Karree mit Qualität – Freiburger Stadtbau bietet Neubaumieten für 9,50 Euro Bauen | 18.02.2026 | Lars Bargmann

uffhauserWohnkarree

Rund 70 Millionen Euro investiert die Freiburger Stadtbau allein ins Haslacher Projekt Uffhauser Karree. Dafür gibt es 259 barrierefreie Wohnungen in sechs KfW-55-Gebäuden, eine Kita, eine Tiefgarage mit 149 Stellplätzen für Autos und 550 für Räder, Fernwärme, PV-Anlagen, begrünte Dächer und Innenhöfe. Was es aber vor allem gibt: Mieten für 9,50 Euro und 60 Eigentumswohnungen, die stadtweit keinen Preis-Leistungs-Vergleich scheuen müssen.

Wo seit den 50er-Jahren dreigeschossige Häuser mit dem damals üblichen Standard standen, ist der erste von zwei Bauabschnitten mit 130 Wohnungen schon bezogen und der zweite wächst gerade nach oben. Auch die Wohnfläche wächst: von 6000 auf 15.700 Quadratmeter. Zum Vergleich: von einem eigentlich zu kleinen Fußballplatz auf dem Dorf auf zwei Bundesliga-Spielfelder plus zwei Strafräume obendrauf.

In 145 öffentlich geförderten Wohnungen liegen die Mieten bei rund 9,50 Euro, in den 54 frei finanzierten rund um 14 Euro. Und in den 60 Eigentumswohnungen, ein knappes Viertel des Gesamtprojekts, kostet ein fangfrischer Quadratmeter rund 7000 Euro. „Das ist doch eine tolle Sache, dass die Stadtbau nicht nur Mietwohnungen für den Bestand, sondern als Bauträger auch Eigentumswohnungen baut“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Matthias Müller. Damit dürfte er keine Widerrede ernten.

Der erste Bauabschnitt ist bezogen, der zweite soll bis Ende 2027 bezogen sein.

Der erste Bauabschnitt ist bezogen, der zweite soll bis Ende 2027 bezogen sein.

So sind die ersten 20 Kaufwohnungen im ersten Bauabschnitt allesamt verkauft, bei den 40 im zweiten Bauabschnitt sind bereits kurz nach Verkaufsbeginn fünf verkauft, es gibt weitere Notartermine und zudem noch mindestens eine Handvoll Reservierungen, erzählt die technische Geschäftsführerin Magdalena Szablewska. Zu den Käufern zählen nicht nur Eigennutzer, sondern auch Kapitalanleger oder auch mal erwachsene Kinder, die die Wohnung für die Eltern erwerben.

Die Geschäftsführer haben für den Bau der Sozialwohnungen keine direkten Zuschüsse, sondern 25 Millionen Euro an zinsvergünstigten Krediten aufgenommen. Die liegen in der Regel bis zu zwei Prozent unter den markt­üblichen. „Für uns als Bestandshalter ist das bei diesem Projekt wirtschaftlicher“, so Müller.

Mehr als 25 Prozent ihrer Neubau-Wohnungen darf die FSB nach gemeinderätlichem Beschluss nicht verkaufen, auch wenn das rein wirtschaftlich betrachtet besser wäre. „Unser Auftrag ist nicht, hohe Gewinne zu erzielen, sondern möglichst günstigen Wohnraum für Freiburg zu schaffen“, sagt Szablewska.  Der Auftrag sei auch, „jeden Euro bestmöglich zu investieren mit hohem Nutzen für die Bewohnenden und Freiburg“. Um das kommunale Flaggschiff auf Kurs zu halten, schießt der Gesellschafter, das Freiburger Rathaus, immer wieder Geld und Grundstücke zu – im Wert von etwa 100 Millionen in 10 Jahren.

Das Architekturbüro Florian Krieger aus Darmstadt hatte den Wettbewerb fürs Karree gewonnen, weil es die Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und dabei ökologische, soziale sowie ökonomische Aspekte einzubeziehen, „vorbildlich gelöst“ hatte. Aufs Soziale legt auch Szablewska großen Wert: „Wir denken bei unseren Projekten immer auch die soziale Infrastruktur mit, hier haben wir neben einer Kita, Begegnungsräumen für die Bewohner auch Kleinstwohnungen für Obdachlose gebaut.“ Das Rathaus hat in den Sozialwohnungen zudem Belegungs- und Benennungsrechte, kann also aus der städtischen Notfallkartei bedürftige Menschen versorgen.

Der zweite Bauabschnitt soll Ende kommenden Jahres fertig sein. Dann wird auf den zweieinhalb Fußball­feldern hochmodern, statt auf dem Dorfkickplatz in 70 Jahre alten Hütten gewohnt.

Visualisierung & Foto: © Freiburger Stadtbau GmbH