Genuss mit Aussicht – Berghotel Wiedener Eck Restaurants | 15.11.2025 | Marianne Ambs

Wiedener Eck

Atemberaubendes Panorama, frische Bergluft, himmlische Ruhe: Auf über 1000 Metern Höhe liegt das Berghotel Wiedener Eck. Von Freiburg sind es knapp 40 Kilometer, von Todtnau 15, von Staufen kommend geht es ab Münstertal etwa 13 Kilometer in Windungen den Berg hinauf bis zur Wiedener Höhe. 743 Höhenmeter, die sich lohnen – Lorenz und Marie Wissler sind die Gastgeber im Berghotel, dessen Restaurant auch für externe Gäste täglich ab 18 Uhr geöffnet ist.

Die Gaststube ist wie unser Wohnzimmer“, erzählen Lorenz und Marie Wissler am Familien­tisch neben den Gasträumen. „Wir wünschen uns, dass die­se familiäre Atmos­phäre auch bei unseren Gästen ankommt.“ Der kleine Sohn schläft in der Ecke, Hotelgäste schauen herein – Alltag im Berghotel, das die Familie Wissler bereits in vierter Generation führt. Direkt vor der Haustür öffnet sich die Bergwelt des Hochschwarzwaldes. Unten im Tal liegt das Dorf Wieden, die Schwarzwaldgipfel rahmen das Berghotel ein. Oben auf dem Pass verläuft die Grenze zwischen den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach. Wanderer, Radfahrer, Ausflügler machen hier Station. Über die Wiedener Höhe führen sowohl der Westweg als auch der Schwarzwald-Radweg.

Essen Wiedener Eck

Diese Aussicht ist bezaubernd: Auf der Wiedener Höhe ist die Natur der Hauptdarsteller – und Familie Wissler vom Berghotel Wiedener Eck sorgt für den Genuss.

Lorenz Wissler ist hier geboren. Das beschauliche Wieden, das Berghotel – das ist für ihn Heimat. Seine Frau Marie stammt aus Staufen. Das Freiheitsgefühl, die Aussicht und die Ruhe auf der Wiedener Höhe möchte sie heute nicht mehr missen. Lorenz Wissler hat das Kochhandwerk im renommierten „Spielweg“ in Münstertal gelernt. Nach Lehr- und Wanderjahren ist er vor sieben Jahren zurückgekehrt an den Ort, mit dem er seit der Geburt eng verbunden ist. Vor drei Jahren haben er und seine Frau die Regie im Wiedener Eck übernommen. „Die Selbstständigkeit, das war schon immer mein Traum“, sagt Lorenz Wissler. Im Berghotel führt er die Familientradition fort. 2035 ist die Familie Wissler 100 Jahre Gastgeber auf der Wiedener Höhe. „Auf das Jubiläum freue ich mich jetzt schon.“

Marie und Lorenz Wissler

Marie und Lorenz Wissler öffnen ihr „Wohnzimmer“ für die Gäste.

Im Einklang mit der Natur

Das Berghotel ist eine feste Adresse für Gäste aus der Ferne, die Ruhe und Erholung suchen, ebenso wie für Feinschmecker, die heimatverbundene Küche schätzen. Hier kommen Wohlfühlgerichte auf den Tisch, zubereitet aus regionalen Zutaten, mit viel Leidenschaft. Ein Carpaccio vom Weiderind, eine duftende Gartenkräutersuppe, Waldpilze mit Semmelknödel oder eine Roulade vom Wildschwein: die Karte liest sich wie ein Streifzug durch die Region. Einer der Klassiker von Lorenz Wissler ist der Rehrücken – zart, aromatisch, auf den Punkt gegart. Weil verarbeitet wird, was gerade reif und verfügbar ist, wechselt die Karte ständig. Jeden Tag gibt es eine Empfehlung des Küchenchefs. „Stammgäste kommen oft zu uns, ohne zu wissen, was es gibt“, erzählt Wissler und lacht. „Die sagen dann: Koch einfach, was du hast.“

Lorenz Wissler in der Küche

Lorenz Wissler bei der Arbeit: ein Künstler in der Küche.

Das Wild, das auf den Tellern landet, ist vor der Haustür groß geworden. Zum Berghotel gehören rund 1300 Hektar Wald und Wiesen – das Jagdrevier des Hausherrn. „Eigentlich bin ich jeden Tag draußen“, sagt der passionierte Jäger. Frühmorgens oder spät­abends ist Wissler mit seinem Jagdgewehr auf der Pirsch. Rehe, Wildschweine und Gämsen – das Wild, das er erlegt, hat er im Winter gefüttert, beim Aufwachsen beobachtet. „Wir leben hier oben im Einklang mit der Natur.“ Das erlegte Wild wird im Haus zerlegt und verarbeitet. Was nicht direkt auf den Teller kommt, wird haltbar gemacht und landet als Wildschweinschinken aus der hauseigenen Räucherei auf der Karte, kommt als Wildfond in der Küche zum Einsatz oder wird als Lyoner im Glas oder Wildragout verkauft.

Muscheln und Wein

Für seine Wohlfühlküche setzt das Küchenteam im Wiedener Eck auf regionale Produkte und auf Wild aus eigener Jagd.

Natürlich kommen auch Vegetarier im Wiedener Eck auf ihre Kosten. Auf vegane oder Ersatzprodukte wie Hafer- oder Sojamilch verzichtet Wissler allerdings ganz bewusst: „Das entspricht nicht unserem Selbstverständnis.“ Sein Konzept bleibt klar: frische, saisonale Küche, bei der die hohe Qualität der Produkte und ihre handwerklich perfekte Verarbeitung im Mittelpunkt stehen.

Offenheit mit Herz

Gastfreundschaft, die enge Verbundenheit mit der Region und den Menschen hier oben – aber auch Offenheit gegenüber Besuchern von weither – all das ist für die Wisslers Teil ihrer DNA. „Unsere Gäste sollen sich wie zu Hause fühlen“, sagt Marie Wissler und lächelt. „Wir sind eigentlich immer da. Das schätzen unsere Gäste“, ergänzt Lorenz Wissler. Manchmal nimmt er sie sogar mit, wenn er im Winter die Wildtiere füttert. Oder er sammelt müde Wanderer auf und bringt sie mit seinem Pickup zurück ins Berghotel. Auch in der Küche herrscht das Prinzip Offenheit: „Wer Lust hat, kann mir beim Kochen auch mal über die Schulter schauen“, sagt er. Die Schwelle zwischen Gastgeber und Gast, zwischen Küche und Gastraum, ist hier niedrig – genau das macht den Charme des Hauses aus.

Berghotel & Restaurant Wiedener Eck

Auf den Trubel der Stadt verzichten Lorenz und Marie Wissler gerne. Ihr Leben spielt sich auf dem Berg ab, wo Ruhe, Natur und Familie den Takt vorgeben. „Wir vermissen nichts. Für uns kommt zuerst die Familie und dann das Hotel und das Restaurant“, sagt Marie Wissler. „Und die Jagd“, ergänzt ihr Mann mit einem Schmunzeln. Wenn die beiden frei haben, zieht es sie dennoch manchmal hinunter ins Tal: zum Essen in anderen Restaurants der Region, nach Freiburg oder ins Elsass, zu einer Weinprobe bei befreundeten Winzern. „In 20 Minuten sind wir in Staufen, in etwas mehr als einer halben Stunde in Freiburg“, sagt Lorenz Wissler. Ganz so abgeschieden, wie manche glauben, liegt das Berghotel Wiedener Eck eben doch nicht.

Wer im Restaurant der Wisslers einen kulinarischen Abend genießen möchte, sollte allerdings vorher reservieren. „Es wäre schade, wenn Gäste die Fahrt hier hoch auf sich nehmen und dann keinen Platz finden“, sagt Marie Wissler. Und wer nach dem genussreichen Menü mit Weinbegleitung nicht mehr ins Auto steigen will, kann einfach bleiben – in einem der gemütlichen Zimmer des Berg­hotels. Zum Beispiel nach der „Entenparty“, einem Fünf-Gänge-Entenmenü, das im Wiedener Eck vom 21. November bis zum 30. Dezember angeboten wird.

Berghotel & Restaurant Wiedener Eck
Oberwieden 15
79695 Wieden
Tel.: 07673/90 90
www.wiedener-eck.de

Öffnungszeiten:
Täglich ab 18 Uhr
Mo., Di. und Mi. Genießer-Abendmenü
Do. bis So. à la Carte
2. bis 17. November Betriebsferien

Rezept des Monats

Vom Wiedener Eck

Ente mit Rotkraut, glasierten Maronen und Kartoffelknödel

Ente mit Rotkraut, glasierten Maronen und Kartoffelknödel

Für die Ente:

2 küchenfertige Enten (ca. 2,2–2,5 kg)
Salz, Pfeffer
Je 2 Äpfel, Orangen, Zwiebeln
2 TL Majoran

Für das Rotkraut:

1 kleiner Kopf Rotkohl (ca. 1 kg)
Je 1 Apfel, Zwiebel
2 EL Enten- oder Butterschmalz
2 EL Zucker
2 EL Rotweinessig
Je 200 ml Rotwein, Apfelsaft
2 Lorbeerblätter
4 Nelken
1 Zimtstange
Salz, Pfeffer

Für die Maronen:

300 g vorgegarte Maronen
1 EL Butter
1 TL Zucker
100 ml Apfel- oder Quittensaft
1 Schuss Zitronensaft
50 ml Weißwein
Salz, Pfeffer

Für die Kartoffelknödel:

1 kg mehligkochende Kartoffeln
6 Eigelb
50 g Butter
2–3 EL Kartoffelstärke
Salz, Muskatnuss
Semmelwürfel in Butter geröstet

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ente innen und außen waschen, trocken tupfen, mit Salz, Pfeffer, Majoran einreiben. Mit Apfel, Orange und Zwiebel (vierteln) füllen. Öffnung mit Zahnstochern/Küchengarn verschließen. Ente auf ein Gitter über die Fettpfanne legen, Brust nach unten. Ca. 1 Stunde braten, dann wenden (Brust nach oben), weitere 30 Minuten braten. Zwischendurch mit dem Bratensaft übergießen. In den letzten 10 Minuten mit Salzwasser bepinseln und die Temperatur auf 220 Grad erhöhen.

Rotkohl fein hobeln. Zwiebel und Apfel würfeln, im Schmalz glasig anbraten. Zucker zugeben, leicht karamellisieren lassen. Rotkraut dazugeben, mit Essig ablöschen. Mit Rot wein und Apfelsaft aufgießen. Gewürze einlegen. Ca. 1,5 Stunden schmoren, gelegentlich umrühren.

Butter und Zucker in einer Pfanne karamellisieren. Maronen zugeben, kurz wenden. Mit Apfelsaft und Weißwein ablöschen, einkochen lassen, bis sie glänzen. Mit einem Spritzer Zitronensaft abschmecken.

Kartoffeln kochen, noch heiß pellen und durch die Presse drücken. Mit Butter, Eigelb, Stärke, Salz und Muskat zu einem glatten, weichen Teig verarbeiten. Knödel formen – Semmelwürfel in die Mitte geben. In leicht siedendem Salzwasser 15–20 Minuten gar ziehen lassen.

Guten Appetit!

Fotos: © Sergey Federov, Markus Edgar Ruf, Wiedener Eck