Stadttöchter brauchen 67,5 Millionen Euro – Neuer Beteiligungsbericht des Konzerns Stadt Freiburg Wirtschaft | 15.02.2026 | Lars Bargmann

Eröffnung einer Wasserstofftankstelle Die Badenova hat in 2024 gut 122 Millionen Euro investiert. Hier eröffnet Vorstand Dirk Sattur mit Dieter Sommerhalter, Martin Horn, Christine Buchheit und Michael Broglin (v. r.) eine Wasserstofftankstelle auf der Deponie Eichelbuck.

Das Freiburger Rathaus hat am 19. Januar den Beteiligungsbericht 2025 vorgelegt. Demnach lagen die Umsätze aller insgesamt fast 120 städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe im Jahr 2024 bei knapp 1,9 Milliarden Euro und die Investitionen bei 308 Millionen Euro. Im Vorjahr standen beim Umsatz noch 2,149 Milliarden. Auf der anderen Seite waren aber da auch die Investitionen um 65 Millionen geringer.

Einweihung Tankstelle

„Die Gesellschaften erwirtschaften jeden Tag rund 5,2 Millionen Euro Umsatz und investieren jeden Tag knapp eine Million. Die Dimension dieser Zahlen verdeutlicht die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Freiburg und die Region“, sagte Finanzbürgermeister Stefan Breiter bei der Bekanntgabe.

Der beträchtliche Umsatzrückgang wird hauptsächlich durch die geringeren Erlöse der Badenova AG (-205 Millionen Euro) getrieben, die mit 1,4 Milliarden Euro aber weiter das stärkste Pferd im Stall ist. Der Stadtbau-Verbund setzte knapp 116 Millionen Euro um, die Freiburger Verkehrs AG (VAG) 84 Millionen, die Freiburger Abfallwirtschaft (ASF) 52.

Die Badenova ist auch auf der Investitionsseite die fleißigste Tochter: 122,4 Millionen Euro investierte der Energieversorger, 88,7 waren es bei der Stadtbau – für 123 bezugsfertige und 423 im Bau befindliche Wohnungen. Die VAG investierte 30,3 Millionen unter anderem in E-Busse und Infrastruktur. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (ESE) gab 9,9 Millionen Euro für Kanalsanierungen und den Ausbau des Netzes aus. Die ASF 9,4 Millionen, unter anderem für umweltfreundlichere Fahrzeuge.

Der Eigenbetrieb Verwaltungszentrum und Staudinger Gesamtschule investierte 36,6 Millionen Euro überwiegend in den zweiten Bauabschnitt des Rathauses im Stühlinger. Die Verbindlichkeiten aller Gesellschaften, die Ende 2024 fast 4200 Beschäftigte hatten, erhöhten sich zum 31. Dezember 2024 um 137 Millionen auf nunmehr 1,029 Milliarden Euro.

Große Zahlen gibt es auch bei den Gehältern: Die Liste der Spitzenverdiener führen weiter die Badenova-Manager an: 831.000 Euro verdienten Hans-Martin Hellebrand und Heinz-Werner Hölscher (nur bis April 2024). Erstmals musste die AG übrigens für ehemalige Chefs noch tiefer in die Tasche greifen: 1,08 Millionen, 160.000 Euro mehr als 2023. An wen diese Summen fließen, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Mathias Nikolay, Thorsten Radensleben und Maik Wassmer könnten dazu gehören.

Hinter den Badenova-Bossen rangiert Michael Broglin, der seit September 2024 Alleingeschäftsführer der ASF ist sowie die Geschicke der Erdaushubzwischenlager Dietenbach GmbH, der Flugplatz Freiburg-Breisgau GmbH und seit August auch der Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungs-GmbH führte. Salär: 293.000 Euro. Sehr gut verdient hat auch Hanna Böhme von der Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH, deren Gehalt seit 2021 um 48 Prozent auf 259.000 Euro gestiegen ist.

Die beiden Stadtbau-Chefs Magdalena ­Szablewska und Matthias Müller stehen mit 238.000 und 218.000 Euro im Bericht, die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch mit 227.000 und 208.000. Am Theater verdiente Intendant Peter Carp 158.000 und die kaufmännische Direktorin Tessa Beecken 133.000 Euro. Zum Vergleich: Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn bekam 219.000 Euro.

Unterm Strich musste das Rathaus seinen Töchtern mit 67,5 Millionen Euro unter die Arme greifen. Horn: „Die städtischen Gesellschaften übernehmen außerordentlich wichtige Aufgaben für uns alle in der Stadt. Wohnungsbau, Verkehrswende, Energieversorgung, Abfallwirtschaft, damit halten sie unsere Stadt mit am Laufen. Die Mittel sind hier gut angelegt, um unsere Stadt weiter zu entwickeln.“

Fotos: © Badenova/Jonas Conklin