Kino-Tipp: Der Fremde – Keine Gefühlsregung Filmtipp | 26.12.2025 | Erika Weisser

Der Fremde

„Jeder Mann, der bei der Beerdigung seiner Mutter nicht weint, läuft Gefahr, zum Tode verurteilt zu werden“. So fasste Albert Camus sein Buch „Der Fremde“ zusammen. Regisseur François Ozon hat nun das 1942 erschienene Meisterwerk des Existenzialismus neu verfilmt und folgt dabei stets dieser beklemmenden Logik.

Der von Benjamin Voisin glänzend verkörperte Buchhalter Meursault führt eine unauffällige Existenz als Buchhalter in einer französischen Firma in Algier. Als er vom Tod seiner Mutter in einem kirchlich geführten Altersheim erfährt, reist er hin und nimmt ohne jede Gefühlsregung Abschied. Tags darauf trifft er eine ehemalige Kollegin am Strand und beginnt eine Affäre mit ihr, ist dabei aber ebenso distanziert wie bei der Beerdigung.

Irgendwann gerät er in die zwielichtigen Geschäfte seines Nachbarn und tötet im Streit den Bruder der arabischen Frau, die dieser zur Prostitution zwingt. Auch dabei – und beim späteren Urteil – wirkt er seltsam unbeteiligt.

Der Fremde
Frankreich 2025
Regie: François Ozon
Mit: Benjamin Voisin, Rebecca Marder u.a.
Verleih: Weltkino
Laufzeit: 122 Minuten
Start: 1. Januar 2026

Fotos: © Weltkino