Debütant·innenball im Marienbad – Das Team des Literaturhauses lädt zum 40. Freiburger Literaturgespräch Kultur | 30.10.2026 | Erika Weisser

Lutz Seiler kommt zum fünften Mal zum Literaturgespräch. Lutz Seiler kommt zum fünften Mal zum Literaturgespräch.

Das Freiburger Literaturgespräch feiert Jubiläum: Schon zum 40. Mal richtet das Team des Literaturhauses dieses weit über Südbaden hinaus beachtete und oft international besetzte Leseforum aus. Vom 4. bis 8. November geht es im Historischen Kaufhaus, im Theater im Marienbad, im Winterer-Foyer des Freiburger Theaters und natürlich auch im Literaturhaus selbst über die Bühne.

Zum Motto des Ereignisses hat das Team den Titel des jüngst erschienenen neuen Buchs eines Schriftstellers gewählt, der heuer bereits zum fünften Mal in Freiburg weilt: „Das tickende Herz“ von Lutz Seiler. Er ist „eine der vielen Stimmen, die dem Literaturgespräch Jahr für Jahr Leben einhauchen“, so das Literaturhaus-Leitungsduo Martin Bruch und Katharina Knüppel: „Von A wie Ilse Aichinger bis Z wie Adam Zagajewski waren in 40 Jahren über 400 Autor:innen zu Gast – 40 x 400 Gründe zu feiern!“

Eigentlich ist das Literaturfest schon knapp 50 Jahre alt: Die erste Ausgabe war im Dezember 1977 im Rathaus – ein Lesemarathon mit 24 Autoren, unter ihnen ein streitbarer (und umstrittener) Martin Walser. Dass nun nicht das 50. Jubiläum gefeiert wird, liegt daran, dass das Literaturgespräch anfangs nur als Biennale veranstaltet wurde, erst seit rund 30 Jahren findet es jährlich statt. Und auch längst nicht mehr (nur) im Rathaus. Und gestritten wird auch schon lange nicht mehr: es geht um Begegnung, um moderierten Austausch von Literaten untereinander – und mit ihrem Publikum.

Der Gebärdensprachenchor „Singende Hände“ ist erstmals dabei.

Der Gebärdensprachenchor „Singende Hände“ ist erstmals dabei.

Und noch etwas hat sich geändert in all den Jahren: Waren es anfangs  vorwiegend Schriftsteller, so sind inzwischen die Schriftstellerinnen in der Mehrzahl. Das ist auch bei der Jubiläumsausgabe so: Unter den 17 Autor·innen sind nur fünf Männer. Außer Lutz Seiler, der seinen Motto-gebenden Roman am 5. November im Historischen Kaufhaus präsentiert, sind Arne Rautenberg (6./7.11.), Tristan Marquardt und Andreas Töpfer (8.11.) sowie Martin Piekar mit von der Partie.

Piekar stellt seinen Erstling „Vom Fällen eines Stammbaums“ am 6. November beim Debütant·innenball vor – einem Abend „mit drei Büchern und drei Songs“ im Theater im Marienbad. Zusammen mit zwei Erstlings-Autorinnen: Lara Rüter bringt ihren Essay „Affenliebe“ mit, Anja Gmeinwieser ihre Road-Novel „Wir Königinnen“. Auch in Freiburg sind Judith Hermann, die das Literaturgespräch am 4. November eröffnet, die Lyrikerin Nadja Küchenmeister, die Kinderbuchillustratorin Rotraut Susanne Berner, die Comic-Autorin Mia Oberländer sowie Martina Hefter, Julia Weber, Radka Denemarková und Heike Geißler beim Lesemarathon am Samstag (8.11.)

Das Finale am Sonntag bestreiten Katharina Mevissen und Natascha Gangl – unter Mitwirkung des Musikers Christian Dierstein und dem Freiburger Chor „Die singenden Hände“.

www.literaturhaus-freiburg.de

Fotos: © SingendeHände Freiburg, Doradzillo