Neues Projekt für den Sommer: Freiburg bringt den Hitzebus auf die Straßen STADTGEPLAUDER | 26.06.2024 | Fanny Heib

Ab ca 33 Grad in Freiburg unterwegs: der Hitzebus. Beim Start waren das Team und die Unterstützenden dabei.

Der Sommer steht vor der Tür. Freiburg zählt zu den wärmsten Städten Deutschlands und zunehmende Hitzewellen führen vermehrt zu Gesundheitsproblemen. Vor allem für Obdachlose ohne Zufluchtsort und vulnerable Menschen stellt die Hitze eine große Gefahr dar. Freiburg bringt daher nun den Hitzebus auf die Straße.

Es gibt Wasser und Sonnencreme

Seit drei Jahren bereits fährt im Winter ein Kältebus durch das Stadtgebiet Freiburgs, um Obdachlose in den kalten Monaten mit Decken und Getränken zu versorgen. Neu ist ab diesem Sommer der Hitzebus, der Betroffene auch an den heißen Tagen versorgen wird. Das Angebot richtet sich vor allem an vulnerable Personengruppen, also Ältere und Kranke, Menschen mit Behinderung, psychisch oder chronisch Erkrankte, Suchtkranke und Wohnungslose.

Trinkwasser, Sonnenmilch, T-Shirts und Kopfbedeckungen werden an sie verteilt. Der SC Freiburg spendete zur Kopfbedeckung 100 Kappen mit SC-Logo. Darüber hinaus werden im Bus Mineralstoff-Tabletten mit Magnesium und Calcium bereitstehen. Von 14 bis 16 Uhr an Tagen über 33 Grad soll der Bus auf den Straßen eingesetzt werden, dabei sind die 33 Grad nur ein Richtwert. Aktuell geht die Stadt von 25 heißen Tagen, entsprechend 25 Fahrten, aus.

Ehrenamtliche gesucht

Genau wie der Kältebus ist auch der Hitzebus eine Kooperation des DRK mit KontaktNetz Straßenarbeit und der Stadt Freiburg. Die Streetworker von KontaktNetz werden zudem zu Fuß und mit Lastenrädern in der Stadt unterwegs sein. Vor allem entfernte Gebiete, die der Bus nicht abfährt, können die Räder erreichen. Da die Fahrten des Busses sich primär auf die Innenstadt begrenzen. Der Platz der alten Synagoge wird Startpunkt der Route des Hitzebusses sein, anschließend werden weitere Hotspots abgefahren.

Mindestens zwei Einsatzkräfte des DRK übernehmen jeweils die Einsatzfahrten. Das DRK sucht noch nach ehrenamtlichen Engagierten, die das Team ergänzen können. Wer das Team verstärken möchte, kann sich per Mail melden: hitzebus@drk-freiburg.de

Zur Finanzierung des Hitzebusses in diesem Jahr haben die Stadt und das DRK insgesamt 7390 Euro aus Stiftungen und Spenden erhalten. 3000 Euro hat die neue Prediger-Stiftung beigesteuert, 2930 Euro die Wilhelm Oberle-Stiftung, 2000 Euro die Amazon-Logistics-Stiftung. 

Hitzetelefon

Vom 1. Juli bis 15. September gibt es zudem ein Hitzetelefon von der Hausnotruf-Dienst GmbH in Freiburg. Es richtet sich an ältere Personen und ist kostenlos. Wer sich dort meldet, wird vom Team mindestens zweimal pro Woche angerufen. Anmeldung unter Telefon 0761-29622-570 oder per E-Mail an info@hausnotrufdienst.de.

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