Mehr Zündstoff für Freiburg – Fair-Fashion-Modegeschäft eröffnet zweiten Laden Featured | 25.05.2022 | Johanna Stortz

Innenansicht des Fair-Fashion-Modegeschäft

Mit einem Onlineversand hatte 2006 alles angefangen. Heute betreiben die Gründer Mathias Rau (44) und Sascha Klemz (44) zwei faire Fashion-Läden in Freiburg. Ihr erstes Geschäft an der Moltkestraße 31 fokussiert sich nun ganz auf Kleider. Der Schwerpunkt des zweiten an der Belfortstraße 27 liegt auf Schuhen, Socken und Rucksäcken.

Anfangs wollten die Zündstoff-Gründer faire und ökologische Kleidung auf den Markt bringen, die ihnen gefällt. 2006 gingen sie mit der Idee ins Netz. 2008 professionalisierten sie den Onlineshop, vier Jahre später eröffneten sie das Modegeschäft an der Moltkestraße. Seit 2014 können sie gut davon leben. „Wir dachten, dass die Bedingungen in der Textilindustrie ein heiß diskutiertes Thema sind“, sagt Klemz. Sie fanden, dass sie „eine zündende Idee“ hatten. Stoff liege bei Textilien zudem nahe.

Seit dem 1. April gibt es den zweiten Standort an der Belfortstraße 27. Der Zufall habe es so gewollt: „Wir hatten nicht vor, in der Corona-Krise einen zweiten Laden aufzumachen. Wir dachten, dass das erst mal noch ein bis zwei Jahre Zeit hat“, berichtet Klemz. Dann wurde ein paar Häuser weiter ein Laden frei. Sie nutzten die Gelegenheit. Schuhe, Socken und Rucksäcke sind der Schwerpunkt des neuen Standorts. Bisher seien sie eher untergegangen. Es fehlte der Platz.

Mathias Rau (l.) und Sascha Klemz

Mut in der Krise bewiesen: Mathias Rau (l.) und Sascha Klemz haben mit einem Onlineshop angefangen. Nun bereichern sie den stationären Handel gleich doppelt.

Eine Erweiterung in Corona-Zeiten war schwierig: „Natürlich mussten wir einen Kredit aufnehmen, um den Laden einzurichten und das Sortiment aufzustocken“, sagt Klemz. Einfach sei die Pandemie nicht gewesen: „Im letzten Frühjahr wusste ich nicht, ob es uns im Winter noch geben wird.“ Dank treuer Kunden und dem Onlineshop hätten sie die Krise aber ganz gut überstanden.

Zündstoffs Kund•innen sind altersmäßig bunt gemischt. Doch eins haben sie laut Klemz gemeinsam: „Ich glaube, dass sich viele, die zu uns in den Laden kommen, schon mal mit dem Thema nachhaltige Textilien auseinandergesetzt haben beziehungsweise zumindest etwas mit den Begriffen fair und bio anfangen können.“ In den vergangenen Jahren hat sich Zündstoff auf Jeans spezialisiert. Grund dafür seien die guten Lieferanten. Hier könne das Team auch seine Kernkompetenzen ausspielen. „Wir versuchen, die Leute gut zu beraten und sie nicht im Laden allein zu lassen, vor allem nicht vor unserer großen Jeanswand.“ 

Neben Jeans gebe es für einen so kleinen Laden ein großes Sortiment. Circa 900 Teile sind in den Regalen. Das Angebot wechsle teilweise saisonal. Basic-Shirts bekommt der Kunde ab 15 Euro, Sweatshirts ab 60 Euro, Schuhe und Jeans ab 100 Euro.

Gerade die Hosenvielfalt würde Zündstoff von anderen abheben. „Wir haben tatsächlich mit Abstand die größte Auswahl an nachhaltigen Jeans in Freiburg. Ich würde vermuten, wahrscheinlich sogar in ganz Süddeutschland“, sagen die Betreiber. Und wie ökologisch ist das? „Bei uns sind alle Sachen sowohl aus nachhaltigen Materialien als auch unter kontrollierten Arbeitsbedingungen hergestellt“, erklärt Klemz. „Die meisten Marken von uns sind in bestimmten Bereichen sehr innovativ.“ Diese würden sich nicht auf dem „ja, das ist jetzt aus Biobaumwolle“ oder „ja, das ist jetzt unter guten Arbeitsbedingungen produziert worden“ ausruhen, sondern versuchten, führend in ihrem Bereich zu sein.

Fotos: © Jonas Conklin