Schallende Ohrfeige für Gehampel-Ampel Kommentar | 13.06.2024 | Lars Bargmann

Gezeichnetes Megafon mit mehreren Sprechblasen auf hellblauem Hintergrund

Eine noch heftigere Ohrfeige für die Ampel-Koalition ist schwer vorstellbar: Bei der Europawahl wird die AfD hinter der CDU zweitstärkste Kraft. Trotz massiver Korruptionsvorwürfe, trotz mutmaßlicher chinesischer und russischer Einflussnahme, trotz der Verharmlosung der abscheulichen Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg, trotz der mutmaßlichen Vorbereitung eines Putschversuches mit AfD-Beteiligung, trotz des parteiintern beschlossenen Auftrittsverbots für zwei Kandidaten. Platz zwei. Im Osten ist es sogar Platz eins. Trump hatte mal gesagt, er könne sich auf die Fifth Avenue stellen und jemanden erschießen und würde keinen Wähler verlieren, das sei unglaublich. Ja, das ist es. Und ja, es ist auch schwer fassbar, dass die AfD sich nach all den Eskapaden als Wahlsieger abfeiern kann.

Auf der anderen Seite bietet die Ampel ein unfassbares Trauerspiel. Nur ein Beispiel: Als das einstürzende Ergebnis der Grünen im Genscher-Haus kurz nach 18 Uhr auf dem Monitor erscheint, klatschen einige Freidemokraten. Sie freuen sich darüber, dass ihr Koalitionspartner, mit dem sie zusammen regieren, seine Stimmen fast halbiert hat. Man könnte nun fragen, wie tief man noch sinken kann. Zielführender aber ist zu konstatieren, dass diese Gehampel-Ampel den Aufschwung der Nationalisten mit verursacht. Wer jetzt in den Weiter-so-Modus schaltet, ist mit der Verantwortung für dieses Land offenbar überfordert. Deutschland braucht so schnell wie möglich entweder eine neue Regierung oder einen Neuanfang in der Ampel. Es fällt schwer, sich das Letztere vorzustellen.

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