„Hart, tief, schwer“ – Metal-Band Finsterforst spielt in Wacken 4Musik | 29.07.2026 | Till Neumann
Mystischer Metal aus dem Schwarzwald. Das gibt’s bei Finsterforst. Seit mehr als 20 Jahren sind sie aktiv. Am 1. August treten die sieben Musiker beim Wacken-Festival auf. Wie es dazu kam, erzählt Bandleader Simon Käflein (40).
Am 31. Juli kommt ihr neues Album „Still“ raus. Am 1. August wird’s laut: Dann tritt Finsterforst beim Wacken Open Air auf. Wie sie das geschafft haben? „Endlich haben die Veranstalter uns mal wieder zugelassen“, sagt Käflein und grinst. „Wir sind heiß drauf und haben Bock!“
Schon 2013 ist die Band in Wacken aufgetreten. „Eine hammer Erfahrung und super Resonanz“, erinnert sich Käflein. Die Band gibt es noch deutlich länger: Seit 2004 ist Finsterforst am Start, hat über Jahre den Sound weiterentwickelt.
Ihren Stil bezeichnen sie als Black Forest Metal. „Hart, tief, schwer, brachial, aber auch melancholisch, sehr melodisch“, beschreibt Käflein. Nicht immer klang das so rau. „Die Musik war 2004 noch einfacher, flotter und schneller“, erinnert er sich. Zudem experimentieren sie mit Klängen – auch ein Akkordeon, Synthesizer oder Chöre sind mal zu hören.
Nicht zu übersehen ist das schlammige Bühnenoutfit. „Das hat keine tiefe Bedeutung“, sagt Käflein. Die Idee sei ihnen früh gekommen, bis heute lasse sie das Gimmick nicht los.
Auffällig zudem: die musikalischen Anlehnungen an die Band Rammstein. Der Song „Stille Nacht“ erinnert in Sachen brachialer Stimmlage, düsteren Sounds und dunkler Zeilen an die deutsche Gruppe. Als Vorbilder will Käflein sie nicht bezeichnen, er höre deren Musik aber gern: „Hier und da fließt sicherlich mal was mit in unsere Musik rein.“
Finsterforst hat eine Vorliebe für lange Tracks. Auf „Still“ geht einer über 24 Minuten. Ihr Wunsch: Hörer·innen sollen sich dafür Zeit nehmen. Doch das sei heute selten. „Alles wurde zu ungeduldig, zu schnell und hastig – die scheiß sozialen Medien spielen da sicherlich mit eine Rolle“, so Käflein. Daher gibt es auf dem Album auch kürzere Tunes.
Wie es nach Wacken weitergeht? Die Band möchte Festival-Gigs an Land ziehen für 2027. Der Platte „Still“ darf der Sturm folgen.
Foto: © Oliver König









