„Doch ein wenig stolz“: Interview mit Laurin Rutgers und Yannic Arens von Phantom Bay 4Musik | 07.11.2023 | Pascal Lienhard
Punk im Sunshine State: Phantom Bay mit Laurin Rutgers (Bassist) auf dem „Fest“
In der Freiburger Musikszene sind sie keine Unbekannten: Laurin Rutgers (32) hat sich mit Bands wie Redensart und Casually Dressed sowie der Konzertagentur Lucky Booking einen Namen gemacht. Kollege Yannic Arens (28) ist vor allem als langjähriger Drummer der Deadnotes bekannt. Mit ihrer Bremer Punk-Combo Phantom Bay haben sie gerade 14 Gigs in den USA gespielt – unter anderem auf dem prestigeträchtigen „Fest“ in Florida. Mit chilli-Volontär Pascal Lienhard sprechen sie über die Shows, das Wetter in Florida und ein potentielles Konzert in Freiburg.
chilli: Wie ist die US-Tour zustande gekommen?
Rutgers: Schon bei der Bandgründung haben wir uns vorgenommen, einmal in den USA zu touren. Aus meiner Zeit als DIY-Booker hatte ich den Kontakt zum „Fest“-Veranstalter und habe ihm geschrieben. Er hat nach zwei Tagen geantwortet, fand die Band gut und hat uns engagiert. Darauf haben wir den Rest der Tour gebucht. Von Burger- und Burritorestaurants über Bars, Coffeeshops und den Keller einer Kirche bis zu kleinen professionellen Musikclubs und dem Festival war fast alles dabei.
chilli: Ist euch ein Konzert besonders in Erinnerung geblieben?
Arens: Selbstverständlich war die Show beim „Fest“ für uns das absolute Highlight. Das war wild. Wir haben nachmittags gespielt, hatten aber dennoch eine vollgepackte Venue. Das ganze Wochenende haben wir Bekannte aus aller Welt auf den Straßen oder während der Shows anderer Freund*innen getroffen. Besser geht’s kaum. Zudem ist in Florida auch Ende Oktober noch Sommer! Überraschend gut waren außerdem die Konzerte in der legendären Amityville Music Hall auf Long Island in New York sowie in Harrisburg, Pennsylvania oder Greenville, South Carolina.

Von Bremen in die USA: Drummer Yannic Arens beim Gig in Cambridge, Massachusetts
chilli: Wie seid ihr beim US-Publikum angekommen?
Rutgers: Hoffentlich gut! Zumindest hatten wir schon nach der Hälfte der Tour alle mitgebrachten Platten verkauft. Meist spielten lokale Bands mit und wir fühlten uns für einen Abend als Teil der lokalen Szene. Es ist bemerkenswert, dass auf jeder Show ein paar Leute nur für uns gekommen sind.
Arens: Das ist für eine deutsche Band auf der ersten USA-Tour keine Selbstverständlichkeit und macht uns doch ein wenig stolz.
chilli: Viele hoffen auf einen Auftritt in Freiburg. Wann ist es soweit?
Rutgers: Unsere EP „Underground“ ist seit anderthalb Monaten raus. Wir spielen dieses Jahr noch in Berlin und Nürnberg. Nächstes Jahr folgen kurze Tourneen im Frühjahr und Festivals im Sommer. Es wird sehr sicher auch eine Freiburg-Show geben. Lucky-Booking-Ehrenwort!
Fotos: © David Lössl
Platte des Monats: „Collective Decline“ (Single) von Phantom Bay









