Deutlich mehr Baufinanzierungen – Sparkasse und Volksbank mit kräftigen Zuwächsen Bauen & Wohnen | 12.02.2026 | Lars Bargmann
Tendenz stark steigend: Die Sparkasse und die Volksbank in Freiburg haben im vergangenen Jahr fast 2000 Kreditverträge für private Baufinanzierungen unterzeichnet. Volumen: 636 Millionen Euro. Eine Steigerung um fast 190 Millionen Euro. Auch das Geschäft mit Bauträgern und Projektentwicklungen ging steil nach oben.
Bei der Freiburger Volksbank lag das Volumen der Baufinanzierungen im Jahr 2024 bei 280 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es 376 Millionen, wie Vorstand Volker Spietenborg im Gespräch mit der Redaktion erzählt: „Wir hatten gleich zu Jahresbeginn spürbares Wachstum, der starke Rückenwind ebbte im Laufe des Jahres nicht ab.“
2023 lag der Wert noch bei 223 Millionen. „Wir lagen in jedem Monat des Jahres über dem Vorjahresmonat und hatten auch kein Sommerloch“, ergänzt Rolf Dieffenbacher, der stellvertretende Bereichsleiter des Immobilien-Centers. 142 Förderdarlehen mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro im Wohnungsbaubereich hat die Genossenschaftsbank ermöglicht.
Der Zinsschock, so Spietenborg, sei überwunden. Zinsen um die vier Prozent würden als das neue Normal akzeptiert. Wer in längeren Zeiträumen denkt, kann vier Prozent durchaus als günstig ansehen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass zu Zeiten, in denen Eigenheim-Kredite deutlich teurer waren, das Bauen deutlich günstiger war.
Auch das Volumengeschäft mit Bauträgern und Projektentwicklern steigt weiter: 2023 war angesichts der massiven Zinssteigerungen durch die EZB das schwarze Jahr in dem Segment, mickrige 9,9 Millionen Euro Neugeschäft gab es seinerzeit. 2024 ging es bergauf (45,8 Mio.), im vergangenen Jahr summierten sich die Kredite auf 64 Millionen.
Zwar ist die Talsohle damit überschritten, aber die Zeiten, in denen die Bauträger wie in den Jahren 2020 und 2021 jeweils über 120 Millionen frisches Volksbank-Geld für ihre Projekte brauchten, würden so schnell nicht wiederkommen. Heute brauchen die Bauträger aber, bevor die Kredittranchen wirklich ausgezahlt werden, erste Vermarktungserfolge. „Das ist der Lackmustest am Markt“, sagt Spietenborg.
Die Käufer sind aktuell fast ausnahmslos Eigennutzer. Der Kapitalanleger, der früher die Transaktionszahlen maßgeblich mit nach oben getrieben hat, der ist „noch nicht wieder ganz da“, resümiert Spietenborg.
Auf der einen Seite sind die Renditen aus der Miete bei den hohen Kaufpreisen vergleichsweise überschaubar, auf der anderen sei die fortwährende Stärkung von Mietern – nicht nur die Mietpreisdeckel – kein Turbo für den Wiedereinstieg von Anlegern.
Bei der Sparkasse, berichtet Dorothea Müller, die Leiterin des S-Immobilien Centers, kletterte das Volumen der privaten Baufinanzierungen auf 260 Millionen Euro. 2023 waren es 140, 2024 rund 170 Millionen: „Das vergangene Jahr war wieder ein sehr gutes in dem Bereich.“ Etwa 1050 Baufinanzierungen wurden neu vergeben. 2023 waren es nur 650.
„Die Kunden haben sich offensichtlich an das höhere und wieder normale Zinsniveau gewöhnt“, resümiert auch Müller. Den Löwenanteil bei den Finanzierungen machen mit etwa zwei Dritteln die Eigentumswohnungen aus, wobei davon nur 15 Prozent brandneu sind. Neue Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften gebe es in der Region kaum. Bei rund 20 Prozent der Finanzierungen ging es um energetische Sanierungen, Umbauten, Anbauten oder Renovierungen im Bestand.
Während die Preise auf dem Immobilienmarkt bei den Neubauten sehr stabil seien, seien sie bei Bestandsprojekten – in Abhängigkeit des Energiestandards – in manchen Fällen rückläufig. Die Käufer seien beim Verhandeln in einer umso stärkeren Position, je schlechter die Daten auf dem Energieausweis der Immobilie sind, weiß auch Dieffenbacher.
Die Sparkasse ist traditionell stark in der Bauträgerfinanzierung engagiert. Und da zog das Geschäft sehr deutlich an: Die Finanzierungszusagen stiegen von 153 Millionen Euro (2023) über 180 Millionen Euro (2024) auf nun 344 Millionen Euro im vergangenen Jahr. „Projektentwickler und Bauträger kaufen wieder vermehrt Grundstücke, ein klares Signal dafür, dass in Zukunft wieder mehr Neubaugeschäft zu erwarten ist“, sagt Nicole Farrelly, die den neuen Bereich Projektfinanzierungen Bauträger Immobilien Kommunen leitet.
Fürs laufende Jahr ist Farrelly optimistisch: „Die hohe Nachfrage nach Wohneigentum in der Region Freiburg dürfte anhalten, zumal sich Käufer und Bauherren mit dem aktuellen Zinsniveau arrangiert haben und die Planungssicherheit wieder zunimmt.“
Beide Geldinstitute vermitteln auch Immobilien. Bei der Volksbank fanden im vergangenen Jahr 95 Objekte im Wert von rund 39 Millionen Euro neue Eigentümer. Bei der Immobiliengesellschaft der Sparkasse waren es 146 Immobilien im Wert von 72,4 Millionen Euro. Auch hier zeigt die Tendenz nach oben.
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