„Zu riskant“: Freiburger Blues Festival ist abgesagt Kultur | 29.07.2020 | Till Neumann

Es wäre die 7. Auflage geworden. Doch die Corona-Pandemie hat die Pläne durchkreuzt: Das Freiburg Blues Festival ist abgesagt. Bernd Fahle vom Verein Bluesfreunde sagt: Wir wollten uns das nicht antun.“ Geld für ein anderes Event ist dennoch da.

Muss absagen: Bernd Fahle

Das für den Blues Award nominierte Festival hätte vom 6. bis 13. November steigen sollen. Es wird nicht stattfinden, das ist uns zu riskant“, sagt Bernd Fahle. Der 70-Jährige ist Schatzmeister des organisierenden Vereins Bluesfreunde. Bei einer Versammlung hat das Team entschieden: Wir blasen ab.

Wenig Fans, wenig Stimmung

Drei Gründe führt Fahle ins Feld: Zum einen das Finanzielle. Wir hatten ökonomische Sorgen“, sagt der 70-Jährige. Keiner wisse, ob die Sponsoren bereit seien, in der jetzigen Lage mitzumischen. Zum anderen sei die Ansteckungsgefahr zu groß. Wir tragen eine wichtige Verantwortung.“ 200 Personen für ein Blueskonzert in die Wodanhalle zu lassen, gehe gar nicht. Und bei nur 60 Zuschauern käme da keine Stimmung auf.

Noch vor Kurzem war das Organsiationsteam optimistisch: „Wir haben großartige, international renommierte Namen im Programm, einen Gospel-Abend geplant und natürlich wieder den ein oder anderen Geheimtipp am Start“, ließen die Programmmacher Harald Brückel und Ralf Deckert wissen.

Finanzen sind gesichert

Jetzt die Absage. Der Verein hofft, dass das Festival 2021 steigen kann. Richtig hart getroffen sei man nicht. Der Grund: Seit vergangenem Jahr bekommen die Bluesfreunde eine institutionelle Förderung vom Kulturamt Freiburg über jährlich 8000 Euro. Das Geld sei trotz Corona-Krise verfügbar, berichtet Fahle. Derzweit werde ein Weg gesucht, es sinnvoll zu investieren. Ein Event mit dem Gitarristen Michi Oertel sei denkbar. Der Freiburger ist ebenfalls für den Blues Award nominiert.

Laut dem Schatzmeister hat das Bluesfestival einen Jahresetat von etwa 32.000 Euro. 16.000 bis 18.000 Euro kämen über Sponsoren rein. Im Rekordjahr 2019 seien Tickets für 9000 Euro verkauft worden. Dass andere Events wie das Jazzfestival steigen sollen, wundert Bernd Fahle: Ich weiß nicht, wie sie es machen.“

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Foto: Stefanie Salzer-Deckert & Till Neumann

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