Frischer Wind auf den Höhenzügen: Badenova kommt beim Windkraft-Ausbau jetzt schneller voran business im Breisgau | 30.05.2024 | Lars Bargmann

Ein Bild vom einem Windrad. Sonnige Aussichten: Von der Bergkuppe des Kallenwalds werden nun die Hansgrohe-Werke in Offenburg und Schiltach mit Windstrom versorgt.

Die Badenova AG hat in den vergangenen Wochen gleich mehrere große Windkraft-Projekte in Südbaden in Angriff genommen: Zusammen mit dem Sanitär-Ausstatter Hansgrohe SE und der baden-württembergischen Umweltministerin Thekla Walker nahm der Energieversorger am 6. Mai den Windpark Kallenwald in Betrieb. Für die Windparks im Kinzigtal und rund um Todtnau laufen die Vorbereitungen. Alle zusammen könnten den jähr­lichen Strombedarf von mehr als 80.000 Bürgern liefern.

„Der grüne Strom aus dem Windpark Kallenwald dekarbonisiert nun bis mindestens 2029 die Hansgrohe-Betriebsstätten in Offenburg und Schiltach. „Er­neuerbare Energien sind ein wichtiger Standortfaktor. Der direkte Zugriff auf günstigen Windstrom verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen“, sagte Walker vor Ort. Mit der Taskforce Erneuerbare Energien habe die Landesregierung die Zeit zur Genehmigung eines Windrads deutlich verkürzt: „Wir rechnen daher in den kommenden Jahren mit einem neuen Aufschwung der Windkraft.“

Die 230 Meter hohe Windkraftanlage des Herstellers Enercon steht im Bereich der Bergkuppe des Kallenwaldes auf 545 Metern Höhe und soll jährlich neun Millionen Kilowattstunden grünen Strom liefern – und dadurch den Ausstoß von 3690 Tonnen CO2 einsparen. „Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Badenova unseren Beitrag für die Energiewende in der Region zu leisten“, sagte Hansgrohe-Vorstand Hans Jürgen Kalmbach.

Neue Windparks sind auch im Kinzigtal geplant. Auf einer Infoveranstaltung für einen interkommunalen Windpark mit drei Windmühlen auf den Gemarkungen der Kommunen Fischerbach und Haslach unterstützten die Bürgermeister Thomas Schneider (Fischerbach) und Philipp Saar (Haslach) das Vorhaben, das bis zu 36 Millionen kWh Windstrom bringen soll. Grüner Strom für 20.000 Menschen, mehr als in den beiden Gemeinden wohnen.

Auch der Windpark Lailehöhe Kresselberg ist in der Pipeline. Auch hier könnte ein interkommunales Projekt mit der Beteiligung von Todtnau, Wieden und Utzenfeld entstehen. Angepeilt sind dort bis zu sieben Windräder: drei auf Todtnauer und je zwei auf Wiedener und Utzenfelder Gemarkung. Kommen sieben auf einen Streich, würden sie rund 84 Millionen kWh eindrehen, die den rechnerischen Strombedarf von 58.000 Menschen decken würden.

Badenova hat angekündigt, bis 2035 klimaneutral zu sein und dann gut ein Gigawatt erneuerbare Erzeugungskapazität zu betreiben. Knapp ein Drittel, 300 Megawatt, sollen dabei neu gebaute Windkraftanlagen in der Region beisteuern.

Foto: © Badenova Jonas Conklin