Aus Freiburg in die halbe Welt: Wirtschaftskanzlei Dehmer & Partner feiert 45-Jähriges Politik & Wirtschaft | 31.05.2018 | Lars Bargmann
Die Anfänge der Freiburger Kanzlei Dehmer & Partner reichen bis ins Jahr 1949 zurück. Damals hatte Hans Furler, später Präsident des Europäischen Parlaments, eine Anwaltskanzlei in Freiburg gegründet.
Über Partnerwechsel wurde daraus 1973 die Sozietät „Fohr + Dehmer“, heute, 45 Jahre später, firmiert sie als Dehmer & Partner und betreut auch Unternehmen, die fünf Milliarden Euro Umsatz machen und an der Börse notiert sind.
Mit dem Gründer Hans Dehmer (73, Mitte) sowie den Söhnen Holger (43, links) und Carsten (40, rechts) sind an der Günterstalstraße 70 heute 25 Experten beschäftigt, einige arbeiten auch in der Dehmer audit & tax GmbH: Zusammen machen sie Steuer- und Gesellschaftsrecht, Unternehmensnachfolgen, Firmenkäufe und -verkäufe, managen das Vermögen von den Gesellschaftern, erstellen aber auch Jahresabschlüsse und übernehmen die Buchhaltung.
„Unternehmer bevorzugen heute ein One-Stop-Shopping, bei uns können sie das haben“, sagt Carsten Dehmer. „Wir beraten vor allem mittelständische Unternehmen, die wollen nicht da die Steuererklärung machen, dort einen Wirtschaftsprüfer haben und wieder woanders rechtliche Beratung. Wir können das aus einer Hand bieten“, erzählt Holger Dehmer.
Die Freiburger betreuen rund 550 Unternehmensgruppen, nur etwa ein Viertel davon in Südbaden. Die Klientel sitzt im Rheinland, in Singapur oder Hongkong, in Hamburg oder Hannover, im Stuttgarter Raum und am Bodensee, wo Dehmer & Partner demnächst deshalb mit einem ortsansässigen Steuerberater eine neue Dependance eröffnen, um das Engagement weiter auszubauen.
„Wir sind sehr viel unterwegs“, so Holger Dehmer. Zur Mandantschaft zählen global agierende Unternehmen, Verlage mit 700 Millionen Euro Umsatz, Kabelhersteller (600 Mio.), Hersteller von Vakuumpumpen (500 Mio.), ein Modefilialist (150 Mio.), eine Möbelhäuser-Kette, ein Speditions- und Logistikunternehmen (170 Mio.), ein Maschinenbauer oder auch Player in der Lebensmittelbranche. Und Fußballprofis, etwa vom SC Freiburg.
Das Aufgabenspektrum ist weit gefächert und umfasst in Abstimmung mit Gesellschaftsverträgen und Testamenten auch die Gestaltung von Eheverträgen. Deutlich mehr Finesse war nötig, als die Gesellschafter von Bornemann Pumps sich 2012 entschlossen, den Betrieb zu verkaufen. Dehmer & Partner spielten bei dem Deal eine wichtige Rolle, begleiteten den Verkauf an die amerikanische ITT für 206 Millionen Euro oder den fast 20-fachen Jahresgewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Ein beachtliches Ergebnis. Auch als unlängst der Maulburger Pumpenhersteller Busch von einer GmbH zur Europäischen Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, saß Dehmer mit am Tisch.
Carsten Dehmer ist zudem Mediator, was nicht nur bei den oft komplizierten Nachfolge-Regelungen alles andere als unwichtig ist. „Da geht es nicht nur um die wirtschaftlichen Folgen, sondern auch viel um Persönliches“, sagt Dehmer.
Die Kanzlei ist aktuell auf Expansionskurs: „Unser Netzwerk ist heute schon international, aber wir wollen uns auch noch mehr selber auf der internationalen Bühne zeigen“, sagt Holger Dehmer. Dazu zählt auch der Aufbau einer weiteren Dependance auf Teneriffa, wo viele vermögende Deutsche Immobilienangelegenheiten oder Erbfolgen zu klären haben. Dehmer war unlängst aber auch in Südkorea und traf dort auf einen Anwaltskollegen, der in Freiburg studiert hat. Aus solchen Kontakten lässt sich was machen. Vater Hans Dehmer freut sich derweil, dass beide Söhne in seine Fußstapfen getreten sind und gibt ihnen freie Hand. „Viel besser kann’s nicht laufen. Und wenn die beiden expandieren wollen, dann sollen sie das machen.“
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