„Wie im Schuhkarton“: Start für Proberaum-Modul-Park im Eschholzpark Musik | 29.05.2026 | Till Neumann

Proberäume Lange drauf gewartet: Hier finden rund 20 Bands ein neues Zuhause.

Proberäume sind oft muffig. Nicht so im neuen Freiburger Modul-Park: Für 1,6 Millionen Euro hat das Rathaus beim Eschholzpark 7 Räume für 20 Bands geschaffen. Zur Eröffnung gibt’s Lob, aber auch eine Forderung. Ein Musiker ist begeistert –obwohl die Akustik noch klingt wie im Schuhkarton.

„Mega cool“

Zweimal hat Philipp Valara mit seiner Band im neuen Modulproberaum gespielt: „Es ist noch relativ schwierig, die Wände sind innen komplett kahl“, berichtet der Drummer. Das Gefühl: „Akustisch wie in einem rechteckigen Schuhkarton.“ Da haue es einem alles um die Ohren.

Mit seiner Band Valara teilt er sich den 35-Quadratmeter-Raum mit zwei weiteren Acts. Ihr Plan: „Wir werden da massig Dämm-Material reinpacken.“ Wenn die Akustik stimmt, könnte das rund werden: „An sich sind die Räume mega cool!“, schwärmt Valara. Drei Schlagzeuger könnten ihr Drumset durchgehend stehen lassen.

Proben im neuen Park: Die Band Valara um Gitarrist Philipp Valara (rechts)

1,6 Millionen Euro

Vorher probte Valara im Kulturraum: „Da gab es diverse Sachen, die nicht ideal waren.“ Der neue Raum sei ein Upgrade: Man könne ranfahren zum Be- und Entladen, nach außen hin sei das krass gedämmt, finanziell zudem mega fair: 150 Euro zahlt seine Gruppe im Monat.

Kosten lassen hat sich die Stadtverwaltung das 1,6 Millionen Euro. Der Park auf dem Areal der Edith-Stein-Schule neben dem Eschholzpark hat sieben Proberäume und einen Sharing-Room für Workshops und Tourproben. Betreiber ist der Verein Multicore.

„Passt zu Freiburg“

Zur Eröffnung Ende April kam auch Freiburgs neuer Kulturbürgermeister Roland Meder. Er lobte die Holzbauweise: „Das passt zu Freiburg.“ Der Mangel an Proberäumen sei ein „drängendes Problem“. Schwieriger als gedacht sei die Suche nach einem passenden Standort gewesen. Meder betont: „Wir hoffen, dass von den neuen Räumen ein starker Impuls in die Szene geht.“

Aus 32 Bewerbungen hat die Jury 20 Acts ausgewählt. Juror war auch Multicore-Chef Franck Mitaine. „Der Park ist fertig, das ist Wahnsinn“, sagte er zur Eröffnung sichtlich gerührt. Für eine freie Rede seien es zu viele Emotionen, daher las er: „Ab heute haben wir nicht nur neue Proberäume. Wir haben auch einen Ort für Kreativität, Begegnung und Entwicklung.“

Startschuss: Kulturbürgermeister Roland Meder (l.) und Franck Mitaine eröffnen die Proberäume.

Startschuss: Kulturbürgermeister Roland Meder (links) und Franck Mitaine eröffnen die Proberäume.

„Bedarf nicht gedeckt“

Wo Musik entstehen solle, brauche es Platz und Verlässlichkeit. „Damit wir morgen geile Bands aus Freiburg in die Welt schicken können.“ Einen Proberaum hier zu haben, sei Luxus, viele Acts stünden noch auf der Straße.

Mitaine mahnte: „Der Bedarf ist nicht gedeckt.“ Es brauche eine weitere Perspektive. Überlegungen zu Flächen im Schildacker oder an der Schönauer Straße seien wichtig. Zu Letzterer ist eine Machbarkeitsstudie in Auftrag.

„Cooler ist im Nirgendwo“

Für fünf Jahre ist der Standort geplant, teilt das Rathaus mit. Nun werde geprüft, wo die Module der Firma Meom hinwandern könnten. Auch Meder betont: „Das ist eine temporäre Lösung.“

Für Philipp Valara hat sie einen weiteren Vorteil: Man kann mit anderen Bands connecten. „Ein Gemeinschafts-Ding ist halt irgendwie cooler als ein Keller irgendwo im Nirgendwo.“

Fotos: © Till Neumann & privat (Valara)

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