Immer weniger Fachkräfte: Bis 2035 Jahren könnten hunderttausende Pfleger fehlen News & Trends | 03.01.2019 | f79

Sich um andere kümmern, Menschen helfen und einen Job haben, bei dem man wirklich gebraucht wird – Pflegeberufe sind eigentlich eine tolle Sache. Trotzdem wollen immer weniger Menschen in der Pflege arbeiten. So werden einer aktuellen Analyse zufolge in absehbarer Zeit so viele Fachkräfte fehlen, dass weder Fachfremde noch längere Arbeitszeiten das ausgleichen können.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat es ausgerechnet: Im Jahr 2035 wird es in Deutschland rund 270.000 Pfleger zu wenig geben. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr Fachkräfte gebraucht werden, die in Pflege- und Gesundheitsberufen arbeiten. So ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland allein in den vergangenen vier Jahren ist um fünf Prozent angestiegen. Hauptgrund ist, dass die Gesellschaft immer älter wird.

Ein anderer Grund, warum so viele Fachkräfte fehlen werden – und auch heute schon fehlen – ist, dass viele Menschen keine Lust haben, in der Pflege zu arbeiten. Schließlich sind Berufe im Pflegebereich oft körperlich sehr anstrengend und geistig belastend. Außerdem kritisieren viele Menschen, dass diese so wichtigen Berufe nicht gut genug bezahlt werden. So hat das BIBB nun herausgefunden, dass aufgrund der schlechten Löhne immer mehr Menschen, die in der Pflege ausgebildet wurden, den Beruf wechseln werden. Nicht nur die Bezahlung spielt dabei eine Rolle, auch die Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen müssten verbessert werden, fordert das Institut. So stünden neben einer besseren Bezahlung vor allem mehr Anerkennung und eine verbesserte Work-Life-Balance bei den Berufstätigen oben auf der Wunschliste.

Auch die Politik hat dieses Problem erkannt und versucht, mit neuen Maßnahmen dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. So sollen etwa vermehrt Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben werden. Da es aber nicht in vielen Ländern eine Ausbildung gibt, die sich mit der deutschen vergleichen lässt, müssen diese Mitarbeiter erst anerkannt werden – was oft recht langwierig ist.

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