Lauter neue Kneipen – Diese sechs Gastro-Neulinge bietet die Freiburger Innenstadt GASTRO & GUSTO | 22.11.2025 | Jannis Jäger
Pizza, Party, Pils-Bar – in der Freiburger Innenstadt kommt Leben in die gute Stube. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nachdem in den vergangenen Jahren viel von Club-Sterben, horrenden Mieten, Anwohnerstreits und Pleiten, Pech und Pannen die Rede war, sprießen gerade wieder gastronomische Neueröffnungen wie Pilze aus dem Freiburger Pflaster – ganz der Jahreszeit angemessen. chilli-Redakteur Jannis Jäger hat sich umgesehen.
Augustiner am Platz

Am Augustinerplatz gibt es Fassbier und allerlei Leckereien in bayrischem Ambiente im „Augustiner am Platz“.
Bayrische Wirtshauskultur in Baden: Am Augustinerplatz hat seit Mitte Oktober die gleichnamige Münchener Brauerei eines ihrer urig-bayrischen Wirtshäuser eröffnet. Der Laden bietet 190 Innen-, 140 Terrassenplätze und neben vielerlei Bier-Spezialitäten auch so manches Schmankerl aus süddeutscher Küche.
„Wir wollten schon lange nach Freiburg, das hier war ein Match“, sagt Manuel Zindl, Gebietsverkaufsleiter der Augustiner-Brauerei. Die Karte des Lokals listet einen halben Liter Augustiner Hell vom Fass für 4,70 Euro. Die Maß kostet 7,90 Euro. Aus den Hähnen fließen außerdem Edelstoff, Dunkel und Pils. Dazu kommen Weißbier und alkoholfreie Varianten aus der Flasche. Für Schweinekrustenbraten in Dunkelbiersauce mit Kartoffelknödeln und Krautsalat werden 16,80 Euro fällig. „Jeder soll sich Bier und Braten leisten können“, sagt Projektentwickler Mischa Steigerwald.
Kleiner Meyerhof

Vivien und Vadim Wittmann sind dabei, den Kleinen Meyerhof wieder herzurichten.
Nein, es ist kein Schreibfehler. Vivien und Vadim Wittmann, die bereits den Großen Meyerhof an der Grünwälderstraße schmeißen, übernehmen bald auch das Pendant: den traditionsreichen Kleinen Meyerhof an der Rathausgasse. Die Eröffnung ist für 2027 veranschlagt. „Es hängt ein bisschen auch von der Stadt Freiburg ab“, erklärt Vadim Wittmann, „die Rathausgasse sollte ja komplett aufgerissen und saniert werden.“ Dass derlei Bauvorhaben zeitlich schwer zu kalkulieren seien, beeinträchtige auch ihre Planung. Er schätze Anfang nächsten Jahres werde man das genauer wissen.
Das Konzept bleibt das gleiche: authentisch, gemütlich, mit fairen Preisen. In der Küche setzt Vadim Wittmann auf regional und saisonal. „Von Pfifferlingen bis Wild und dazu noch unsere Maultaschen“, erzählt er. Alles dreht sich um qualitative Klassiker. Die sollen die Gäste auch in dem neuen Restaurant bekommen.
Und die Nachfrage ist da. Der Gastraum des Großen Meyerhofs kann schon lange nicht mehr den ganzen Bedarf abdecken. „Wir schaffen es hier einfach nicht, alle glücklich zu stellen“, erklärt Vadim Wittmann. Firmenfeiern oder dergleichen nähmen sie gar keine an, aus Platzmangel. „Wenn eine Firma mit 20 Personen kommen will, haben wir hier keine Möglichkeit. Dort hätten wir diese Chance, weil es einfach größer ist.“ Die Namen der beiden Restaurants sind also quasi vertauscht. Etwa 100 bis 120 Gäste soll der neue „Kleine“ Meyerhof künftig bewirten können – mit badischer Gastlichkeit und in geschichtsträchtigem Ambiente.
Musikbar Freiburg

Und mit der „Musikbar Freiburg“ ist auch im Untergeschoss des Kornhauses neuer Geist eingekehrt.
Auch im Kornhaus am Münsterplatz kehrt wieder neues Leben ein: In den Räumen des früheren Clubs Schneerot hat die „Musikbar Freiburg“ eröffnet. „Ich mag klare Bezeichnungen“, sagt Armin Schäfer, einer der Inhaber, über die neue Location.
Es soll eine Mischung aus Bar, Club und Wohnzimmer sein. Rund 300 Besucherinnen und Besucher finden hier Platz, die Tanzfläche bleibt dabei bewusst klein. Statt Neonlicht und Lounge-Design setzt das Interieur auf Gelsenkirchener Barock – gemütlich, nostalgisch und ein wenig ironisch. Auch bei den Preisen will Schäfer Maß halten: Ein Aperol Spritz kostet 8,50 Euro. Auf Musikwünsche allerdings reagiert der 65-Jährige nicht. Er meint: „Ich bin lange im Geschäft und mache da keine Kompromisse.“
Casa Ribelle
In Sichtweite des Stadttheaters gibt es eine neue Anlaufstelle für gute Pizza. Und nicht nur irgendeine Pizza. So wie von den Wänden Bud Spencer und Maradona den Gästen auf den Teller linsen, wird klar: Ein Hauch von Neapel weht durch Freiburg. Im Casa Ribelle dreht sich alles um neapolitanisches Flair. Nach einem Altstadtbummel bei mediterranen Köstlichkeiten wieder Kraft tanken oder ein Happen und ein Gläschen in geselliger Runde nach dem Theaterbesuch – an dieser Adresse alles kein Problem. Die Gäste sollen im Casa Ribelle Aperitifs und Cocktails genießen können, erstklassige Pizza essen und einfach etwas von der süditalienischen Lebensfreude aufsaugen.
Oro Zer

An der Rempartstraße hat bereits im September die Café-Bar Oro Zer eröffnet. Abuzer Yurdakul bringt Dolce Vita in die ehemaligen Räume des Salädchens. Tagsüber sollen Gäste mit gutem Kaffee bewirtet werden – über seinen Instagram-Kanal wirbt er mit Espresso für einen Euro – zu späteren Stunden schafft das Angebot an Aperitifen und Weinen die Möglichkeit, den Tag angenehm ausklingen zu lassen. Die Pizza-Karte trägt dazu in nicht unwesentlichem Maß bei.
Eine gute Bar entfaltet ihre besondere Magie in dem Moment, wenn sie gleichzeitig dunkel und hell zu sein scheint. Die gemütlich dämmrige Stimmung im Oro Zer erfüllt diese Kategorie voll und ganz.
Ludvigs

Durch das Ludvigs ziehen bereits die Nachtschwärmer.
Die verwaisten Räume des ehemaligen „Café Légère“ hat Ende September bereits Omar Nazary übernommen und in seinen neuen Laden „Ludvigs“ verwandelt. Hier gibt es ausgesuchtes Fassbier – die Halbe Helles für 4,60 Euro – und eine ungezwungene Atmosphäre. „Wir sind ein Stehausschank“, sagt Nazary. Die Gäste bekommen ihre Getränke auf die Hand und tummeln sich um Stehtische oder draußen auf dem Pflaster vor der Bar, wenn das Wetter es zulässt.
Er sei dazu nach München gefahren, um sich verschiedene Stehausschanke anzuschauen und habe sofort gedacht: Das ist es. Aushängeschild auf der Karte des Ludvigs ist das Chiemsee Helle, daneben gibt es Pils, ein IPA, das besondere Miesbacher Weißbier und einen Saison-Zapfhahn. Aktuell ist noch ein Fass Oktoberfestbier angeschlossen, hier wird es aber regelmäßige Wechsel geben. Für seine hungrigen Gäste hat sich Nazary auch um ein Food-Konzept bemüht. In der Küche des Ludvigs wird bayrisch-badisch gekocht: Fleischkäse, Weißwürste, Maultaschen, Fleischküchle. „Ich hatte schon ewig diese Vision, hier im Bermudadreieck so was in diesem Stil zu machen“, erzählt Nazary. „Eine Kneipe, die gesellig und entspannt ist, die eine gemütliche Atmosphäre bietet, wo man sich unterhalten kann, wo man gute Getränke und Kleinigkeiten zu Essen bekommt.“








