Enormes Sparvolumen: Neue Rekordzahlen beim Bauverein Bauen & Wohnen | 12.02.2020 | bar

Beim Bauverein Breisgau (BVB) liegt der 120. Geschäftsbericht vor. Die älteste Freiburger Baugenossenschaft verzeichnet darin erneut einen Rekord bei der Spareinrichtung: Allein im vergangenen Jahr wuchs das von den Mitgliedern angelegte Geld um mehr als fünf auf 117 Millionen Euro. Die Zahl der Genossen legte im gleichen Zeitraum um 1100 auf knapp 24.000 zu. Wenn die alle zusammenkämen, wäre das Schwarzwald-Stadion voll.

Auf mittlerweile rund 5000 summieren sich die eigenen Wohnungen des Bauvereins. Die Durchschnittsmiete lag Ende 2019 bei knapp sieben Euro. 100 neue Einheiten sind derzeit im Bau – auf dem Güterbahnhof in Freiburg, in St. Georgen, in Littenweiler – und die nächsten größeren Projekte stehen in den Startlöchern. So wollen die Vorstände Marc Ullrich und Jörg Straub im Sommer in Herbolzheim ein erstes kleines Projekt mit einer fünfgruppigen Kita und sechs Wohnungen beginnen, bevor sie 2021 mit der Bebauung eines 5500 Quadratmeter großen Areals im benachbarten Quartier Herrengüter West III starten. Von insgesamt 64 Wohnungen geht etwa ein Dutzend in den Verkauf, der Rest wird an Mitglieder vermietet.

Auch in Schallstadt wartet in der Ortsmitte ein Projekt mit 16 Eigentumswoh­­nungen (Quadratmeterpreise im Schnitt bei 4800 Euro), 33 Mietwohnungen, einer Kita, einem Café und einer Senioren-Tagespflegeeinrichtung auf den Startschuss. Die beträchtliche eigene Bauleistung kann der Mitgliederentwicklung trotzdem nicht das Wasser reichen, sonst hätte der BVB im vergangenen Jahr 1100 Einheiten übergeben müssen. So wird auch in 120 Jahren die komplette Versorgung aller Mitglieder kaum gelungen sein. Zumal die eigenen Entwicklungsflächen in Freiburg nun erschöpft sind.

„Wir kommen unserem Auftrag aber mehr und mehr durch neue innovative Projekte im gut angebundenen Umland nach“, sagt Ullrich. Während man in der Region Breisgau „einen klaren Zuspruch zu genossenschaftlichen Wohnkonzepten“ spüre und mit vielen Kommunen in erfolgversprechenden Gesprächen sei, bleibe in Freiburg nur die Hoffnung auf eine politische Berücksichtigung des besonderen und bewährten Genossenschaftsmodells.

Foto: © Bauverein Breisgau