50 Jahre Luftfrachtgeschäft: Warum Streck auch mal die Antonov bucht Politik & Wirtschaft | 07.04.2018 | Stefan Pawellek
Als Karl Streck 1946 seinen Betrieb in Lörrach gründete, war es ein reines Transportunternehmen. Allerdings hatte er damals schon erste Berührungen mit Zoll und ausländischen Stellen, denn er brachte amerikanische Care-Pakete aus der Schweiz von den Flughäfen Basel und Zürich nach Deutschland. In diesem Jahr feiert die Firma ihr 50-jähriges Luftfrachtgeschäft.
Die Entwicklung des Logistikers mit heute 1200 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 230 Millionen Euro vollzog sich „analog zur Entwicklung der Industrie an Hochrhein, in Südbaden, im Schwarzwald“, schildert Airfreight-Manager Alex Witzigmann: „Wir sind hier mitten in Europa, direkt bei der Schweiz und Frankreich, haben Unternehmen, meist mittelständisch, die höchst innovativ, kreativ und produktiv sind und die längst weltweit agieren.“ Von diesen Unternehmen wurden immer anspruchsvollere Aufgaben an die Streck Transportgesellschaft mbH vergeben. Transporte deutschlandweit, europaweit, weltweit.
1968, 22 Jahre nach Gründung der Firma, nahm die Luftfrachtabteilung die Arbeit auf. Heute sind in der bundesweit 160 Mitarbeiter beschäftigt, davon 55 in Freiburg, wo das größte Büro und der wichtigste Betriebsort im Luftfracht-Geschäft ist. 2017 wurden gut 75.000 Aufträge bearbeitet, mit einem Gewicht von 106.000 Tonnen.
Was alles vom „Off-Airport-Büro“ Freiburg in die Welt verschickt wird, ist eine bunte Mischung dessen, was in Baden hergestellt wird: Autoteile von Zulieferern, Sensoren, Messgeräte, Maschinen, Bäder-armaturen. „Da weltweit in allen großen Hotels der Spa-Bereich immer mehr an Bedeutung gewinnt und hier in Offenburg, Lahr, Hornberg und Schiltach entsprechende Firmen sitzen, liefern wir Armaturen und Ausstattungen weltweit – von den USA bis Mallorca, von Mauritius bis Mahé.“
Während Wasserhähne einfach zu versenden sind, stellt der Weltmarktführer für Tunnelbohrmaschinen seinen Logistikpartner vor schwerere Aufgaben: „Die Maschinen sind riesig und selbst die Ersatzteile sind immens groß, da reicht manchmal eine Boeing 747 Cargo nicht, wir mussten sogar schon zweimal die legendäre Antonov AN 124 in Lahr landen lassen, weil wir sonst den Auftrag nicht hätten bewältigen können“, erzählt Witzigmann. Eigene Flugzeuge hat Streck nicht, man nutzt die verschiedenen Cargo-Angebote.
„Ich bin seit 30 Jahren bei Streck“, so Witzigmann, „und wir sind immer entlang der Wirtschaftsentwicklung in Baden gewachsen.“ Heute gehört das inhabergeführte, mittelständische Familienunternehmen in der Luftfracht zu den 20 Großen in Deutschland und macht sein „Routen Management“ von Freiburg aus: Manager betreuen Destinationen wie die USA, Südamerika, China, Australien, Neuseeland. Vor Ort arbeite man mit „Top-Agenten“ zusammen, „Leuten, die die gleiche Philosophie wie wir haben. Sie können es cherrypicking nennen, aber das gehört zu unserem Geschäftsverständnis, dass wir nur mit den Besten arbeiten“, sagt Witzigmann.
Keine Angst vor einem Ende des Wachstums? „Nein, wir sind immer mit der Industrie, mit der Wirtschaft gewachsen und haben gestiegene Nachfrage bedient.“ China sei ein boomender Markt, die USA eine sichere Bank: „Seit Trump dran ist, steigen unsere Auftragszahlen für Amerika. Viele Autobauer und Zulieferer verlegen Standorte in die Staaten oder bauen neue Fabriken.“
Foto: © Streck Transportgesellschaft mbH








