Burgen in der REGIO: Baselbiet Special for Homepage | 06.06.2022 | Erika Weisser

Ruine Homburg

Imposante Gipfelburgen mit wunderschönen Ausblicken oder römische Mauerreste – Wie wär’s mit einem erlebnisreichen Ausflug zu den steinernen Zeugen der Vergangenheit im Baselbiet? Die REGIO-Redaktion hat sich umgeschaut.

Ruine Homburg

Stufe um Stufe

Wer die Ruine Homburg besuchen will, sollte sich auf etliche Steigungen einstellen: Sie steht auf dem felsigen Grat eines 650 Meter hohen bewaldeten Hügels an der engsten Stelle des zwischen den Baselbieter Gemeinden Läufelfingen und Buckten gelegenen Homburgertals. Nicht weit von dieser im Jahr 1240 erbauten Anlage mit dem imposanten, weithin sichtbaren dreigeschossigen ehemaligen Wohn- und Wehrturm verläuft heute die Eisenbahnverbindung zwischen Basel und Olten, die Hauensteinstrecke. Bei einem Ausflug zu der jederzeit offen zugänglichen Ruine empfiehlt sich die Anfahrt mit der S9 auf dieser im Volksmund liebevoll „Läufelfingerli“ genannten Bahnlinie; sowohl in Buckten als auch in Läufelfingen gibt es Haltestationen, von denen aus der Burghügel auf gut beschilderten Wanderwegen in jeweils etwa 30 Minuten zu erreichen ist.

Sind diese Wege noch relativ bequem, so beginnt nun der etwas mühseligere Aufstieg. Und hat man diesen hinter sich, geht es über offene Treppen zu einer Galerie und von dort zum Turm mit seinen bis zu drei Meter starken Mauern. Hier gilt es noch, die 43 Stufen einer geschlossenen Wendeltreppe bis zur Plattform auf knapp 9 Metern Höhe zu überwinden. Die Anstrengung lohnt sich: Hier oben bekommt man nicht nur einen Überblick über die einstige Größe der Homburg, von der noch Reste der Ringmauer und der Toranlage erhalten und restauriert sind. Die Aussicht reicht zudem über die umliegenden Dörfer und die nahen Jurahöhen hinaus bis in die Vogesen. Und man kann sich gut vorstellen, dass der Adelige, der die Burg einst erbauen ließ, sich genau diese Aussicht zunutze machen wollte: zur Überwachung und Kontrolle der Handelswege am Unteren Hauenstein.

INFO:
www.laeufelfingen.ch

 

Augusta Raurica

Festung am Fluss

Das unterirdische Brunnenhaus in Augusta Raurica

Nicht aus dem Mittelalter, sondern aus römischer Zeit stammt das unterirdische Brunnenhaus in Augusta Raurica.

Eine Burg gab es nicht in der ehemaligen Römerstadt Augusta Raurica. Doch nicht weit davon, am Rhein, wurde um 300 n. Chr. ein mächtiges Kastell errichtet: das Castrum Rauracense. In dieser Festungssiedlung ließen sich die Bewohner der Stadt nieder, die sich nach ihrer Gründung um 15 v. Chr. im Lauf von 200 Jahren zum Hauptort der römischen Kolonie Raurica entwickelt hatte. Die wirtschaftliche Lage dieser einst blühenden Handels- und Gewerbemetropole mit rund 15.000 Einwohnern hatte sich im 3. Jahrhundert durch Germaneneinfälle, kriegerische Auseinandersetzungen, Epidemien und Missernten zunehmend verschlechtert. Schon um das Jahr 280 wurde das Gebiet oberhalb des heutigen Römermuseums mit einer Mauer und einem Wall-Grabensystem gesichert, fast alle verbliebenen Bewohner zogen dorthin.

Als 20 Jahre später das Castrum Rauracense errichtet war, fanden dort sowohl die stark dezimierte Zivilbevölkerung als auch Militärangehörige Schutz – bis zur Aufgabe der Siedlung um das Jahr 400. Hier wurde auch der Silberschatz vergraben, der im Museum zu besichtigen ist.

Heute ist von dem Kastell außer ein paar Mauerresten nicht mehr viel übrig – dafür umso mehr von der früheren Stadt, von der markante Teile durch langwierige Forschungs- und Ausgrabungsarbeiten für die Nachwelt gerettet wurden – Monumente wie das Amphitheater, die Reste einer Badeanlage, ein fast komplettes Brunnenhaus und einiges mehr. Ausstellungen, Feste und Workshops machen den Ort zu einem beliebten Ausflugsziel.

INFO:
augustaraurica.ch

 

Ruine Dorneck

Über Wald und Reben

Ruine Dorneck

Prächtiger Aussichtspunkt: die Ruine Dorneck ist über gut ausgeschilderte Wanderwege leicht zu erreichen.

In einem ins Baselbiet ragenden Ausläufer des Kantons Solothurn liegt die Ruine Dorneck. In der engen Burgenkette vom Rhein bis zum Jurablauen hat sie wegen ihrer Ausdehnung und ihrer historischen Bedeutung einen besonderen Stellenwert. Im 13. Jahrhundert östlich von Dornach auf einem schmalen, über Reben und Wald gelegenen, nach fast allen Seiten schroff abfallenden Felsband erbaut, lässt die 100 Meter lange und 50 Meter breite Anlage bis heute ihre Grundstrukturen erkennen: mehrere turmartige Befestigungen nach Norden, dahinter der dominierende Bergfried, der Hexenturm im Südwesten, dazwischen die Palasfront mit Söller und Wehrgang.

Für Wanderer ist die weithin sichtbare Festung aus allen Himmelsrichtungen über gut ausgebaute und beschilderte Wege zu erreichen. Zugang zu den inneren Strukturen gibt es aufgrund ihres Standorts über steilen, aber aussichtsreichen Hängen jedoch nur von Norden her – über das äußere Tor und den davor liegenden, in Fels geschlagenen Torgraben mit Zugbrücke.

INFO:
www.dornach.ch

Fotos: © Jan Geerk Baselland Tourismus, Susanne Schenker, Baselland Tourismus