Buch-Tipp: Nina in Rom – Nächtliche Streifzüge Kultur | 10.06.2026 | Erika Weisser
Nina ist Mitte 30 und Akademikerin. Sie ist mit ihrem Mann, der nie – nicht einmal namentlich – in Erscheinung tritt und der kleinen Tochter Ada für eine befristete Zeit nach Rom gezogen. Doch nur er hat dort zu tun; sie findet weder Beschäftigung noch Sinn in diesem Aufenthalt.
Sie stürzt in eine Leere, gerät aus den geregelten Tagesabläufen, streift nachts ziellos durch die Straßen der Stadt, schläft am Tag und vergisst immer wieder, Ada von der Kita abzuholen. Nicht eben zur Freude ihres Mannes, der immer öfter seine Arbeit unterbrechen muss, um dies zu tun. Ein Entfremdungs- und Ablösungsprozess beginnt, der schließlich darin endet, dass er und die Tochter allein nach Freiburg
zurückkehren.
Nina bleibt. Denn sie hat zufällig eine Zeitungsnotiz über einen rätselhaften, 40 Jahre zurückliegenden Kriminalfall gelesen und plötzlich ihre Berufung darin gesehen, diesen Fall aufzuklären. Sie mietet sich in einer billigen Pension ein und begibt sich auf Spurensuche – auch zu sich selbst. Was sie dabei erlebt und welche inneren Auseinandersetzungen sie führt, lässt die Freiburger Autorin Kristina Nenninger die Leser·innen durch ein Tagebuch erfahren, in dem Nina ihrer Tochter die Beweggründe für ihre Entscheidungen zu erklären versucht.

Nina in Rom
von Kristina Nenninger
Verlag: Derk Janßen Verlag, 2026
184 Seiten, Hardcover
Preis: 20 Euro









