Wettbewerb im Anflug – Zwölf Büros sollen Ganter-Bebauung planen Stadtentwicklung | 09.09.2025 | Lars Bargmann
Im ersten Halbjahr 2026 soll der Freiburger Gemeinderat über den Auslobungstext eines städtebaulichen Wettbewerbs für die Entwicklung des Ganter-Areals entscheiden. Ein Dutzend interdisziplinäre Planungsteams werden dann um die beste Lösung ringen. Geplant sind 350 Mietwohnungen und rund 8000 Quadratmeter für andere Nutzungen. Spannend wird sein, ob auch die Überplanung der Mälzerei auf der Agenda sein wird.
Die Artemis Immobilien GmbH & Co. KG hatte von der Ganter Grundstücksgesellschaft im Juli 2023 ein zwei Hektar großes Grundstück im Osten des Areals gekauft. Ohne die Mälzerei. Genau die aber bildet die historische und städtebauliche Mitte des Brauerei-Geländes. Vor zehn Jahren hatte sich das Freiburger Büro geis & brandtner schon einmal mit einer Umnutzung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles aus den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts befasst. Bislang folgenlos.
Nun stünde das Projekt jedenfalls „vor wichtigen Weichenstellungen“, wie es auf Anfrage der Redaktion heißt. Die für den städtebaulichen Wettbewerb erforderlichen Gutachten seien nahezu abgeschlossen. Dabei geht es unter anderem um Freiräume, Zugänge, Erschließungen und natürlich um die grobe Struktur der Bebauung. Die Aufgabe umfasst auch das Brauereigelände und die städtischen Flächen mit der Tankstelle, dem Ballhaus und dem Ganter Hausbiergarten im Westen des Plangebiets.
„Durch die gezielte Auswahl der zwölf Teams schaffen wir die Voraussetzungen für ein breites, qualitativ hochwertiges Spektrum an Entwürfen“, sagt Silvia Didier Löliger, die Geschäftsführerin von Artemis Immobilien Deutschland.
Artemis werde 290 Wohnungen bauen und vermieten, nicht verkaufen. Etwa 70 Wohnungen wird die Freiburger Stadtbau GmbH erstellen – auf von der Artemis kostenlos übertragenen Flächen. Das ist der Preis dafür, dass die Schweizer nicht selber 50 Prozent sozialen Mietwohnungsbau machen wollen. Wie es bei der Aufstellung von Bebauungsplänen in Freiburg sozusagen Staatsräson ist.
Es wird also auf diesem Filetgrundstück am Rande der Innenstadt und direkt an der Dreisam keine Eigentumswohnungen und damit auch keine Spekulationsaktivitäten geben. Das ist gut für den Freiburger Osten und gut für den angespannten Mietmarkt.
Neben dem Wohnen entstehen im „3sam quartier“, so der Projekttitel, Räume für Gastronomie, Nahversorgung, Dienstleistungen, Büros, Co-Working sowie Einrichtungen für soziales Miteinander und Kinderbe-
treuung.
„Wir unterstützen hier die Partner, damit es vorangeht“, sagt Baubürgermeister Martin Haag. Schon im vergangenen Februar hatte er sich im Gespräch mit der Redaktion mehr Tempo gewünscht. Bis Menschen im 3sam Quartier wohnen können, wird es noch mehrere Jahre dauern. Wenn der städtebauliche Wettbewerb einen Sieger gefunden hat, wird ein zweiter Wettbewerb für den Hochbau ausgelobt. Dann muss ein neuer Bebauungsplan erarbeitet, dann müssen Bauanträge gestellt und genehmigt werden. Und dann wird voraussichtlich zwei Jahre lang gebaut. Der erste Aufstellungsbeschluss für das Ganter-Areal stammt übrigens aus dem Jahr 2011. Das Ganter-Bier läuft flüssiger als die Entwicklung des traditionsreichen Grundstücks.
Foto: © Artemis/Kim Culetto








