Zukunfts(t)räume im Altbau – Am 28. Februar öffnet das komplett sanierte Augustinermuseum mit einem Festprorgramm seine Tore und neue Themenbereiche Featured | 24.02.2026 | Erika Weisser

Augustinermuseum Kreuzgang: Wo einst Mönche wandelten, gibt es mit dem neuen Museumscafé auch heute Gelegenheit zum Verweilen

Was lange währt, wird endlich eröffnet: Die insgesamt 21 Jahre dauernde und sehr kostspielige Sanierung des Augustinermuseums steht vor dem Abschluss. Am 28. Februar beginnt für das ehemalige Konventgebäude eine neue Zeit: Dann werden sämtliche Museumsbereiche für alle Besucher zugänglich sein.

„Jede*r willkommen“ heißt es auf der Einladung zu dem lang erwarteten und mit einem vielfältigen Programm sowie vor allem durch die Arbeit vieler am Bau beteiligter Firmen und Handwerker gut vorbereiteten Festwochenende am 28. Februar und 1. März. Und das ist wörtlich zu nehmen: Eine Woche lang, bis zum 8. März, ist der Eintritt in das denkmalgeschützte, doch mit viel technischem Aufwand hochmodern und großzügig gestaltete sowie komplett barrierefrei ausgestattete Haus mit seinen 2900 Quadratmetern Ausstellungsfläche kostenlos.

Eröffnet werden die neuen Räume außer von Oberbürgermeister Martin Horn auch von Ulrich von Kirchbach, der in seiner Funktion als Kulturbürgermeister fast seine gesamte Amtszeit lang eng mit dem von vielen Überraschungen und Volten, aber auch von großer Spendenbereitschaft begleiteten Sanierungsprozess verbunden war. Es wird seine letzte große Amtshandlung sein; nach 24 Jahren im Rathaus geht er am 1. April in den Ruhestand.

Das Museum, das sich nach den Worten von Direktorin Jutta Götzmann im Lauf der Sanierung zunehmend selbst als kulturhistorisches Kunstwerk offenbarte, das in seinem Innern Kunst und Kultur beherbergt, wird durch die neuen Ausstellungsflächen um einige Themenbereiche erweitert und in seiner Gestalt spürbar verändert: Auf vier Etagen werden Besucher·innen ein deutlich breiteres und vielfältigeres kulturelles Angebot erleben als bisher; dazu kommt ein verstärkter Medieneinsatz sowie durch viele interaktive Angebote neue Formen der Beteiligung und Vermittlung. Und eine deutliche Öffnung nach außen.

Augustinermuseum

Protest und Revolution: In der neuen Themenstrecke werden Ursache und Wirkung des Bedürfnisses nach Veränderung untersucht.

Das wird besonders in dem neuen Themenbereich „FREI_Raum“ erlebbar: An diesem Ort der Begegnung und des gemeinsamen Gestaltens entwickelt das Museum zusammen mit unterschiedlichen Akteur·innen aus Freiburg und der Region Ausstellungen, Projekte und Ideen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen aufeinander und entwerfen neue Perspektiven – immer mit Blick auf die Stadt und ihre Menschen. Der FREI_Raum umfasst drei Bereiche, die sich gegenseitig ergänzen: Ein Ausstellungsraum mit jährlich wechselnden Themen, eine Werkstatt für Kreativität und einen Filmraum für vertiefende Einblicke.

Freiraum für Begegnung, Dialog und Kreativität

Die erste Sonderausstellung, die dort stattfindet, wird ebenfalls am 28. Februar eröffnet: „Zukunfts(t)räume“ heißt sie und sie erzählt die wechselvolle Geschichte des Hauses – vom Kloster über die Nutzung als Kartoffellager und Theater bis zum heutigen, zeitgemäßen Museum. Bis zum 21. Februar 2027 gibt es hier reichlich Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Etwa über gesellschaftliche Veränderungen – und wie ein Museum als lebendiger Ort darauf reagieren soll.

Treppenhaus Augustinermuseum

Filigraner Metallbau: Die Kleinodientreppe als skulpturales Verbindungselement fügt sich präzise in das denkmalgeschützte Ensemble ein.

Mit dieser Frage setzt sich übrigens eine ganze neue Dauer-Themenstrecke auseinander: „Protest und Revolution“ ist sie benannt, und sie zeigt die Ursachen für das Streben nach Veränderung – oder auch Verhinderung –, die die gesellschaftliche und kulturelle Landschaft in der Region prägten. Anhand zahlreicher interaktiver Protestschilder und anderer Exponate wie dem Heckerhut oder einem Porträt von Che Guevara geht die Reise von aktuellen Bewegungen wie den Fridays for Future oder den Anti-AKW-Aktionen in Wyhl über die Freiburger Studentenrevolten der 1960er-Jahre zurück bis zu den Verhältnissen, die zur niedergeschlagenen Revolution von 1848/49 in Baden führten. Ein besonderes Licht wird dabei auch auf die Rolle der Frauen geworfen.

Das gilt auch für die neue Porträtgalerie im Südgang: Da die Hälfte der Menschheit – und der Freiburger Bevölkerung – aus Frauen* besteht, ist ihnen nun ein eigener und sehr zeitgemäßer Bereich mit 80 jüngst entstandenen Porträts der Freiburger Fotografin Britt Schilling gewidmet. Sie zeigen Momentaufnahmen „unserer pluralistischen Stadtgesellschaft mit ihrer starken Frauenkultur“, wie es im erläuternden Saaltext heißt.

Augustinermuseum

Stadtgeschichte wird überall im sanierten Augustinermuseum sichtbar gemacht.

Eine weitere Bereicherung für das Augustinermuseum ist der sehr facettenreich dargestellte Themenbereich „Schwarzwald“ und die Unterbringung des seit einem Jahr geschlossenen Museums für Stadtgeschichte. Und natürlich die Eröffnung eines schönen, hellen und auch ohne Museumseintritt frei zugänglichen Cafés im historischen Kreuzgang mit Zinnengarten im Erdgeschoss.

Fotos: © FWTM/Schwerer, Augustinermuseum/Marc Doradzillo, a2 Metallbau Armbruster, FWTM/Spiegelhalter