Die neue Preisflexibilität – S-Immo stellt aktuellen Wohnmarktbericht vor business im Breisgau | 20.05.2025 | Lars Bargmann

Freiburg von oben Wertstabile Region: Im vergangenen Jahr feierte die S-Immo einen Rekordumsatz

In Deutschland lebt nicht einmal jeder Zweite in den eigenen vier Wänden. Damit hält die Bundesrepublik europaweit die rote Laterne fest in der Hand. „Die Realisierung des Immobilienwunsches ist die bedeutendste Aufgabe im Leben der Menschen“, sagte Lars Hopp, Vorstand der Freiburger Sparkasse, bei der Vorlage des neuen Wohnmarktberichts für Freiburg und den nördlichen Breisgau. In Rumänien ist die Aufgabe weniger kompliziert: 95 Prozent wohnen im eigenen Heim.

Die Immobiliengesellschaft der Sparkasse (S-Immo) veröffentlicht den Bericht seit einigen Jahren zusammen mit dem Experten Marco Wölfle. „Hier in der Region leben wir auf der Insel der Glückseligkeit, wir haben sehr stabile Märkte“, sagte Wölfle, der das Center for Real Estate Studies leitet.

Kurz gesagt werden die Immobilien umso günstiger, je weiter sie von Freiburg entfernt sind. In Sasbach gibt es durchschnittliche Quadratmeterpreise von 2700 Euro, in Gutach sind es 3200 Euro, in Emmendingen oder im Glottertal 3800 Euro, in Denzlingen 3900. Die Ausreißerrolle hat seit langer Zeit Waldkirch inne, wo die Preise trotz größerer Entfernung bei 4200 Euro liegen. Direkt an Freiburg liegen mit Gundelfingen (5400 Euro) und Merzhausen (6000) die begehrtesten und teuersten Nachbargemeinden.

In Freiburg liegen die Wohnungspreise für Wiehre, Herdern, Vauban, Stühlinger, Lehen und Neuburg – alle gleichauf (oberer Wert 6700 Euro). Das spiegelt den aktuellen Markt allerdings nicht komplett wider: In der Unterwiehre gibt es aktuell eine Altbauwohnung, in der jeder der 209 Quadratmeter 9091 Euro kostet. Das Baujahr der Immobilie: 1898.

Für rund 9000 Euro gibt es aber auch einen nagelneuen Quadratmeter an der Basler Landstraße. In Herdern soll jeder Quadratmeter einer 3-Zimmer-Wohnung 10.700 Euro kosten und an der Kreuzkopfstraße auf dem Lorettoberg gibt es Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von 12.300 Euro. Es gibt auch erstaunliche Mietangebote: Auf dem Lorettoberg bietet einer seine Riesen­villa gerade für 30.000 Euro an – im Monat.

Die Nachfrage, erzählte S-Immo-Geschäftsführer Oliver Kamenisch, sei aktuell noch höher als sie es ohnehin schon war. Der gesunkene Zins steigere das Kaufinteresse. Das wusste auch Dorothea Müller zu berichten, die als Bereichsleiterin Immobilien für die privaten Baufinanzierungen zuständig ist: „Wir hatten im Vergleich zu 2023 im vergangenen Jahr etwa 30 Prozent mehr Immobilienfinanzierungen.“ Im laufenden Jahr werde man wieder auf dem Niveau von 2021 sein. Wer 20 Prozent Eigenkapital mitbringen kann, zahlt im Schnitt aktuell 3,5 Prozent Zins und tilgt mit zwei Prozent. Müller rät, bei der Finanzierung auch Bausparverträge abzuschließen: „Das lohnt sich wegen der niedrigeren Zinsen.“

Um die Wertstabilität der Immobilien machen sich die Experten keine großen Sorgen: „Der Freiburger Immobilienmarkt bleibt einer der stabilsten in Deutschland“, so Kamenisch. Allerdings spiegelten sich die Unsicherheiten durch die geopolitische Lage, Inflation und Heizungsgesetzwirrwarr im Verhalten der Käufer durchaus wider, die ultraschnellen Verkäufe seien Geschichte. Und: Auch die Zeit der Mondpreise sei vorbei: „Die Verkäufer sind inzwischen preisflexibler.“

Der Wert der durch die S-Immo vermittelten Immobilien lag im vergangenen Jahr bei 63,3 Millionen Euro. 8,2 Millionen oder knapp 15 Prozent über dem Vorjahr. Damit wuchsen auch die Provisionserträge um 16 Prozent auf knapp 3,3 Millionen Euro. „2024 war das beste Jahr, seit ich die Geschäftsführung übernommen habe“, sagt Kamenisch im Gespräch mit der Redaktion. 147 Kaufverträge wurden 2024 vor Notaren protokolliert (Vorjahr: 125). Zu mehr als 90 Prozent fanden dabei Bestands­immobilien neue Eigentümer.

Die S-Immo bietet am 3. Juni ab 19 Uhr das Webinar „Wohnungs­politische Erkenntnisse aus der Bundestagswahl 2025 – Was plant die neue Regierung?“
Anmeldung unter: s-immobilien-freiburg.de

Foto: © Neithard Schleier