Ringen um Musikzentrale: Projekt in Warteschleife STADTGEPLAUDER | 12.10.2019 | Lars Bargmnn

Baubürgermeister Martin Haag

Die Fraktionsgemeinschaft JUPI und die Grünen, der Verein Multicore und die IG Subkultur, Bands und der Bürgerverein Brühl-Beurbarung trommeln für den Bau einer Musikzentrale auf dem Güterbahnhof.

Das Grundstück der Begierde an der Ecke Neunlinden- und Paul-Ehrlich-Straße hat rund 1300 Quadratmeter. Bei einer Podiumsdiskussion am Zollhallenplatz wurde deutlich, dass es wohl nicht mehr die Frage ist, ob die Rathausspitze hinter den Plänen steht, sondern wie man die eierlegende Wollmilchsau umsetzen kann.

Gastronomie und Veranstaltungsraum mit bis zu 400 Plätzen, 40 Proberäume, Büros, Tonstudio, Künstlerwohnung, Lagerflächen, 100 Quadratmeter für den Bürgerverein, einen Bolzplatz auf dem Dach, eine Gastroterrasse vor der Tür – dem vergleichsweise kleinen Grundstück könnte bei der Flut von Wünschen angst und bange werden. Wo die für diese Nutzungen baurechtlich – und praktisch – nötigen Stellplätze bleiben, ist nur eine von noch vielen offenen Fragen. Ohne – teure – Tiefgarage wird es kaum gehen.

Von einer Musikzentrale „profitiert am Ende die gesamte Stadt“, glaubt JUPI-Stadträtin Maria Mena, „ein solcher Ort könnte das pulsierende Herz einer aufstrebenden Szene sein, die weit über Freiburg hinaus strahlt.“ Multicore hat einen viergeschossigen Bau visualisiert, aus dem Baudezernat hieß es zuletzt, dass aus Kostengründen eine eingeschossige Lösung mit Bolzplatz auf dem Dach geprüft werde. Die Wollmilchsau passt indes nicht in eine Etage.

Grünen-Stadtrat Timothy Simms hält das Haus „für eines der wichtigsten kulturpolitischen Projekte der nächsten Jahre“. Baubürgermeister Haag bat weiter um Geduld. 2020 soll es einen Runden Tisch geben. Bis dahin will er Antworten finden. Zur Finanzierung, dem Betrieb und der Größe des Hauses.

„Eine Band ohne Proberaum ist wie der SC ohne Stadion“, sagt Till Neumann von der Freiburger Band Zweierpasch, der mit auf dem Podium saß. Derzeit probe Zweierpasch mit acht Leuten auf 13 Quadratmetern. Der Saxophonist steht auf dem Flur. Vielen Bands geht es noch schlechter.

Foto: © Felix Neumann