Irgendwo anders – Kinder im Krieg Veranstaltungstipp | 15.06.2024 | Erika Weisser

Frau zeichnet auf Tafel

Im Rahmen des Internationalen Festivals der Darstellenden Künste, das unter dem Motto „Performing Democracy“ vom 6. bis 16. Juni in Freiburg stattfindet, gibt es auch ein besonderes Theaterstück, das Kindern ab 7 Jahren nahebringt, wie Demokratie gestaltet werden kann – und was es bedeutet, wenn sie nicht mehr existiert. Zum Beispiel im Krieg: Das vom Puppentheater Ljubljana (Slowenien) inszenierte Stück „Irgendwo anders“ erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte eines kleinen Mädchens, das mitten in einen Krieg geraten ist und gemeinsam mit seinem Hund versucht, davor zu flüchten. 

Die Inszenierung verbindet klassisches Puppenspiel mit Live-Video und Zeichnungen an einer Kreidetafel. Durch die Augen des Kindes sehen die Zuschauer dabei, wie sich zunächst eine Stadt verändert: Bedrohliche Flugzeuge kreisen am Himmel, die Straßen sind leer. Hin und wieder sind Schüsse zu hören; als sie näher kommen, werden die Schulen geschlossen. Schließlich sind in den Geschäften keine Lebensmittel mehr. Je mehr sich alles zur Unerträglichkeit entwickelt, desto größer ist der Wunsch des Mädchens, in ein anderes Land zu gehen. Irgendwohin, wo es keinen Krieg gibt, wo es ohne Angst leben kann. Und wo es nicht auf unüberwindbare Grenzen trifft. 

Die Geschichte der Flucht wird auf der drehbaren Tafel entwickelt – und so verwischt sich zumindest die Grenze zwischen realen und fiktiven Bildern. Sehr behutsam und sensibel bringen die Spieler der 1948 gegründeten Puppenbühne die derzeit für unzählige Kinder so furchtbar aktuelle Absurdität eines jeden Krieges an hiesige Kinder und ihre Eltern. 

Irgendwo anders
Theater im Marienbad, Freiburg, Kesselhaus
Fr., 15.6., 18 Uhr & Sa., 16.6., 16 Uhr 
www.performing-democracy.de

Foto: © Jaka Varmuž Irgendwo anders