Kampf gegen Schwarzarbeit – HWK Freiburg verstärkt Prävention, Kontrolle und Kooperation Verbände | 25.02.2026 | chilli

Frei nach dem Motto Vertrauen gut, Kontrolle ist besser fahndet etwa der Zoll auf Baustellen nach schwarzen Schafen. Frei nach dem Motto Vertrauen gut, Kontrolle ist besser fahndet etwa der Zoll auf Baustellen nach schwarzen Schafen.

Die Handwerkskammer Freiburg (HWK) baut ihre Maßnahmen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Handwerkstätigkeit deutlich aus. Ziel ist ein fairer Wettbewerb, mehr Transparenz sowie eine starke, verlässliche Handwerkswirtschaft in der Region.

„Schwarzarbeit schadet unserem Gemeinwesen, gefährdet Arbeitsplätze und untergräbt das Vertrauen in unser Wirtschaftssystem“, betont HWK-Präsident Christof Burger. „Wir wollen verantwortungsvolle Betriebe schützen und diejenigen unterstützen, die sich an Recht und Gesetz halten.“

Die Kammer hat zwar keine eigenen hoheitlichen Befugnisse zur Ermittlung oder Sanktionierung von Schwarzarbeit, kann aber unerlaubte Handwerksausübung prüfen, dokumentieren und an die zuständigen Behörden weitergeben. Prävention, Kooperation und konsequente Kontrolle bilden dabei die drei zentralen Säulen der aktuellen Initiative.

Der bereits gestartete Runde Tisch zur Bekämpfung der Schwarzarbeit mit der Stadt Freiburg, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FGS) sowie der Deutschen Rentenversicherung soll künftig im halbjährlichen Turnus stattfinden und zu einem regionalen Netzwerk ausgebaut werden. „Wir brauchen alle relevanten Akteure an einem Tisch – nur gemeinsam lässt sich der Druck auf dem Schwarzarbeitsmarkt wirksam reduzieren“, so Burger.

Parallel bindet die HWK die Wettbewerbszentrale aktiv in die Bearbeitung von Verdachtsmeldungen ein. Zudem werden Betriebsleiterprüfungen über die Handwerksrolle verstärkt, einschließlich unangekündigter Vor-­Ort-­Kontrollen. Eine neue abteilungsübergreifende Projektgruppe innerhalb der Handwerkskammer koordiniert alle Aktivitäten und bringt sie strukturell voran.

Auch auf der Website der Kammer wird künftig detailliert über Schwarz­arbeit, unerlaubte Handwerksausübung, Rechte und Pflichten informiert. Zudem gibt es eine niedrigschwellige Möglichkeit, Verdachtsfälle zu melden. „Aufklärung ist ein entscheidender Faktor. Jeder und jede kann dazu beitragen, Schwarzarbeit einzudämmen“, betont Burger.

Auch bundespolitisch kommt Bewegung in die Thematik: Die Novellierung des Schwarzarbeitsbekämpfungsgsetzes sieht eine Modernisierung der Prüfverfahren, einen verbesserten Datenaustausch und die Aufnahme des Friseur- und Kosmetikgewerbes in den Katalog der Schwarzarbeitsbranchen vor.

„Ein wirksamer Kampf gegen Schwarzarbeit ist gesamtgesellschaftlich notwendig“, unterstreicht Burger. „Nur wenn wir Prävention, Kontrolle und gute gesetzliche Rahmenbedingungen zusammendenken, sichern wir faire Bedingungen für das Handwerk und für alle Beschäftigten in unserer Region.“

Die für die Schwarzarbeit zuständigen Zollbehörden haben im vergangenen Jahr Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung mit einem Gesamtschaden von 766 Millionen Euro festgestellt. Branchenübergreifend sind fast 150.000 Straf- und Ordnungswidrigkeitsver­fahren eingeleitet worden. 

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