Grenzenloser Leichtsinn: „Tod am Schauinsland“ von Bernd Hainmüller Kultur | 24.05.2021 | Erika Weisser

Ausschnitt des Buchcovers "Tod am Schauinsland"

85 Jahre nach der Tragödie ist eine Dokumentation des Freiburger Historikers Bernd Hainmüller erschienen, die sich mit dem tragischen Tod von fünf Schülern am Schauinsland befasst.

Am Morgen des 17. April 1936 brechen 27 Schüler in Begleitung eines Lehrers zu einer Wanderung von Freiburg über den Schauinsland nach Todtnauberg auf. Bei beginnendem Schneefall, in kurzen Hosen, leichten Halbschuhen, dünnen Jacken, ohne Kopfbedeckung und mit wenig Proviant. Die Jungs, zwischen 12 und 17 Jahre alt, sind tags zuvor aus London angereist.

Die als Abenteuer und Outdoor-Bewährungsprobe gedachte Bergtour wird jedoch bald zu einer desorientierten Tour de Force durch teils hüfthohen Neuschnee, Nebel und Finsternis. Und der Lehrer ist weder durch Wettervorhersagen noch durch die Warnungen Einheimischer zur Umkehr zu bewegen. Auch dann nicht, als er mit seinen Schützlingen nach stundenlangen Irr- und Umwegen in der Dämmerung bei der Kappeler Wand ankommt: Er zwingt die Jugendlichen, sich über diesen steilen Aufstieg zum Schauinslandkamm hinaufzukämpfen. Sie schaffen es, doch fünf Schüler sterben vor Erschöpfung.

85 Jahre nach der Tragödie ist diese Dokumentation des Freiburger Historikers Bernd Hainmüller erschienen, die den damals auch von den Nazis verbreiteten Legenden ein Ende und den Schülern ein würdiges Denkmal setzt.

cover: Tod am Schauinsland

Tod am Schauinsland
von Bernd Hainmüller
Verlag: Rombach, 2021
226 Seiten, Paperback
Preis: 26 Euro