Nachgewürzt: chilli-Kolumnist Volkmar Staub über die Kompro-Miss-Wahl Politik & Wirtschaft | 15.07.2018 | Volkmar Staub

Angie hat bei den Kompro-Miss-Wahlen wieder mal den Längeren gezogen. Über den Tisch. Den Horst. Ist das noch eine Ko-alition oder schon ein K.O.-Syndrom? Da einigt sich die Union auf einen faulen Kompromiss im Flüchtlingsdrama und kotzt ihn dann dem anderen Koalitionspartner SPD vors Willy-Brandt-Haus.

Aber die hat dieses Mal cool reagiert. Einfach einen eigenen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, der mehr oder weniger von der Koalition verabschiedet wurde. Horst guckt jetzt etwas bedröppelt aus der bayrischen Knitterwäsche.

Nur weil Frau Merkel, unsere „Humanitäterin von 2015“ eine sofortige Abweisung an den Grenzen verhindern wollte, wie es der „Desaster-Plan“ von Horsti vorsah, sollten die Hilfesuchenden jetzt noch zwei Tage vor ihrer Abschiebung in einem Konzentrationslager … äh, tschuldigung, in Transitzentren fürs Transitverfahren konzentriert gelagert … äh … also … sich aufhalten dürfen. Gesichtswahrung spielt manchmal ins Gesäßhafte.

Nach dem Grunzgesetz wäre das auch nicht gegangen, sonst hätte die SPD die Transitzentren wahrscheinlich auch noch mitgemacht, wenn man versprochen hätte, dass in den Lagern auch etwas Kinderspielzeug rumliegt.

Kein Zweifel: Europa soll endgültig zu einer Festung ausgebaut werden. Das wollen alle von unseren „christlichen, ha ha“ und „sozialen ha ha“ Koalitionären – die einen mit etwas mehr, die anderen mit weniger freundlichem Gesicht.

Und selbst wenn irgendwann ein gefordertes Einwanderungsgesetz kommt, sollte man ehrlicherweise da reinschreiben, dass wir nur die aufnehmen, die wir brauchen können. Der Rest soll absaufen, verdursten oder verhungern. Es ist eine abendländische Bankrotterklärung. Was sind das für Zeiten, wo man den Popolisten so hinterher rennt?!

EU-Fangflotten fischen in Afrika den Einheimischen den Kabeljau vor der Nase weg, wir überschwemmen – von Brüssel hochsubventioniert – Afrika mit Billighähnchenfleisch und Büchsentomaten, machen so die Fischer, Geflügel- und Gemüsebauern des dunklen Kontinents arbeitslos, und die Menschen, die verzweifelt vor ihrer – von uns mitproduzierten – Armut fliehen, schicken wir dann wieder zurück. Ist das nicht reizend? – Brechreizend!

Das ist nicht das aufgeklärte Europa, das mir manchmal in naiven Stunden ins utopische Gehirn schießt.

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