Konstante der Menschheit – 30 Museen am Oberrhein widmen sich dem Themenfeld Mobilität, Migration und Heimat Kunst & Kultur | 14.09.2026 | Erika Weisser

Der Bertoldsbrunnen aus der Sicht einer nach Freiburg geflüchteten Ukrainerin Der Bertoldsbrunnen aus der Sicht einer nach Freiburg geflüchteten Ukrainerin

„Zuhause – unterwegs/Ici et ailleurs“ lautet der Titel einer Ausstellungsreihe, die von Herbst 2026 bis Ende 2027 zu sehen ist. 30 Museen aus Baden, der Schweiz und dem Elsass sind daran beteiligt. Zeitlich versetzt präsentieren sie die vielen verschiedenen Teilaspekte des Unterwegsseins. Den Anfang macht am 18. September das Dreiländermuseum Lörrach, Schlusslicht ist das Augustinermuseum in Freiburg: Dort läuft die Sonderausstellung bis zum 19. März 2028.

Es ist nicht die erste gemeinsame inhaltsbezogene Ausstellungsreihe von Museen am Oberrhein. Alle vier Jahre organisieren diese lose in einem grenzüberschreitenden Netzwerk zusammengeschlossenen Häuser ein solches Projekt. Dabei werden historische oder aktuelle Themenbereiche miteinander angegangen und erarbeitet:  2014/15 ging es um den Ersten Weltkrieg, 2018/19 um Revolution und Zeitenwende, 2022/23 um den Rhein. Dieses Konzept ermögliche „Einblicke in drei oft ganz unterschiedliche nationale Perspektiven“, sagt Jan Merk. Er ist Leiter des Dreiländermuseums, bei ihm liegt die Koordination des Netzwerks. Und die Vorbereitung der jeweiligen Überblicks- und Auftaktausstellung, die bei jeder neuen Themenreihe in „seinem“ Haus stattfindet.

Alwin Tölles Foto von einem Neubeginn vor Kriegsruine

Alwin Tölles Foto von einem Neubeginn vor Kriegsruine.

In Lörrach soll bis 18. April 2027 unter dem Motto „Was Menschen bewegt“ daran erinnert werden, dass Mobilität und Migration zu den Konstanten der Menschheitsgeschichte gehören und immer Teil menschlicher Lebenswirklichkeiten waren. Thematisiert werden Aufbruch und Ankommen, Verlust und Neuanfang, Zugehörigkeit und Identität. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden der Uni Freiburg, die laut Merk „ihre Forschung und Perspektiven in die Konzeption einbrachten und den Blick auf historische und aktuelle Fragestellungen erweiterten“.

Zwei Freiburger Museen sind am Projekt beteiligt, allerdings erst ab Frühjahr 2027: Im Augustinermuseum startet am 17. April die Schau „Verlust, Aufbruch, Zukunft – Ukrainer*ìnnen  in Freiburg“. Und vom 1. Mai bis 8. August gibt es im Haus der Graphischen Sammlung eine zusammen mit der Staufender Außenstelle des Badischen Landesmuseums organisierte Ausstellung mit Fotografien von Alwin Tölle, Titel: „Heimat, Propaganda, Krieg“.

Eine Straßenszene aus Lörrach.

Eine Straßenszene aus Lörrach.

Zuvor gibt es noch einige andere Highlights: So wird im Markgräfler Museum in Müllheim ab 20. September das „Klingende Schnoogeloch“ präsentiert, eine Sound­installation, basierend auf einer Wanderung des Soundkünstlers Rolf Killius von Basel nach Straßburg. Und im Hafenmuseum Basel wird ab 23. Oktober ein derzeit durch das Niedrigwasser brisantes Thema behandelt: „Familie auf dem Schiff. Unterwegs daheim sein“. Schließlich widmet sich das Musée Bartholdi in Colmar ab Februar 2027 dem Leben von Auguste Bartholdi, dem Erfinder der Freiheitsstatue, die selbst in der Trump-Ära am Hafen von New York immer noch Einwanderer begrüßt.

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Fotos: © Dreiländermuseum Lörrach