Geschmackspolizei: Der SoundDreck … zur Hölle STADTGEPLAUDER | 01.07.2023 | Ralf Welteroth
Die Freiburger Geschmackspolizei ermittelt schon seit fast 20 Jahren gegen Geschmacksverbrechen – nicht nur, aber vor allem in der Musik. Für die cultur.zeit verhaftet Ralf Welteroth in jeder Ausgabe geschmacklose Werke von Künstlern, die das geschmackliche Sicherheitsgefühl der Bevölkerung empfindlich beeinträchtigen. SAU tot. Das gleichnamige Jagdsignal ist nicht wirklich ein musikalischer Leckerbissen, aber solide, schlicht, eindeutig, funktional und mit einer Länge von 30 Sekunden durchaus im Rahmen des zeitlich Erträglichen. Wir geben grünes Licht.
Wogegen wir allerdings vehement vorgehen müssen, ist das Oeuvre von Kim Merz. Nie gehört? Gut so. Der Mann war in den frühen 80ern einigermaßen bekannt als Sänger der Band Wallenstein. Unangenehmer Rock der Sorte Nomen est schlechtes Omen.
Danach machte er solo weiter und dabei wurde es erst so richtig kriminell: Mit „SAUmäßig stark“ oder auch „Der Typ neben ihr“, aus dem exemplarisch hier zitiert werden muss.
„Sie sieht sehr gut aus, doch sie ist nicht allein, und der Typ neben ihr trinkt lässig sein Bier. Alles gäb ich dafür her, wirklich alles gäb ich dafür her, wär ich nur der Typ neben ihr, oder noch viel besser, käm die Kleine gleich mit zu mir …“
Noch Fragen? Die Pointe zum Schluss: „Wahnsinn“ von Wolfgang Petry hat wer wohl für diesen geschrieben? Genau. Die Hölle, Hölle, Hölle ist immer nur einen 4/4-Takt entfernt.
Diabolisch grüßt für Ihre Geschmackspolizei
Ralf Welteroth









