Bei Ganter geht’s voran – Startschuss fürs Wettbewerbsverfahren am 3sam quartier Bauen & Wohnen | 07.09.2026 | Lars Bargmann

Noch hinter Stacheldraht: Auf dem Ganter-Areal müssen mehrere marode Gebäude abgerissen werden. Der Ganter-Turm aber nicht. Noch hinter Stacheldraht: Auf dem Ganter-Areal müssen mehrere marode Gebäude abgerissen werden. Der Ganter-Turm aber nicht.

Jetzt geht’s los: Der Freiburger Gemeinderat hat die Auslobung eines zweistufigen Architektenwettbewerbs für die 5,3 Hektar große Fläche zwischen Leo-Wohleb-Brücke, Fabrikstraße, Dreisam und Schwarzwaldstraße beschlossen. Sowie für den Hochbau auf dem östlichen Teil der Ganter Brauerei, dem sogenannten 3sam-Quartier. Bauherr dort ist die Artemis Immobilien GmbH & Co. KG aus der Schweiz. „Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Schritt. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase beginnt nun die entscheidende Phase der Projektentwicklung“, sagt Martin Wyser, Mitglied der Konzernleitung der Artemis Group.

Auf den Artemis-Flächen sollen rund 350 Mietwohnungen gebaut werden, die Artemis im Bestand halten will. 60 bis 70 Sozialwohnungen soll die Freiburger Stadtbau GmbH erstellen, die die dafür benötigten Flächen von der Artemis bekommt – kostenlos. Andernfalls hätten die Schweizer 50 Prozent geförderte Wohnungen bauen müssen. Das wollten sie aber nicht. Der Deal zwischen Rathaus und Investor sorgte im Gemeinderat nicht für ungeteilte Begeisterung. Für Baubürgermeister Martin Haag indes ist das eine gute Lösung. Neben den Wohnungen soll es auch Büro- und Gewerbeflächen geben.

In der ersten Stufe müssen sich nun die zwölf eingeladenen Büros aus Basel, Zürich und halb Deutschland – darunter aus Freiburg K9 Architekten und Sacker Architekten –, städtebauliche und freiraumplanerische Gedanken über das gesamte, 75 Fußballfelder große, Planungsgebiet machen. In dem gehören der Brauerei Flächen (31 Fußballfelder), aber auch der Stadt Freiburg (17). Der Siegerentwurf soll dann die zweite Stufe zünden, in dem es um den Hochbau auf der Artemis-Fläche (27) geht.

Von „viel Tempo“ war auf dem Ganter-Areal mal die Rede, das war 2023. Bis der Wettbewerb entschieden ist, die Preisgerichtssitzung für den Hochbau ist auf den 3. März 2028 terminiert, die Bauanträge eingereicht und genehmigt sind und dann der erste Bagger rollt und schließlich die heute schon dringend benötigten Wohnungen bezogen werden können, werden vermutlich weitere vier, fünf Jahre vergehen.

Haag, dem die Entwicklung in der Vergangenheit viel zu zäh war, verteidigt im Gespräch mit der Redaktion nun aber den erneut zeitraubenden Prozess: „Ich glaube an die Kraft dieser Wettbewerbe, weil sie zuverlässig gute Ergebnisse produzieren.“ Nicht selten würden die Bauvorhaben durch die Wettbewerbe auch wirtschaftlich gewinnen. Die Ganter-Aufgabe sei „wirklich kompliziert“ und es wäre naiv zu glauben, dass dort ohne vorgeschalteten Wettbewerb ein Ergebnis rauskomme, mit dem man weiter arbeiten könne. „Ich glaube, es lohnt sich, da so viel Zeit zu investieren“, sagte Freiburgs Stadtplanungsamtsleiter Roland Jerusalem im Bauausschuss.

„Mit dem Wettbewerb schaffen wir die Möglichkeit, unterschiedliche Ansätze zu vergleichen und die beste Lösung für diesen besonderen Standort zu finden. Wir sind überzeugt, dass damit die Grundlage für ein Quartier geschaffen wird, das den Ort langfristig prägen wird“, so Silvia Didier Löliger, Geschäftsführerin der Artemis Immobilien GmbH & Co. KG. Die Artemis kostet der Wettbewerb 600.000 Euro.

Hinter den Kulissen hatten Artemis und die Ganter Grundstücksgesellschaft auch noch über die Grundstücke mit den Gebäuden Mälzerei und Schalander verhandelt. „Trotz intensiver und konstruktiver Verhandlungen konnte derzeit keine Einigung über die wesentlichen Inhalte eines Kaufvertrags erzielt werden. Beide Seiten bedauern dieses Ergebnis“, teilt Artemis-Sprecher Patrick Hacker der Redaktion mit. Man wolle aber weiter im Gespräch bleiben. Man schrieb übrigens das Jahr 2011, als der Freiburger Gemeinderat schon mal einen Beschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal gefasst hatte.

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