Buch-Tipp: Frankie und Freddie – Odyssee zwischen Welten Kultur | 26.09.2026 | Erika Weisser
Zwei Brüder, eine verlorene Tasche, ein Notfall im Schnee, ein Opel Kadett mit leerer Batterie. Und das Hin und Her der Himmelsmacht – nicht immer sehr rhythmisch, aber temporeich erzählt vom Element-of-Crime-Musiker Sven Regener.
Frankie und Freddie Lehmann aus Bremen treffen 1980 unfreiwillig in Westberlin aufeinander. Während der eine, Frankie, seit Wochen damit beschäftigt ist, in Kreuzberg, in seiner WG und vor allem bei einer gewissen Chrissie Fuß zu fassen, ist der andere nur vorübergehend da: Freddie will weiterziehen nach New York, hält sich zwecks Beschaffung des Reisegelds aber erst einmal in einem Probandenhotel am Ku̓damm auf – als Versuchskaninchen für Antidepressiva.
Einen Tag vor Heiligabend wird er entlassen. Doch er hat Angst vor Menschen, kann nicht mehr U-Bahn fahren und verliert alle Dokumente. Frankie will den Bruder zwar „aus der Klapse abholen“, doch der seit Ewigkeiten nicht mehr bewegte Kadett springt nicht an …
Regener schickt die beiden auf eine Odyssee durch eine Stadt zwischen den Welten, zwischen Spaß und Kälte, Trotz und Anarchie, Überlebenswillen und Resignation. Ein Roman über Brüder, Aufbrüche und plötzliche Liebe – klug, poetisch, warmherzig und sehr witzig.

Frankie und Freddie
von Sven Regener
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 3.9.2026
280 Seiten, gebunden
Preis: 24 Euro









