Expedition zum Mars – Freiburger Studis testen selbst gebaute Roboter Featured | 31.03.2026 | Jannis Jäger
Es ist ein buntes Treiben: Der Roboterwettbewerb markiert den Abschluss des Wintersemesters an der technischen Fakultät.
Hügel, Krater, Staub – so stellen sich die meisten Menschen die Oberfläche des Mars vor. Anfang Februar verwandelte sich das Foyer der Technischen Fakultät der Universität Freiburg in eine kleine Marslandschaft. Rund 350 Studierende verschiedener Disziplinen traten beim System-Design-Projekt-Roboterwettbewerb gegeneinander an und schickten ihre selbst entwickelten Robotik-Systeme auf einen anspruchsvollen und mit einiger Fantasie gestalteten Parcours.

Es war das große Finale des Wintersemesters: Die Teams aus bis zu vier Personen konnten sich in einem Wettbewerb messen, der Kreativität, technisches Know-how und Teamgeist verlangte. Monatelang hatten die
Studierenden konstruiert, programmiert und getestet – nun konnten sie zeigen, wie gut ihr Roboter Hügel erklimmt, seiner Route folgt und Hindernisse erkennt.
Die Studierenden fieberten dem Ganzen schon seit längerem gespannt entgegen. Einige hatten viele Stunden auf der Test-Bahn zugebracht, um sich vorzubereiten. Und auch Koordinatorin Marina Krause meinte im Vorfeld, sie freue sich auf ein „spannendes Event – mit Robotern, die fast wie Marsrover durchstarten“.

Jeder der Roboter sah sich mit insgesamt zwölf Hindernissen konfrontiert. Sie stellten Sensorik, Mechanik und Software der kleinen Rover auf die Probe. Dabei blieben einige kleine Pannen nicht aus. Hier und da löste sich eine Kette von einem Fahrzeug oder ein Sensor war falsch eingestellt, so dass der Roboter nicht mehr der Bahn folgte und sich stattdessen im Kreis drehte oder aus Versehen umkehrte. Nicht wenige hatten Probleme, alle Stationen zu absolvieren. Das Ablegen des roten Balles in den dafür vorgesehenen Korb am Ende des Parcours blieb für viele ein unerreichtes Ziel.
Ein so komplexes System wie einen Roboter zu konstruieren, ist eine vielseitige Herausforderung. Die Teams setzten sich daher aus Studierenden unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Vertreten waren angehende Ingenieure, Informatiker und SSE-ler. Also solche, die ihr Studium im Bachelor of Science Sustainable Systems Engineering absolvieren. Jedes neue Team wurde von Professor Stefan Rupitsch, der am Mikrofon die Moderation übernahm, gefragt: „Wer hat denn programmiert?“
»Herzblut in Design und Konstruktion«

Erkennbare Freude hatten die Studierenden dabei, den kleinen Robotern ein individuelles Design zu verpassen. Da war plötzlich ein Roboter als Findus aus der bekannten Kinderbuchreihe verkleidet. Ein anderer funkelte im Licht, weil er von unzähligen Glitzersteinchen bedeckt war. Die Startnummer Neun, mit dem Namen „Khanivore“, spielte während der Fahrt die Melodie des „Imperial March“ aus Star Wars. Der Kreativität des technisch ausgebildeten Nachwuchses waren in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt. Es freue ihn, zu sehen, wie viel Herzblut die Teilnehmenden in Design und Konstruktion der Roboter steckten, erklärte Rupitsch. „Ich bin erneut begeistert von der Arbeit der Studierenden“, so der Professor.
Und wer genau hinschaute, entdeckte auch auf dem Parcours selbst solche kleinen Spielereien: Das eine oder andere Alien stand da am Streckenrand oder eine kleine Modellrakete – Humor gehörte hier ebenso dazu wie Ingenieurskunst.
Roboter, die den Parcours bereits absolviert hatten, wurden im Foyer des Gebäudes ausgestellt und konnten von Interessierten noch im Nachhinein aus nächster Nähe begutachtet werden. Gleich daneben konnten Besucher in einer Vitrine prämierte Roboter aus vergangenen Wettbewerben bewundern – gefertigt aus besonderen Materialien, ausgestattet mit filigranen Sensoren oder clever konstruierten Greifarmen.
Neben dem lustigen Live-Spektakel des Parcours gab es zudem einen Livestream auf YouTube – wie bei einem professionellen Sportereignis.









