Breites Portfolio – 30 Jahre Trötschler Industrie- und Gewerbebau GmbH Unternehmen | 04.08.2025 | Lars Bargmann

Großprojekt in Offenburg: Kratzer-Neubau Großprojekt in Offenburg: Kratzer-Neubau

Als Norbert Trötschler am ­5. Dezember 1995 seine erste eigene Firma beim Handelsregister eintrug, ahnte er nicht, dass 30 Jahre später seine Tochter Jasmin und sein Sohn Patrick die ­Geschäfte ­führen würden. Die Trötschler ­Industrie- und Gewerbebau GmbH (TIG) hat seither mehr als 200 Bauvorhaben realisiert. Ein klassischer Familienbetrieb. Der sich zum Jubiläum selbst ein Geschenk macht.

Norbert Trötschler hatte als Diplom-Ingenieur beim Staatlichen Hochbauamt II in Freiburg gearbeitet, bevor er über Umwege zu diesem 5. Dezember kam. Aller Anfang ist schwer: Das Büro war in der eigenen Wohnung, Aufträge musste er sich aktiv besorgen, kaum jemand, der die Leistungen eines General­unternehmers brauchte, hatte Trötschlers Nummer. Doch aus der zarten Pflanze wurde peu à peu ein Unternehmen, dessen Umsätze wuchsen (zuletzt ­lagen sie bei vier bis sechs Millionen Euro), dessen Projekte wuchsen, dessen Mitarbeiterstamm auf heute 13 Köpfe wuchs.

Von der kleinen Ausstellungshalle für den Kleintierzuchtverein bis hin zum millionenschweren Weichensteller-Bauvorhaben auf dem Güterbahnhof, von der energetischen Sanierung der Haupt- und Werkrealschule in der March bis zum Bau des BBS-Standorts an der A5, vom Umbau des Kühlturms und der Alten Abfüllerei bei den denkmalgeschützten Riegeler Lofts – inklusive der Messmer Kunsthalle – bis zum nagelneuen, mehr als 8000 Quadratmeter fassenden Standort für den Präzisionstechniker Kratzer in Offenburg –­ das Leistungsportfolio ist breit gefächert.

Aktuell baut TIG etwa für den Kältetechniker Kramer in Rheinfelden für rund drei Millionen Euro ein neues Verwaltungsgebäude mit Produktion und Lagerhalle mit 1600 Quadratmetern, erweitert die Autowerkstatt für F&K in Freiburg, baut eine Lagerhalle für Sodabär in der March, wo das Team auch das Dach des Kältetechnikers Südkälte sanieren wird. Und immer wieder meldet sich die wachsende Stammkundschaft, zu der auch die Madeira Garnfabrik zählt.

Herausfordernd war zuletzt der Neubau einer Anlage zur thermischen Rohstoffgewinnung aus Ersatzbrennstoffen für den Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) mit einem 30 Meter hohen Turm. Herausgefordert war Norbert Trötschler schon kurz nach der Firmengründung, als er für den Lasertechniker Meos in Eschbach ein Gebäude baute, das mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe beheizt und gekühlt wurde. 1996. Ein Pilotprojekt.

Herausgefordert war auch Jasmin ­Berger, als sie 2014 vom Vater gefragt wurde, ob sie nicht – aushilfsweise – ins Büro einsteigen könne. „Zuerst habe ich mir das nicht vorstellen können, aber man ist reingewachsen, und jetzt kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen“, sagt die studierte Betriebswirtin. So wurde aus der Aushilfs-­Sekretärin die Geschäftsführerin. Ihr Bruder Patrick Trötschler war eigentlich auch auf einem anderen Weg, hatte eine Ausbildung zum Feinwerk­mechaniker gemacht, dann über den zweiten Bildungsweg doch die Fachhochschulreife erlangt, sein Studium als Architekt abgeschlossen, und 2021 war es dann so weit, dass auch er ins Familienunternehmen einstieg.

Seit drei Jahren führen nun die Geschwister den Betrieb – es gab schon leichtere Zeiten, um in die Verantwortung zu gehen. „Wir haben in schwierigen Zeiten, Corona, Ukraine-Krieg, übernommen, aber haben das gemeinsam gut gemeistert“, sagt Patrick Trötschler. Für die Zukunft sehen sich die Trötschlers gut gerüstet. Zwei Azubis sollen noch dieses Jahr eingestellt werden, das Auftragsbuch ist bis Mitte 2026 gut gefüllt.

Der Schlüssel zum Erfolg, so erzählen die Trötschlers bei einem Mittagessen in der March, sei die enge Betreuung der Bauvorhaben mit immer einem Ansprechpartner, der die vielfältigen Anforderungen an einen General­unternehmer – organisatorische, qualitative, kommunikative, zeitliche – nicht nur im Blick hat, sondern sie auch erfüllt.

Und zum 30-jährigen Firmenjubiläum ist auch der Beschluss gefallen, einen neuen Firmensitz zu bauen. Das Grundstück ist bereits gekauft, bald soll der Bauantrag abgegeben werden.

Foto: © Kratzer