Freiburger Polizei jetzt auf Segway-Streife STADTGEPLAUDER | 01.04.2016

Die Freiburger Polizei plant die Anschaffung neuer Dienstfahrzeuge: Auf Streife und bei Großveranstaltungen sollen nun Segways zum Einsatz kommen. Welch kreative Lösung die Beamten für die Finanzierung gefunden haben und warum der Einsatz auf Autobahnen schwierig werden könnte, erklärt die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit in einer Pressemitteilung, die heute ins Redaktionspostfach geflattert kam. Hier die Mitteilung im Wortlaut:

Die Möglichkeiten der Ausgestaltung der polizeilichen
Aufgabenwahrnehmung unterliegen einem stetigen Wandel. Gemeinsam mit
neuen Herausforderungen haben sich in den vergangenen Jahren
Erscheinungsbild und Ausrüstung der Polizei deutlich verändert.
Sichtbare Präsenz zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung
sowie schnelle Interventionszeiten sollen zukünftig durch eine
innovative Investition des Polizeipräsidiums Freiburg gewährleistet
werden.

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Bundesländer wie das Saarland oder Hamburg haben die innovativen
Dienstfahrzeuge bereits seit Jahren im Einsatz. Im Saarland hat die
Polizei errechnet, dass sich im Vergleich zur Fußstreife ihre Präsenz
auf der Straße mit Hilfe der mobilen Hilfsmittel verdreifacht hat.
Die erhöhte Fahrposition ermöglicht zudem bei Großveranstaltungen
eine bessere Übersicht. Besonders an Kriminalitätsschwerpunkten sei
ihr Einsatz somit äußerst wirkungsvoll.

Die hohen Anschaffungskosten von 6.000 Euro pro Segway für die 13
Polizeireviere sowie die 37 Polizeiposten des PP Freiburg erbrachten
die Notwendigkeit entsprechender Kosteneinsparungen. So konnte
beispielsweise durch die zentrale Einrichtung einer Second-Hand-Börse
von Dienstkleidung bei der Uniform-Grundausstattung für neue
Kolleginnen und Kollegen ein Einsparpotential von 350.000 Euro
freigesetzt werden. Erste erfolgreiche Pilotversuche zur
polizeilichen Nutzung der Segway wurden bereits im vergangenen Sommer
beim Polizeirevier Freiburg-Nord durchgeführt (s. Bild 1). Es folgten
anspruchsvolle Feldversuche im  Hotzenwald und Hochschwarzwald. Die
Akku-betriebenen Segway weisen mit der momentanen Reichweite von 38
Kilometern allerdings noch Optimierungspotential auf, so dass eine
Nutzung durch die Verkehrspolizeidirektion auf der Autobahn bislang
nicht möglich ist.

Für die Entwicklung zukunftsfähiger Umsetzungskonzepte wurde zudem
eine präsidiumsweite Fachtagung einberufen. Expertinnen und Experten
aus der Praxis orientierten sich hierbei maßgeblich daran, eine
langfristig effiziente Aufgabenerfüllung zu ermöglichen, welche
insbesondere die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
berücksichtige. Hierbei musste neben polizeifachlichen Aspekten auch
die demografische Entwicklung berücksichtigt werden. Kreative Impulse
führten allerdings auch hier schnell zu einer effektiven Lösung (s.
Bild 2).

bild2

Die Finanzierung dieser Maßnahme ist allerdings noch offen. Den
neuen Kolleginnen und Kollegen soll ja nicht das letzte Hemd
ausgezogen werden.

Text & Fotos: PP Freiburg