Genuss mit Stil – Hotel Schloss Hornberg Featured | 19.01.2026 | Reinhold Wagner
Umgeben von einem weitläufigen Park rund um den historischen Bergfried, hoch über dem Gutachtal im Herzen des Schwarzwaldes thront das Hotel Schloss Hornberg.
Ob kostümiertes Rittermahl mit Kellerführung und buntem Unterhaltungsprogramm im festlichen Spiegelsaal oder Einkehr in den stilvoll renovierten Räumlichkeiten des Restaurants – auf Hotel Schloss Hornberg darf sich jeder Gast fühlen, als würde er eine kleine Zeitreise unternehmen. Die Spuren führen zurück bis ins tiefste Mittelalter, die Küche aber zeigt sich freundlich, modern und weltoffen.
Hoch oben über der Stadt Hornberg im Gutachtal prangen auf einem markanten Felssporn weithin sichtbar die Überreste der Burg. Von dort aus genießen Wanderer und Ausflügler eine grandiose Aussicht über das Tal, die Stadt und deren Vorzeige-Bauwerke wie das Viadukt der Schwarzwaldbahn und die Bühne der Freilichtspiele. Direkt zu Füßen der Burgruine liegt das Hotel Schloss Hornberg. Es wurde erbaut auf einem Teil der ursprünglich weitläufigen Schlossanlage und im Jahr 1897 im Stil der Belle Époque eröffnet. Seither erlebten die oberirdischen wie unterirdischen Gemäuer und Räumlichkeiten eine wechselvolle Geschichte.

Die Gastgeber: Monika und Carsten Finke mit ihren beiden Kindern.
Als Monika Finke, gelernte Restaurantfachfrau und Managerin mehrerer Hotels, im Jahr 2003 gefragt wurde, ob sie nicht das Hotel pachten wolle, musste sie nicht lange überlegen – sie sagte sofort zu. Kurze Zeit später lernte sie ihren heutigen Mann Carsten kennen. Das Paar übernahm 2012 das Hotel als neue Eigentümer. Carsten Finke wurde 2017 Küchenchef und legte drei Jahre später erfolgreich die Prüfung zum Küchenmeister ab.
Seither hat sich das Restaurant der feinen badischen Küche verschrieben, modern interpretiert und bereichert durch die Einflüsse des international besetzten Teams. So profitiert der Küchenmeister heute von der vielseitigen Genuss- und Geschmackswelt seiner Auszubildenden, die aktuell aus dem Irak und Marokko stammen, ebenso wie von den Ideen seiner thailändischen Mitarbeiter. Deren Küche wird auch schon Mal ein ganzer Thai-Monat gewidmet. Im Gegenzug lernen die Azubis voneinander und vom Chef alle Fertigkeiten und Raffinessen der badisch-internationalen Küche und des professionellen Service. Monika Finke wiederum weist sie in die Welt des Hotelfachs ein. Als Gastgeberin verantwortet sie alle Bereiche außerhalb der Küche – und sorgt dafür, dass sich Gäste und Team gleichermaßen wohlfühlen.

Im elegant renovierten Restaurant „Augusta“: kleine Zeitreisen gehören im Schloss Hornberg zum Service dazu.
„Eine Perle mit historischem Charme“
Zwei Kinder machen die Familie Finke komplett. Direkt nach Übergang der Anlage in ihren Besitz standen die ersten umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an. Carsten Finke erinnert sich: „Dach und Fassade waren in einem schlechten Zustand. Seitdem wurde jedes Jahr im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter renoviert und erneuert, und das Hotel entwickelte sich zu einer Perle mit historischem Charme.“ So wurde im Frühjahr 2023 das Restaurant vollständig modernisiert und zugleich ein geschichtlicher Bogen zu einer ehemaligen Bewohnerin des Schlossbergs geschlagen: Augusta von Thurn und Taxis. Die Adlige lebte in den 1780er Jahren in Hornberg – genaugenommen war sie im Schloss interniert – und gab dem neuen Restaurant „Augusta“ den Namen. Von dort spannt sich der Weg weiter über mehrere kleinere bis mittlere Tagungs- und Veranstaltungsräume bis hin zum herrschaftlichen Spiegelsaal, der großen Gesellschaften vorbehalten ist. Oberirdisch bieten die vielseitig nutzbaren Räumlichkeiten stilvollen Genuss und beeindruckende Ausblicke. Unterirdisch warten hingegen die geschichtsträchtigen Kellergewölbe mit liebevoll restaurierten Details auf neugierige Gäste. Eine Treppe führt hinab in die historischen Gewölbe und in den zum „Verlies“ ausgebauten Keller, der im Rahmen von Führungen, etwa beim Rittermahl, miteinbezogen wird.

Beim Rittermahl im Spiegelsaal.
Historie mit Kostümen, Musik und Genuss
Das Rittermahl, das an jedem ersten Samstag im Monat zelebriert wird, beginnt mit der Einkleidung, einer Führung durch die historischen Gewölbe und der Vorstellung der Gaukler und Musiker, die den Abend begleiten. Den Höhepunkt bildet ein mehrgängiges Menü im festlichen Spiegelsaal des Hauses. Im Laufe des Jahres veranstaltet Familie Finke eine ganze Reihe besonderer Events und Arrangements, die teilweise auch Übernachtungen miteinschließen. Ob Tagungen, Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten – alles lässt sich individuell nach Wunsch gestalten. Und auch der ganz normale Tagesgast, der den Weg über einen der beschilderten Themen- und Wanderpfade – wie etwa den rund um das berühmte „Hornberger Schießen“ – ins Schloss findet, ist jederzeit herzlich willkommen. Die Küche verwöhnt mit À-la-carte-Gerichten, saisonalen Besonderheiten, speziellen Themenwochen, Gourmet-Menüs sowie einer Vesperkarte. Darüber hinaus steht ein reichhaltiges Frühstücks-Büffet auch Nicht-Hotelgästen offen.
Für unser Rezept des Monats hat der Küchenmeister seine eigens kreierten Maultaschen aus grobem und feinem Brät ausgesucht, die in unterschiedlichen Kombinationen zu den beliebtesten Klassikern auf der Speisekarte zählen.
Info
Hotel Schloss Hornberg
Auf dem Schlossberg 1
78132 Hornberg
Tel.: 07833/96550
schloss-hornberg.de
Öffnungszeiten:
Frühstück: Täglich 7–10.30 Uhr
Küche: Sonn- und feiertags 12–14 Uhr
sowie täglich außer Mi. 17.30–21 Uhr
Mi. 12–21 Uhr Vesperkarte
Rittermahl: Jeden 1. Samstag im Monat
ab 19 Uhr (nur bei Reservierung!)
Rezept des Monats
Vom Restaurant Schloss Hornberg

Maultaschen mit zweierlei Brät
Teig
1 kg Mehl
340 g Grieß
12 Eier
3–4 TL Salz
6 EL Öl
Grobes Brät
500 g Schweinefleisch (Schulter)
500 g Schweinebauch (ohne Schwarte)
1 Knoblauchzehe
100 ml Mineralwasser
18 g Salz
3 g weißer Pfeffer
2 g Koriander
2 g Muskat
evtl. Pökelsalz
Feines Brät
400 g Schweineschulter
200 g Schweinerückenfett
200 g Schweinebauch
50–200 ml Eiswasser
18 g Salz
2,5 g schwarzen Pfeffer
1 g Piment
Jeweils 1 Prise Ingwerpulver, gemahlener Kardamom und Zitronenabrieb
Mehl, Salz und Grieß in eine Schüssel geben. Eine Mulde bilden und die Eier zugeben. Von außen nach innen zu einem glatten Teig kneten. Öl einarbeiten, dann den Teig zu einer Kugel formen, oben kreuzweise einschneiden und etwas auseinanderziehen. In Folie einpacken und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Für das grobe Brät das Fleisch schneiden und würzen. Mit der 3,5er-Scheibe wolfen (oder mit der Küchenmaschine grob anmixen) und lange kneten. Für das feine Brät das Fleisch in kleine Stücke schneiden und für 1–2 Stunden in den Gefrierschrank geben. Das gekühlte Fleisch in einer Küchenmaschine kuttern. Gewürze sowie nach und nach das Eiswasser hinzugeben, bis die Masse breiig ist. Beide Bräts, nach Geschmack mit gekochtem und gewürztem Blattspinat, gebratenem Speck und angedünsteten Zwiebelwürfeln, zusammenkneten.
Den Nudelteig dünn ausrollen und in 25 cm breite Bahnen schneiden. Brät auf den Teig streichen. Oben ca. 1 cm frei lassen und mit Eigelb bestreichen. Teigbahn zweimal von unten nach oben rollen und den letzten Zentimeter mit dem Eigelb andrücken. Mit einem Holzlöffelstil die Maultaschen in der gewünschten Breite abdrücken und mit einem Messer durchschneiden. In kochendes Salzwasser geben und 20 Minuten ziehen lassen.
Die Maultaschen mit geschmelzten Zwiebeln in einer Brühe oder mit dunkler Bratensauce servieren.









