Buch-Tipp: Mythen, Macht und Muttermund – Plädoyer für Selbstbestimmung Kultur | 21.06.2026 | Erika Weisser

Mythen, Macht und Muttermund

Dass am Anfang eines jeden menschlichen Lebens eine Geburt steht, ist eine so selbstverständliche Binsenwahrheit, dass über die damit gemachten Erfahrungen außerhalb von Privatsphären oder einschlägigen Zirkeln kaum gesprochen oder geschrieben wird. Die Freiburger Historikerin Helena Barop legt nun eine brillant erzählte „feministische Geschichte der Geburt“ vor, die beschreibt, wie sich die Bedingungen im Lauf der Menschheitsgeschichte verändert haben.

Es ist ein Sachbuch, das sich aber so spannend liest wie ein Roman, in dem Unterdrückung und Gewalt thematisiert werden: Aus historischer Perspektive zeigt Barop sehr überzeugend und verständlich auf, dass die Geburtshilfe schon lange vor der im 18. Jahrhundert zur Norm erklärten medizinisch betreuten Klinikgeburt von patriarchalen Machtstrukturen geprägt war. In ihrer genuinsten Aktivität wurden Frauen bevormundet und zu gehorsamen und passiven Wesen degradiert, die sich gegen die unter der Geburt erlebte Gewalt nicht wehren durften. Ein starkes Plädoyer für Selbstbestimmung.

Barop präsentiert „Mythen, Macht und Muttermund“ am Donnerstag, 25. Juni, 19.30 Uhr im Rahmen der Reihe Freiburger Andruck beim „Stadtlesen“ auf dem Münsterplatz vor der Stadtbibliothek.

Mythen, Macht und Muttermund

Mythen, Macht und Muttermund
von Helena Barop
Verlag: Siedler, 2026
397 Seiten, Hardcover
Preis: 26 Euro