter beim antifaschistischen Widerstand in der Slowakei war. Wie es der „Menschenmischerin“ Mari gelang, dass die „Familie der besonderen Worte“ zusammenblieb, erzählt die Freiburger Autorin in ihrem gerade erschienenen Roman. Und liest daraus: „Kultur wider das Vergessen“, 9. Mai, 16 Uhr, Bürgerhaus Zähringen.

Buchcover: Zusammen bleiben

Zusammen bleiben
von Sylvia Schmieder
Verlag: Edition Federleicht, 2024
326 Seiten, Broschur
Preis: 18 Euro