CD-Rezi: „Voodoo Sonic“ von Parov Stelar Kultur | 01.01.2020 | Liliane Herzberg

Parov Stelar cover

Seit 2017 ließ Marcus Füreder, wie Parov Stelar mit bürgerlichem Namen heißt, auf sein neues Werk warten. Nun veröffentlicht er 18 Tracks auf dem Album „Voodoo Sonic“. Männer mit Hosenträgern, Kurzhaarschnitte bei Frauen, Zigarettenhalter für alle: Die Elektro-Swing-Größe „Parov Stelar“ entführt mit der Platte erneut in die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Maskerade ist dieses Mal poppiger als gewohnt.

Mit einem Instrumental eröffnet der österreichische DJ seine Scheibe. In „Tango Del Fuego“ singt die verstorbene Georgia Gibbs eine Remix-Version ihres Songs „Kiss of Fire“. Trotz bekannter Stimme erinnert nur der erste Teil der Platte an schwingende Röcke und verschwitzte Tänzer. Ab der Hälfte verlieren die Tracks an Aussagekraft. „Go Wake Up“ etwa erinnert an das Geträllere von High School Musical, trotz gehaltvollen Texts: „Go wake up, know your rights, go wake up get up and fight.“

Der Elektro-Anteil tritt auf der neuen Platte in den Hintergrund, der Swing nimmt etwa in „Piano Boy“ Überhand. „Don’t You Forget“ ist beinahe 90er-Jahre-Disko-Musik und damit mehr Baggy-Pants als Spitzenrock. Die Musik ist vielfältiger, dennoch dürfte so manch eingefleischter Parov Stelar-Fan das ein oder andere Lied beinahe ungehört überspringen.

Parov Stelar Albumcover

Parov Stelar
Voodoo Sonic
Elektro Swing

3 von 5 chilli-Schoten