Buch-Tipp: Das große Buch Der Deutschen Sprache – Schweres ganz leicht Kultur | 23.10.2026 | Lars Bargmann
„Deutsche Sprache, schwere Sprache“, heißt es oft. Da ist was dran. Über diese schwere Sprache hat die Autorin Andrea Weller-Essers ein wunderbar leicht tänzelndes Coffee-Table-Book verfasst, das Lana Bragin von Marmota Maps mit über 1000 Infografiken zu einer visuellen Reise durch die Geschichte des Deutschen gemacht hat.
An was denken Sie beim Wort „Knust“? Ich, als Nordlicht, ans Endstück eines Brotes. Es gibt aber noch 350 (!) andere Bezeichnungen dafür. Wie nannte man in der DDR einen Discjockey? Schallplattenunterhalter. Das Buch kann wissenschaftlich, etwa wenn es um die Herkunft des Germanischen oder des Hochdeutschen geht – das in der Wissenschaft übrigens nicht in Norddeutschland, sondern in Mittel- und Süddeutschland gesprochen wurde. Es kann aber auch populär, wenn es durch die Jungendsprache streift und bei den 2020ern und goofy, cringe und lost landet.
Es kann kuriose Geschichten erzählen, etwa wie dem Luxemburgischen der Genitiv abhandenkam, oder auch darüber aufklären, dass der Rat für Deutsche Rechtschreibung Mitglieder aus sieben Regionen, etwa auch aus Ostbelgien, hat.
„Zwölf laxe Typen qualmen verdächtig süße Objekte.“ Was an dem Satz besonders ist? Er hat alle Buchstaben des Alphabets und auch noch alle Umlaute und das Eszett. Mit nur 42 Zeichen. Ein sehr kurzweiliges Werk.

Das große Buch Der Deutschen Sprache
von Andrea Weller-Essers und Lana Bragin
Illustrationen: Marmota Maps
Verlag: Dudenverlag Berlin, 2026
304 Seiten, gebunden
Preis: 39 Euro









