Die Selbsteinlader: Wie sich „Die letzte Reihe“ aufs Heroes Festival gebracht hat Musik | 06.09.2023 | Till Neumann
Stehen auf Alkohol und
„Abriss“: Die Freiburger Rapper
Amadeus79 (von links), Joshii289,
Kacksen und Daany.
Vier Rapper. Ein Lieblingsthema: Alkohol. Die Freiburger Crew „Die letzte Reihe“ ist bisher nur wenigen ein Begriff. Doch am 8. September treten die 20-Jährigen beim „Heroes Festival“ an der Messe auf. Wie sie sich dazu selbst eingeladen haben, erzählen Kacksen und Amadeus79 im Interview mit chilli-Redakteur Till Neumann.
chilli: Ihr seid „Die letzte Reihe“. Wie kamt ihr zusammen?
Amadeus79: Eigentlich durchs Abi. Wir haben 2021 dafür einen Schlager gemacht. Das war unser erster Song, er heißt „Abitur saufen“. Das war noch sehr schlecht produziert. Daraus hat sich das entwickelt.
Kacksen: Wir saßen alle in Reli in der letzten Reihe. Eigentlich war es nur so ein Joke: Lass mal ’nen neuen Abitur-Schlager bringen. Irgendwie geht der alte auf den Sack. Dadurch hat sich das zum Rap entwickelt, was eigentlich nie geplant war.
chilli: Wie kam das Ding an?
Amadeus79: Bei der Abifeier kam der Song dreimal vom DJ. Alle sind abgegangen.
chilli: Ihr habt nicht live gespielt?
Kacksen: Wir haben noch nie live gespielt. Der Plan ist, das erste Mal auf dem Heroes Festival in Freiburg aufzutreten. Davor brauchen wir genug Probe, dass wir da abreißen können.
chilli: Seit wann macht ihr Musik mit dem Anspruch, was zu reißen?
Kacksen: Eigentlich noch nie. Ich sehe mich ein bisschen als Witz, als ernsten Witz. Und ich glaube, das ist genau die Kunst. Auch darüber sind wir aufs Heroes gekommen.
chilli: Auf dem Tisch stehen Williams und Wasser. Was trinkt ihr heute Morgen?
Kacksen: Nur Wasser. Wahrscheinlich auch, weil er normalerweise nicht vor 11 Uhr aufsteht (zeigt auf Amadeus79).
chilli: Habt ihr schon mal einen Track gemacht, in dem es nicht um Alkohol geht?
Kacksen: Ja. Ein paar ernstere, die nicht wirklich Gehör gefunden haben. Alkohol zieht besser (lacht).
chilli: Wenn man eure Texte hört, könnte man meinen, ihr seid Alkoholiker. Wie schlimm ist es?
Amadeus79: Geht. Wirklich, jetzt ist es gerade ein bisschen mehr, weil alles mit Uni vorbei ist.
Kacksen: Man muss schon auch die Grundlage sehen: Die Songs entstehen, wenn vier Jungs im Studio zusammensitzen, alle mit einem Bier in der Hand und dann beschließen: Boah, wir haben Bock auf einen witzigen Track und einen geilen Abend. Deswegen ist der Bezug zu Alkohol schon vorhanden. Alkoholiker würde ich uns nicht nennen.
„Das ist aus einem übelsten Joke entstanden“
chilli: „Fahrrad“ war euer erster kleiner Hit. Wie kam es dazu?
Kacksen: Wir standen zu zweit nach dem Fußballtraining an der Ecke und hatten den Anfang dieser Hook: „Ja wir cruisen mit dem Fahrrad, trag den Kasten nur zu zweit / noch ein Wegbier für die Brüder, ja der Kasten wird geteilt.“
chilli: Ihr habt das Heroes selbst eingefädelt. Erzählt mal.
Amadeus79: Das ist aus einem übelsten Joke entstanden. Wir haben gesagt, komm, wir können da mal ein paar Kommentare schreiben. Als alle Künstler announct wurden, hat Kacksen das gephotoshopt und uns selber announct. Dann haben wir angefangen, Storys zu machen.
Kacksen: Wir haben denen jeden Tag oder jeden zweiten ’ne direct Message geschrieben auf Insta. Das haben wir seit Februar durchgezogen.
chilli: Und dann haben sie euch kontaktiert?
Amadeus79: Irgendwann haben sie uns geschrieben. dass wir irgendwie sehr überzeugt von uns seien und dass wir mal callen sollen.
Kacksen: Er meinte: „Yo, wir haben es gefeiert, was ihr gemacht habt. Liefert jetzt mal noch ein bisschen ab.“ Dann kam von uns das Video an der Messe. Dann haben sie gesagt: „Alles klar, wir schicken euch raus.“
chilli: Crazy. Wie würdet ihr euren Sound beschreiben?
Kacksen: Ich würde Party-Rap sagen.
Amadeus79: Und Alkohol-Rap. Aber Party-Rap ist besser.
chilli: Letzte Frage: Was macht ihr anders als andere?
Kacksen: Es gibt bei uns nur, dass wir uns nicht zu ernst nehmen und Bock haben, durchzuziehen. Wenn man uns auf dem Splash sieht, sieht man uns nur vor einem Moshpit. Genau das ist unser Plan: Bei den Konzerten genau diesen Abriss, den wir selber fühlen, wenn wir feiern, nach außen zu bringen.
Info
Das Heroes Festival steigt am 8. und 9. September an der Freiburger Messe. Es kommen Rap-Größen wie 01099, Cro, Juju, Luciano oder Marteria. Als Freiburger sind „Die Letzte Reihe“ am 8. September ab 14 Uhr auf der Bühne zu sehen. Mehr Infos zum Festival hier. Mehr zur Rapcrew auf Instagram.
Foto: © Die letzte Reihe










